Ein Krypto-Unternehmen, das mit dem US-Präsidenten Donald Trump verbunden ist, steht nach einer Zusammenarbeit mit einer Firma erneut unter genauerer Beobachtung, deren „Flaggschiff-Projekt“ zuvor Personen eingebunden hatte, die später von den USA und dem Vereinigten Königreich sanktioniert wurden.
WLFI$0.09520, ein Krypto-Unternehmen, das von Trump mitgegründet und teilweise von seiner Familie gehalten wird, sagte, es habe eine Due-Diligence-Prüfung durchgeführt, bevor es seinen USD1-Stablecoin in das Blockchain-Projekt AB DAO integrierte, das seinen Sitz in Südostasien hat.
Eine Untersuchung der Times, die am Montag veröffentlicht wurde, ergab jedoch, dass das Unternehmen nicht wusste, dass AB DAO bis vor wenigen Wochen ein Resort-Projekt beworben hatte, das mit Figuren in Verbindung gebracht wird, die zum Prince Group-Netzwerk Kambodschas gehören – einer Organisation, die US-Behörden als bedeutendes transnationales kriminelles Netzwerk beschrieben haben.
Die Partnerschaft wurde im November angekündigt, kurz nachdem abgestimmte Sanktionen der USA und des Vereinigten Königreichs gegen den Gründer von Prince Group, Chen Zhi, sowie gegen dessen Vertraute verhängt worden waren – wegen angeblicher Beteiligung an groß angelegtem Betrug. Personen, die mit der Gruppe verbunden waren, hatten zuvor an dem von AB DAO beworbenen Resort-Projekt mitgewirkt, bevor sie nach den Sanktionen entfernt wurden.
CoinDesk hat WLFI, das im September 2024 gestartet wurde, für eine Stellungnahme kontaktiert, doch das Unternehmen hatte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht geantwortet. WLFI teilte der Times jedoch mit, es habe „keine Verbindung oder Beziehung zu den sanktionierten Personen“.
Die Entwicklungen tragen zu den weitergehenden Fragen rund um die Governance von World Liberty und die externen Beziehungen bei. Berichte des Wall Street Journal im Januar zeigten, dass eine von einem stellvertretenden nationalen Sicherheitsberater der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Sheik Tahnoon bin Zayed Al Nahyan, unterstützte Firma still und leise zugestimmt hatte, kurz bevor Trump sein Amt wieder antrat, eine 49%-Beteiligung an WLFI für 500 Millionen US-Dollar zu erwerben.
Der Deal sei „etwas noch nie Dagewesenes in der amerikanischen Politik“, so das Wall Street Journal unter Berufung auf Rechtsexperten, die mögliche Bedenken hinsichtlich eines Interessenkonflikts äußerten. Das Weiße Haus hat jegliche Unregelmäßigkeiten bestritten.
Es gibt laut The Times keinen Hinweis darauf, dass WLFI eine direkte Verbindung zur Prince Group hatte. Der Bericht wirft jedoch Fragen nach der Wirksamkeit der Due Diligence im Umfeld seiner Partnerschaften auf.