《Business Insider》 enthüllte am 22. Juni exklusiv, dass Worldcoin-Betreiber Tools for Humanity (TFH) in einen Dreifach-Skandal verwickelt sei: Bestechung in Thailand, WLD-Manipulation und finanzielle Misswirtschaft. Dies könnte die rote Linie der SEC-Marktmanipulationsregulierung überschreiten. WLD notierte am 26. Juni bei etwa 0,61 US-Dollar – ein Rückgang von rund 95 % gegenüber dem Allzeithoch von 2024.
Ursprung der beiden geheimen Untersuchungen: Thailand-FCPA-Verdacht und Verbindung zu Mauerberger-Pig-Butchering
Laut Business Insider konzentrierte sich die erste, von Sidley Austin geleitete Untersuchung auf die FCPA-Compliance des Thailand-Geschäfts. Die Ermittlungen ergaben, dass TFHs thailändische Geschäftspartner mit dem südafrikanischen Geschäftsmann Benjamin Mauerberger (alias Ben Smith) in Verbindung stehen. Mauerberger wird verdächtigt, in grenzüberschreitende „Pig Butchering“-Online-Betrugsmaschen verwickelt zu sein. Das thailändische Gericht hat bereits sein Vermögen eingefroren und einen Haftbefehl erlassen.
Ein offizieller TFH-Sprecher erklärte, das Unternehmen habe nach der Aufdeckung der wahren Identität des thailändischen Partners „sofort die Beziehung beendet und die Due-Diligence-Prüfung verschärft“ und betonte, „es gibt derzeit keine Tatsachen, die belegen, dass das Unternehmen oder Mitarbeiter gegen den FCPA verstoßen haben“. Die Ermittlungsergebnisse wurden zumindest teilweise dem Vorstand des Unternehmens vorgelegt, dem auch Sam Altman und CEO Alex Blania angehören.
Interne Untersuchung zu Fehlverhalten: Meldungen über private Kartennutzung und falsche Mitarbeiterklassifizierung
Die zweite Untersuchung wurde durch eine interne Whistleblower-Meldung ausgelöst und von O'Melveny & Myers und BDO durchgeführt. Die Vorwürfe umfassen: Führungskräfte, die Firmenkreditkarten für private Ausgaben und Wohnkosten nutzen, sowie die fälschliche Einstufung von Vollzeitmitarbeitern als Auftragnehmer, um Steuerpflichten zu umgehen.
Vorwürfe der Marktmanipulation von WLD-Token: Sechs- bis siebenstellige Summe könnte SEC-Rote-Linie berühren
Die Untersuchung erstreckte sich auch auf schwerwiegendere Vorwürfe der Marktmanipulation. Interne Anschuldigungen besagen, dass TFH-Führungskräfte die Zahlung einer enormen Summe im „sechs- bis siebenstelligen“ Bereich an eine ausländische Einrichtung genehmigt hätten, um den Wert des WLD-Tokens künstlich in die Höhe zu treiben. Sollte dies zutreffen, könnte dies gegen die SEC-Vorschriften zur Bekämpfung von Marktmanipulation verstoßen.
Derzeit notiert der WLD-Token bei etwa 0,61 US-Dollar – ein Rückgang von rund 95 % gegenüber dem Allzeithoch von 2024, was früheren Mitarbeitern und Investoren, die den Token halten, massive Verluste beschert hat.
TFH-Reaktion und aktuelle Unternehmenssituation: 15 % Entlassungen, Sperren in mehreren Ländern, 2,5-Milliarden-Bewertungskrise
Neben den oben genannten Untersuchungen stehen TFH weitere Herausforderungen bevor: Mehrere Länder wie Spanien, Indien und Indonesien haben den Betrieb aufgrund von Bedenken zur Erfassung biometrischer Daten gestoppt; die thailändischen Behörden setzten das Geschäft Ende letzten Jahres aus demselben Grund aus; im Juni 2026 wurde eine Entlassungswelle von rund 15 % durchgeführt (weltweit etwa 500 Mitarbeiter); TFH wurde einst mit 2,5 Milliarden US-Dollar bewertet, steht nun aber unter dem doppelten Druck von Regulierung und interner Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Welche potenziellen Auswirkungen hat der FCPA (Foreign Corrupt Practices Act) auf TFH?
Laut dem Bericht könnte TFH, falls die Ermittlungen einen Verstoß gegen den FCPA im Thailand-Geschäft bestätigen (z. B. Bestechung ausländischer Beamter oder unangemessene Verbindungen zu solchen Personen), mit strafrechtlichen Anklagen des US-Justizministeriums, zivilrechtlichen Geldstrafen und Geschäftsverboten rechnen. TFH gibt an, dass es derzeit keine Tatsachen gebe, die einen FCPA-Verstoß belegen, die Ermittlungen seien jedoch noch im Gange.
Was genau ist die operative Methode hinter den Vorwürfen der WLD-Token-Manipulation?
Laut dem Bericht wird behauptet, TFH-Führungskräfte hätten die Zahlung einer enormen Summe im „sechs- bis siebenstelligen“ Bereich an eine ausländische Einrichtung genehmigt, um den Marktwert des WLD-Tokens künstlich zu steigern. Derartige Handlungen fallen im regulatorischen Rahmen der SEC unter Marktmanipulation und könnten sowohl zivilrechtliche als auch strafrechtliche Konsequenzen haben. Einzelheiten wurden von Business Insider noch nicht vollständig offengelegt.
Welche Rolle spielt Sam Altman in diesem Vorfall?
Laut dem Bericht ist Sam Altman Mitbegründer von Worldcoin. Die Ermittlungsergebnisse wurden zumindest teilweise dem Vorstand vorgelegt, dem auch er angehört. Der Bericht beschuldigt Sam Altman nicht persönlich einer direkten Beteiligung an Fehlverhalten, aber als Vorstandsmitglied ist er über Teile der Untersuchungsergebnisse informiert.