Spot-Bitcoin-Exchange-Traded-Funds (ETFs) in den USA verzeichneten am Montag ihre größten Einzeltages-Abflüsse seit dem 29. Januar: Laut Daten von SoSoValue Verliefen sieben Fonds insgesamt mit 648,6 Millionen US-Dollar netto im Minus. Damit verlängerten sich die Nettoabflüsse der Vorwoche auf insgesamt 1 Milliarde US-Dollar, womit eine positive Sechs-Wochen-Serie endete. Die Abflüsse spiegeln eine Kombination aus Gewinnmitnahmen, makroökonomischer Unsicherheit und steigenden Renditen für US-Treasuries wider, die risikofreie Renditen attraktiver gemacht haben, während sich die globale Liquidität verknappte.
## Abfluss-Aufschlüsselung nach Fonds
BlackRocks IBIT führte die Abflüsse mit 448,3 Millionen US-Dollar an, gefolgt von Ark & 21Shares' ARKB mit 109,6 Millionen US-Dollar und Fidelitys FBTC mit 63,4 Millionen US-Dollar. Auch Fonds von Bitwise, VanEck, Invesco und Franklin Templeton verzeichneten am Tag negative Zuflüsse.
## Marktumfeld und makroökonomische Treiber
Bitcoin fiel am Wochenende unter 77.000 US-Dollar und wurde dabei von erneuten Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie steigenden Ölpreisen beeinflusst, was die Sorge vor anhaltender Inflation befeuerte. Höhere Renditen bei US-Treasuries trieben ETF-Abflüsse an, da sich die globale Liquidität verknappte; zusammen mit Inflationssorgen führte dies bei institutionellen Anlegern zu einer kurzfristigen Ent-Risikotendenz.
Dominick John, Analyst bei Zeus Research, beschrieb die Abflüsse als einen „kurzfristigen institutionellen Risk-off-Schritt, getrieben durch Gewinnmitnahmen und makroökonomische Unsicherheit“. Er merkte an, dass „Institutionen aktiv bleiben, aber strategischer vorgehen und ETFs als Liquiditätsinstrumente nutzen, um das Exposure zu steuern. Die Mittelzuflüsse hängen nun von Zinsen und Volatilität ab, während Kapital vorerst abseits bleibt.“
## Aktuelle Bitcoin-Positionierung
Bitcoin konsolidiert laut John um eine zentrale Unterstützungszone von 76.000 bis 77.000 US-Dollar. Bedeutende Stablecoins, angeführt von USDT und USDC, haben in der Marktkapitalisierung zugelegt. Das signalisiert, dass sich seitlich geparkte Liquidität aufbaut und sich auf potenzielle „Dip“-Kaufgelegenheiten positioniert wird, falls der Preis diese Schlüsselmarken erneut anläuft.
Andri Fauzan Adziima, Research Lead am Bitrue Research Institute, bewertete, dass „die kurzfristige Volatilität hoch bleibt, dieser Rücksetzer aber wie eine gesunde Verdauung in einem breiteren Aufwärtstrend wirkt“. Analysten wiesen darauf hin, dass Trader Signale des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh genau beobachten sollten, insbesondere seinen Tonfall in Bezug auf Inflation, Zinsen und Politik.