
Der Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin skizzierte am 20. April in seiner Keynote auf der 2026 Hongkong Web3 Karneval die Roadmap zur Entwicklung des Ethereum-Protokolls für die nächsten vier bis fünf Jahre. Im Fokus stehen dabei vor allem die kurzfristige Skalierung, die Vorbereitung auf Post-Quantum-Kryptografie sowie die langfristige Verifikations-Infrastruktur, die sich auf ZK-EVM als Kern konzentriert.
Die wichtigsten Ausrichtungen der nächsten Hard Fork umfassen drei technische Säulen:
Skalierung: Erhöhung des Gas Limit, Einführung der parallelen Verarbeitung, neue Gas-Bepreisung sowie Verbesserungen der Synchronisierung des Knotenzustands. Ziel ist es, die Komponierbarkeit von Anwendungen beizubehalten und gleichzeitig den Durchsatz deutlich zu steigern.
Account-Abstraction (EIP-8141): Transaktionen als Aufruflisten zu definieren und nativ die Unterstützung von Smart-Contract-Wallets, Gas-Abdeckung durch Dritte, Signaturen mit Post-Quantum-Sicherheit sowie Datenschutzprotokollen bereitzustellen. Dies verbessert die Universalität und Sicherheit von Ethereum erheblich.
Erste Vorbereitung auf Post-Quantum-Kryptografie: Bereits existieren heute Post-Quantum-Signaturalgorithmen gegen Quantenangriffe (einschließlich Hash- und Gitter-basierter Ansätze) seit 20 Jahren, stehen jedoch vor Effizienz-Herausforderungen: Die Signaturgröße liegt bei etwa 2-3 KB, der Gas-Verbrauch on-chain bei rund 200.000. Zu den Lösungswegen gehören Optimierungen wie die Vektorisierung der Verarbeitung; dies wird derzeit aktiv erforscht.
Langfristig liegt der Fokus auf vier Dimensionen: maximal sichere Konsensfindung (im synchronen Netzwerk Toleranz für 49% Knotenausfälle, im asynchronen Netzwerk Beibehaltung einer 33%-Endgültigkeitsschwelle der Sicherheit), formale Verifikation (unter Nutzung von KI zur Erzeugung mathematischer Beweise), umfassende Quanten-Sicherheit sowie maximale Schlichtheit.
ZK-EVM-Ziele in drei Phasen:
2025: Erreichen der „ausreichenden Geschwindigkeit“, die für die verifizierende Ausführung von EVM in Echtzeit nötig ist
2026: „ausreichende Sicherheit“ für einen Teil der Knoten (z. B. unabhängige Staker)
2028: ZK-EVM wird zur dominierenden Methode für die Kettenverifikation und ermöglicht eine Ein-Slot-Endgültigkeit (1-3 Slots, etwa 10-20 Sekunden)
Das endgültige Ziel von ZK-EVM ist, dass leichte Geräte wie Smartphones und IoT-Geräte die Daten on-chain unabhängig verifizieren können und die Verifikation vollständig von der Zentralisierung befreit wird. Buterin brachte außerdem das Konzept der „vorausschauenden Tests“ vor: Selbst wenn das Kernentwicklungsteam verschwindet, sollte das Protokoll sicher und autonom weiterlaufen können.
EIP-8141 definiert Ethereum-Transaktionen als eine Reihe von Aufrufen, wodurch Smart-Contract-Wallets nativen Support erhalten. Gleichzeitig erlaubt es Dritten, die Gas-Kosten zu übernehmen, Datenschutzprotokolle zu integrieren sowie Post-Quantum-Signaturen anstelle der vorhandenen Elliptic-Curve-Signaturen zu verwenden. Dies verbessert die Flexibilität, den Datenschutz und die langfristige Quanten-Sicherheit von Ethereum erheblich.
Ethereum plant, die Bedrohung durch Quantenberechnungen über zwei Wege anzugehen: kurzfristig die Einführung von Post-Quantum-Signaturalgorithmen, die auf Hash- oder Gitter (Lattice-based) basieren, und durch vektorisierte Verarbeitung Effizienzverluste zu reduzieren; langfristig dann den Aufbau einer umfassenden Post-Quantum-Sicherheitsarchitektur durch ZK-EVM und formale Verifikation. Obwohl bestehende Post-Quantum-Algorithmen bereits ausgereift sind, liegt die Haupt-Herausforderung in der Signaturgröße von 2-3 KB und den Kosten von rund 200.000 Gas.
ZK-EVM wird schließlich ermöglichen, dass leichte Geräte wie Smartphones und IoT-Geräte die Daten auf der Ethereum-Kette unabhängig verifizieren können, ohne auf zentralisierte vollständige Knoten angewiesen zu sein. Dadurch sinkt erheblich das Risiko einer zentralisierten Verifikation. Gleichzeitig wird die Ein-Slot-Endgültigkeit von 1-3 Slots (10-20 Sekunden) die Zeit bis zur Bestätigung von Transaktionen deutlich verkürzen. Dies verbessert die Nutzererfahrung erheblich, während die dezentralisierte Sicherheit erhalten bleibt.
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