US-Kongressabgeordnete verbieten Mitarbeitern, auf Polymarket und Kalshi zu handeln, der PREDICT-Gesetzentwurf fordert gleichzeitig Beschränkungen für Regierungsbeamte.

US-Abgeordneter Seth Moulton (Demokrat aus Massachusetts) kündigte an, ab dem 25. März alle Mitarbeiter seines Büros – einschließlich Wahlkreis-, Gesetzgebungs-, Öffentlichkeitsarbeit- und Verwaltungsmitarbeitern – vollständig zu verbieten, auf Plattformen wie Polymarket, Kalshi oder anderen Vorhersagemärkten mit Positionen zu politischen, legislativen, regulatorischen oder geopolitischen Themen zu handeln oder diese zu halten. Zudem ist es untersagt, nicht-öffentliche Informationen, die im Rahmen des öffentlichen Dienstes erlangt wurden, für Handelszwecke zu nutzen.

„Spielplatz für korrupte Insider“

Moulton erklärte in einer Stellungnahme: „Vorhersagemärkte sind zu einem Spielplatz für korrupte Insider geworden, die auf Wahlergebnisse, Kriege oder sogar den Tod öffentlicher Persönlichkeiten wetten. Das schafft eine verzerrte Anreizstruktur, die eine echte Bedrohung für die Gesellschaft in den USA darstellt.“

Hintergrund dieser Maßnahme sind mehrere Vorfälle, bei denen anonym agierende Trader in politisch sensiblen Ereignissen hohe Gewinne erzielten. Es besteht der Verdacht, dass Regierungsmitglieder nicht-öffentliche Informationen für Arbitrage nutzen – etwa vor der Bekanntgabe, dass Trump die Verhandlungen zur Iran-Politik vorübergehend aussetzt, bei der Trader massiv auf Rohöl setzten und 60 Millionen Dollar Gewinn machten, oder bei kontroversen Ereignissen wie der Festnahme von Maduro in Venezuela.

PREDICT-Gesetz: Erweiterung auf Präsident, Vizepräsident und politische Amtsträger

Am selben Tag brachten die parteiübergreifenden Abgeordneten Adrian Smith (Republikaner) und Nikki Budzinski (Demokratin) den PREDICT-Gesetzentwurf (Preventing Real-time Exploitation and Deceptive Insider Congressional Trading Act) ein, der einen erweiterten Geltungsbereich vorsieht:

  • Mitglieder des Kongresses, ihre Ehepartner und minderjährige Kinder

  • Präsident und Vizepräsident

  • Politische Amtsträger und andere hochrangige Beamte

Verstöße sollen mit einer zivilrechtlichen Geldstrafe von 10 % des Handelsvolumens belegt werden, und alle Gewinne sind an das US-Finanzministerium abzuführen.

Gesetzgebungswelle: Mehrere Vorschläge innerhalb einer Woche

Dies ist Teil einer intensiven Gesetzgebungsinitiative. Letzte Woche schlugen Senator Adam Schiff und John Curtis ein Verbot für Verträge im Zusammenhang mit Sportwetten auf Plattformen der CFTC vor; am Dienstag dieser Woche reichten Senator Chris Murphy und Abgeordneter Greg Casar den BETS OFF-Gesetzentwurf ein, der Märkte im Zusammenhang mit Terrorismus, Attentaten und Krieg betrifft.

Angesichts des legislativen Drucks haben Polymarket und Kalshi bereits proaktiv Maßnahmen gegen Insiderhandel verstärkt, inklusive strengerer Richtlinien und verbesserter Überwachungssysteme. Dustin Gouker, Analyst für Vorhersagemärkte, schätzt, dass weitere Kongressbüros ähnliche Verbote einführen werden, gibt aber auch zu bedenken: „Es ist wahrscheinlich unmöglich, Insiderhandel zu 100 % auszuschließen.“

Dieser Artikel über das Verbot von US-Kongressmitgliedern, bei Polymarket und Kalshi zu handeln, sowie den Vorschlag des PREDICT-Gesetzes, das Regierungsbeamte gleichzeitig einschränkt, erschien zuerst bei Chain News ABMedia.

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