Maßnahmen der Aufsichtsbehörde und Aussetzung
Die indonesische Finanzaufsichtsbehörde OJK (Otoritas Jasa Keuangan) hat PT Kay Hian Sekuritas (früher PT UOB Kay Hian Sekuritas), die indonesische Einheit von UOB Kay Hian, mit einer Geldstrafe belegt und von der Zeichnung neuer Börsengänge ausgeschlossen, nachdem sie Verstöße gegen die Due-Diligence-Prüfung und unangemessene Praktiken bei der Zuteilung von Aktien während eines ersten öffentlichen Angebots festgestellt hatte. Der Makler wurde mit 250 Millionen Rupiah (ungefähr S$18.000) bestraft und seine Betriebslizenz wurde für ein Jahr ausgesetzt, wie aus der Februar-Erklärung der OJK und nachfolgenden Offenlegungen hervorgeht.
Der IPO-Fall aus dem Jahr 2019
PT Kay Hian Sekuritas fungierte als Underwriter für den Immobilienentwickler PT Repower Asia Indonesia, der 2019 an die Börse ging. Jüngste Ermittlungen der OJK ergaben, dass vor Beginn des Handels Aktien, die für unabhängige Anleger reserviert waren, an acht Personen zugeteilt wurden, die in ihren Unterlagen zur Kontoeröffnung erklärt hatten, sie seien Mitarbeiter der Emittentenfirma. Die OJK stellte außerdem fest, dass der Aktienkauf durch UOB Kay Hian Credit finanziert wurde, ein in Singapur ansässiger Kreditgeber, der eine verbundene Einheit von PT Kay Hian Sekuritas ist.
Eine OJK-Quelle beschrieb diese Vereinbarung als eine „koordiniert angelegte Backdoor-Finanzierungsstruktur“. Laut der Quelle, die am 10. April von The Straits Times zitiert wurde: „Wenn ein Underwriter zulässt, dass die eigenen Mitarbeiter eines Unternehmens Aktien kaufen, indem sie Gelder verwenden, die direkt von einer verbundenen Einheit des Underwriters geliehen werden, beeinträchtigt das die Integrität eines öffentlichen Angebots und erzeugt ein falsches Gefühl für die Marktnachfrage. Das Ziel der Underwriter ist es, den Eindruck zu vermitteln, es gebe ein ausreichendes natürliches Interesse von Anlegern, obwohl die Aktien in Wirklichkeit eng von sogenannten Insider-Netzwerken kontrolliert wurden.“
Regulatorische Feststellungen der OJK
Die OJK kam zu dem Ergebnis, dass PT Kay Hian Sekuritas eine Position innehatte, um Unstimmigkeiten in den Beschäftigungsinformationen zu erkennen, die über ihre verbundene Einheit eingereicht wurden, dies jedoch nicht tat. Die Verwendung unzutreffender Informationen führte zu Verstößen gegen Indonesiens Kapitalmarktvorschriften, die Due-Diligence-Prüfungen und Verfahren der Aktienzuteilung regeln. Die OJK wies in ihrer Februar-Erklärung darauf hin, dass es strenge Regeln für Aktienzuteilungen bei IPOs für Insider gibt, um die Fairness des Marktes sicherzustellen.
Durchsetzung der Regulierung und Ausblick
Der OJK-Chef Friderica Widyasari Dewi hat zugesagt, die Überwachung und Strafverfolgung zu stärken, die Transparenz in Bezug auf die Daten zum wirtschaftlichen Eigentum von Aktien zu verbessern und die Governance über alle Marktteilnehmer hinweg zu verbessern. In einer kürzlichen Präsentation vor ausländischen Journalisten in Jakarta bezeichnete Dewi die Geldstrafe gegen PT Kay Hian Sekuritas als „einen großen Betrag“ und sagte: „Wir wollen allen zeigen, dass wir das sehr ernst nehmen. Wir sehen die Marktmanipulation als ein sehr ernstes Thema.“
PT Kay Hian Sekuritas reagierte nicht auf Anfragen nach einem Kommentar der The Straits Times.
Breiterer Marktkontext
Diese Durchsetzungsmaßnahme ist Teil einer umfassenderen Anstrengung indonesischer Behörden, die Aufsicht über die Kapitalmärkte nach einer volatilen Phase zu verschärfen. Bereits Anfang 2024 hatten Bedenken, die der globale Indexanbieter MSCI hinsichtlich der Marktransparenz äußerte, einen starken Verkaufsabfluss bei indonesischen Aktien ausgelöst. Die Behörden haben seitdem mehrere Untersuchungen zu IPO-Praktiken und Handelsaktivitäten gestartet.
Analysten bewerten die regulatorische Maßnahme positiv. Der Banking-Analyst Ivan Tan von S&P Global Ratings sagte, dass Indiens härtere regulatorische Haltung strengere Compliance-Standards fördern würde, was „das Vertrauen sowohl inländischer als auch ausländischer Anleger in die Kapitalmärkte des Landes stärken“ könnte. Fitch Ratings Direktor Roy Purnomo ergänzte: „Die (regulatory) Maßnahmen sollten, sofern sie konsistent umgesetzt werden, die Transparenz bezüglich der Aktieninhaberschaft in Zukunft verbessern. Sie sollten auch die Qualität neuer IPOs verbessern.“