Gate News-Meldung, 23. April — Die polnische Krypto-Börse Zondacrypto hat diese Woche ihren Betrieb eingestellt, nachdem es zu Solvenzproblemen gekommen war. Staatsanwälte haben Hunderte potenzieller Opfer identifiziert, die keinen Zugriff mehr auf mindestens 350 Millionen polnische Zloty (ungefähr $95 Millionen) haben. Die Staatsanwälte erklärten, dass das Ausmaß eines möglichen Betrugs „sehr groß“ sei und die Zahl der betroffenen Nutzer weiter zunimmt.
Bedenken hinsichtlich der finanziellen Stabilität der Plattform kamen Anfang April auf, als die Marktforschungsfirma Recoveris herausfand, dass Zondacrypto über 99% ihrer Reserven verloren hatte. CEO Przemysław Kral räumte ein, dass das Unternehmen zum Zeitpunkt seiner Ankündigung keinen Zugriff auf eine Wallet mit 4.500 BTC (im Wert von über $330 Millionen) habe. Die fehlende Bitcoin-Wallet gehörte dem Gründer Sylwester Suszek, der im März 2022 verschwunden war, nachdem die Börse von BitBay umbenannt worden war.
Kündigungsvereinbarungen, die an die Mitarbeiter gesendet wurden, nennen „vollständige Liquidation“ als Grund für die Entlassungen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats des Plattformbetreibers, BB Trade Estonia, traten letzte Woche zurück, gefolgt von Abgängen von Leitern für Compliance und Cybersicherheit. Entlassene Mitarbeiter gehen davon aus, dass die gesamte Kundenschuld 500 Millionen Zloty übersteigen könnte.
Trotz des Fehlens umfassender Krypto-Regulierung in Polen erlaubt das bestehende polnische Recht den Kunden, Entschädigung vom Staat zu verlangen. Rechtsexperten raten betroffenen Nutzern, Saldenbestätigungen, Transaktionshistorien und Korrespondenz mit dem Kundenservice zu sammeln. Mögliche Ansprüche können sowohl in Polen als auch in Estland eingereicht werden. Es wird geschätzt, dass bis zu 30.000 Kunden von dem Zusammenbruch der Börse betroffen sein könnten.