Spirit Airlines(Spirit Airlines)5. März gab am 2. Mai die Einleitung eines geordneten Rückzugs (orderly wind-down) bekannt, mit sofortiger Wirkung. Laut einem Bericht der Washington Post handelt es sich bei der Billigfluggesellschaft, die einst zeitweise 5% des Flugaufkommens in den USA abdeckte, um ihre letzte große Anstrengung, vom Trump-Regime 500 Millionen US-Dollar an staatlicher Finanzhilfe zu erhalten. Die Gläubiger lehnten den Vorschlag ab, womit nach 28 Jahren Betrieb Schluss ist. Die Einstellung des Flugbetriebs führte dazu, dass über 17.000 Mitarbeiter – direkt und indirekt – ihren Arbeitsplatz verloren. Es war die größte Insolvenz eines US-Flugunternehmens in den vergangenen 20 Jahren.
500 Millionen US-Dollar Hilfsplan scheitert: Regierung will 90% Eigenkapital, Gläubiger lehnen ab
Die von der Trump-Regierung vorgeschlagene Rettungsstruktur sah vor: Der Bund stellt bis zu 500 Millionen US-Dollar bereit und erhält dafür bis zu 90% Anteile an der Spirit Airlines. Zudem sollte die Rangfolge der Ansprüche der Regierung über der der bestehenden Gläubiger liegen. Spirit hat seit 2024 bereits zweimal einen Antrag auf Insolvenzschutz gestellt; diese Finanzhilfe war die letzte Chance, das Unternehmen zu retten.
Der zentrale Grund für die Ablehnung durch die Gläubiger: Die Bedingungen waren zu hart – bei Annahme würden die bestehenden Gläubiger in Bezug auf ihre Forderungsrangfolge vollständig vom Bund verdrängt, was faktisch einer „Nullstellung“ gleichkäme. Innerhalb der Trump-Regierung gab es zudem Uneinigkeit darüber, ob überhaupt Bundesmittel eingesetzt werden sollten, sodass am Ende kein tragfähiger Rettungskonsens zustande kam.
Kernbelastung: Flugtreibstoffkosten verdoppeln sich – übersteigen die finanziellen Annahmen des Unternehmens
Der Sanierungsplan von Spirit ging davon aus, dass der Flugtreibstoffpreis 2026 bei 2,24 US-Dollar pro Gallone liegen würde und 2027 bei 2,14 US-Dollar. Doch beeinflusst vom Iran-Krieg stiegen die Ölpreise rasch, nachdem am 28. Februar Luftangriffe der USA auf den Iran erfolgten. Ende April lag der Preis für Flugtreibstoff bereits bei rund 4,51 US-Dollar pro Gallone – also dem Doppelten der Annahmen im Sanierungsplan von Spirit. Für Billigfluggesellschaften mit ohnehin schwacher Margenstruktur bedeutet eine Verdopplung der Treibstoffkosten, dass das ursprünglich nur knapp rentable Geschäftsmodell direkt in eine dauerhafte Verlustsituation umschlägt.
Spirit hatte in den vergangenen Jahren bereits mehrere Kostensenkungsmaßnahmen ergriffen, darunter das Kürzen von Flugplänen, Entlassungen, den Verkauf von Flugzeugen sowie den Versuch einer Fusion mit JetBlue (vom Justizministerium aus wettbewerbsrechtlichen/antitrust Gründen blockiert). Doch all das reichte nicht aus, um den strukturellen Kostendruck auszugleichen.
Ausblick: Unterbringung der Mitarbeiter, Umverteilung von Routen, Neugestaltung der Billigflugbranche
Ein nächster Beobachtungspunkt ist der Prozess zur Unterbringung von 17.000 Mitarbeitern – ob andere Billigfluggesellschaften (Frontier, Allegiant) und große Airlines (American, Delta, United) Teile des Personals übernehmen. Ein weiterer Punkt ist, wie das freiwerdende Streckennetz von Spirit neu verteilt wird – insbesondere in den wichtigsten Märkten von Spirit wie Florida, der Karibik und Lateinamerika. Wenn dort die Flugkapazität nicht schnell genug durch andere Airlines aufgefüllt wird, könnten die Ticketpreise kurzfristig steigen.
Der Artikel „Spirit Airlines geht pleite, Trumps Rettungsplan scheitert: Ölpreise verdoppeln sich und drücken die Billigairlines in die Knie“ erschien zuerst auf Chain News ABMedia.
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