SpaceX soll sich Berichten zufolge auf ein öffentliches Angebot vorbereiten, das eine Bewertung von nahe 2 Billionen US-Dollar erreichen könnte. Interne Gespräche deuten auf Insider-Sperrfristen hin, die schon bei 30 bis 90 Tagen liegen könnten, weit unter dem Branchestandard von einer 180-Tage-Periode. Die unkonventionelle Sperrstruktur soll den Mitarbeitern und frühen Investoren, die seit der Unternehmensgründung 2002 illiquides Eigenkapital halten, eine schnellere Liquidität ermöglichen – und dabei SpaceX’ Verhandlungsmacht gegenüber Underwritern nutzen. Ein möglicher Börsengang würde für die kommerzielle Raumfahrtindustrie einen Wendepunkt markieren, da SpaceX von privaten Geschäften in die öffentliche Marktkontrolle übergeht, mit einer Bewertungskategorie, die bislang nur von Unternehmen wie Apple, Microsoft und Nvidia besetzt ist.
Starlink-Umsatz und Starship-Verträge treiben den Bewertungsfall
Starlink hat Anfang 2026 über 5 Millionen aktive Abonnenten in mehr als 80 Ländern und erzielt geschätzte jährliche wiederkehrende Einnahmen zwischen 12 Milliarden US-Dollar und 15 Milliarden US-Dollar. Der Dienst wächst ungefähr um 40% im Jahresvergleich. SpaceX hat über 6.500 Satelliten in niedrige Erdumlaufbahnen gebracht. Analysten von Morgan Stanley haben Starlink allein auf einen Wert von 800 Milliarden US-Dollar bis 1,2 Billionen US-Dollar modelliert.
Starship absolvierte Ende 2025 seine erste erfolgreiche Flug- und Landeabfolge in der Umlaufbahn. Das NASA-Programm Artemis hat Verträge mit SpaceX im Wert von über 4 Milliarden US-Dollar für Mondlandemissionen unterzeichnet, die eine Starship-Variante nutzen. Die Kosten pro Kilogramm, um in die Umlaufbahn zu gelangen, könnten mit Starship unter 100 US-Dollar fallen – im Vergleich zu rund 2.700 US-Dollar auf Falcon 9.
SpaceX plant Insider-Sperrfristen von 30 bis 90 Tagen
SpaceX prüft Insider-Sperrfristen möglicherweise schon in der Spanne von 30 bis 90 Tagen – verglichen mit dem üblichen 180-Tage-Fenster, das die meisten Unternehmen Insidern nach einem Börsengang auferlegen. Die 180-Tage-Sperrfrist ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil von IPOs und soll verhindern, dass Insider ihre Anteile unmittelbar nach dem Listing verkaufen.
Viele SpaceX-Ingenieure und frühe Mitarbeiter halten das Eigenkapital seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2002. Sie können Anteile nicht in bar umwandeln, außer über begrenzte Transaktionen auf dem Sekundärmarkt. Frühe Investoren, darunter Founders Fund und Draper Fisher Jurvetson, halten Positionen seit mehr als einem Jahrzehnt. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren mehrere Tender Offers durchgeführt und ermöglicht es Mitarbeitern, kleine Teile ihrer Bestände zu Preisen zu verkaufen, die vom Unternehmen festgelegt werden.
Luft- und Raumfahrt-Wettbewerber sehen sich mit erhöhtem Druck durch öffentliche Offenlegung konfrontiert
Ein öffentliches SpaceX würde Quartals-Gewinnberichte und transparente Kostenstrukturen erfordern und damit direkte Vergleiche mit Boeing, Lockheed Martin, Northrop Grumman und Airbus ermöglichen. Die Arianespace-Rakete Ariane 6, die 2025 in den Dienst ging, kostet pro Start ein Vielfaches mehr als Falcon 9.
SpaceX’ Starshield-Programm bietet Satellitendienste auf Militärniveau und konkurriert direkt mit Programmen etablierter Defense-Contractors. Öffentliche Finanzoffenlegungen könnten Unterschiede bei der Kosteneffizienz in diesen Fähigkeiten sichtbar machen.
SEC und Underwriter strukturieren gestaffelte Sperrvereinbarungen
Die US-Börsenaufsicht SEC verlangt technisch keine Sperrfristen, da es sich um vertragliche Vereinbarungen zwischen Unternehmen und Underwritern handelt. SpaceX’ Rechtsteam arbeitet Berichten zufolge mit Goldman Sachs und Morgan Stanley daran, die Sperrfristen in Stufen auszugestalten, wobei verschiedene Klassen von Insidern unterschiedlichen Zeitfenstern unterliegen.
SpaceX könnte zudem Volumenbeschränkungen einführen und damit festlegen, wie viele Aktien Insider selbst nach Ablauf der Sperrfrist pro Tag oder Woche verkaufen dürfen. Ein weiterer Ansatz sieht gestaffelte Ablaufdaten vor: Dabei werden unterschiedliche Tranchen von Insider-Aktien nach 30, 60 und 90 Tagen freigegeben – statt alles auf einmal.
FAQ
Welche Bewertung strebt SpaceX für seinen möglichen IPO an?
SpaceX soll sich auf ein öffentliches Angebot vorbereiten; interne Gespräche deuten auf eine Bewertung nahe 2 Billionen US-Dollar hin. Damit würde das Unternehmen in dieselbe Bewertungskategorie wie Apple, Microsoft und Nvidia fallen.
Wie lange sind die Insider-Sperrfristen, die SpaceX in Erwägung zieht?
SpaceX prüft Insider-Sperrfristen möglicherweise schon in der Spanne von 30 bis 90 Tagen – deutlich kürzer als das übliche 180-Tage-Fenster, das die meisten Unternehmen Insidern nach einem Börsengang auferlegen. Das Rechtsteam des Unternehmens arbeitet Berichten zufolge mit Goldman Sachs und Morgan Stanley daran, gestaffelte Sperrvereinbarungen auszugestalten.
Welche Einnahmen generiert Starlink?
Stand Anfang 2026 hat Starlink über 5 Millionen aktive Abonnenten in mehr als 80 Ländern und erzielt jährliche wiederkehrende Einnahmen, die auf 12 Milliarden US-Dollar bis 15 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Dabei liegt das Wachstum ungefähr bei 40% im Jahresvergleich.