Gate News-Nachricht, 24. April — Japanische Lieferanten von Fotolack haben Samsung Electronics und SK Hynix vor möglichen Unterbrechungen bei Rohmaterialien gewarnt, nachdem die Straße von Hormuz Anfang März effektiv geschlossen wurde. Das Risiko ergibt sich aus einer angespannten Naphtha-Zufuhr, einem ölbasischen Einsatzstoff zur Herstellung von Spezialchemikalien für Fotolack, einem entscheidenden Material für die Chipproduktion.
Spotpreise für japanisches Naphtha schossen nach der Schließung der Straße um nahezu 92% auf 1.190 $ pro Tonne, wodurch sechs der zwölf Naphtha-Cracking-Anlagen Japans die Produktion drosseln mussten. Die Engpasslage ist bei Lösungsmitteln wie Propylenglykolmethylether (PGME) und Propylenglykolmethyletheracetat (PGMEA) am akutesten. Japan kontrolliert über 70% des globalen Fotolackmarkts, was die Auswirkungen auf die Halbleiterindustrie verstärkt. Fortschrittliche Chips, die mit der Lithografie im extremen Ultraviolett (EUV) hergestellt werden, sind aufgrund strengerer Materialtoleranzen im Prozess den engsten Grenzen ausgesetzt.
Der Flaschenhals legt Verwundbarkeiten in Japans industrieller Lieferkette offen. Chemielieferanten sind typischerweise auf inländische Einsatzstoffquellen angewiesen, was schnelle Alternativen begrenzt. Chiphersteller müssen sich für jede Rohmaterial-Substitution mehrjährige Requalifizierungsprozesse unterziehen, was kaum Raum für kurzfristige Lösungen lässt, insbesondere für Produktionslinien der neuesten Generation.