Vorwürfe wegen Insiderhandel im Prognosemarkt eskalieren erneut – Nach dem Maduro-Vorfall hat die israelische Behörde offiziell eine Zivilperson und einen Reservisten der Verteidigungsarmee (IDF) angeklagt, weil sie angeblich geheime Militärinformationen genutzt haben, um auf Polymarket zu wetten und Gewinne zu erzielen. Das verdächtige Konto hat alle sechs Vorhersagen zu israelischen Militäroperationen richtig getippt und dabei über 150.000 US-Dollar Gewinn gemacht. Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag von Odaily mit dem Titel „Israelische Streitkräfte, fassen Insider auf Polymarket“, übersetzt und redaktionell bearbeitet von Dongqu.
(Frühere Zusammenfassung: Daten zeigen, dass Prognosemärkte 10 Millionen US-Dollar vorab „spoilerte“, dass Maduro gestürzt wird.)
(Hintergrund: US-Abgeordnete planen Gesetzesinitiativen gegen Insiderhandel durch Beamte bei Prognosemärkten! Polymarket verdächtigt, Informationen durch Leaks für die Maduro-Verhaftung genutzt zu haben.)
Inhaltsverzeichnis
Der ungleiche Informationsvorteil durch Insiderwissen ist ein dauerhaftes Streitpunkt bei Prognosemärkten wie Polymarket.
Bereits bei der Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch die US-Armee zeigten die Quoten auf Polymarket ungewöhnliche Schwankungen im Voraus (siehe „Wenn Krieg vor Nachrichten entschieden wird: Wie Prognosemärkte 6 Tage vorab die Maduro-Verhaftung „preisgünstig“ einschätzen“). Während man den Verdacht auf Insiderhandel damals noch mit „Pizzafaktor“ und Schwankungen erklären konnte, ist es diesmal eindeutig: Es gibt Beweise, dass jemand bei Polymarket auf Insiderinformationen gesetzt hat – das ist nun bestätigt.
Am 12. Februar berichtete die größte englischsprachige israelische Zeitung „The Jerusalem Post“, dass das Gericht in Tel Aviv am Montag gegen eine Zivilperson und einen Reservisten der israelischen Verteidigungsarmee (IDF) Anklage erhoben hat. Sie sollen geheime Militärinformationen genutzt haben, um auf Polymarket Gewinne zu erzielen. Das Gericht erklärte am Donnerstag, dass diese Handlungen im Krieg eine erhebliche Sicherheitsgefahr darstellen.
Laut einer vom Staatsanwalt genehmigten Erklärung wurden die Verdächtigen im Rahmen gemeinsamer Operationen des israelischen Sicherheitsdienstes Shin Bet, des Verteidigungsministeriums und der Polizei festgenommen. Ermittler vermuten, dass einige Reservisten ihre vertraulichen militärischen Zugänge genutzt haben, um auf den Ablauf militärischer Einsätze zu wetten und so Profit zu schlagen.
Nach diesen Ermittlungen erklärte die Staatsanwaltschaft, dass Beweise für die illegalen Handlungen des Zivilisten und des Reservisten vorliegen. Daher wurde Anklage wegen „schwerer Sicherheitsverbrechen“, Bestechung und Behinderung der Justiz erhoben. Gleichzeitig beantragte die Staatsanwaltschaft, die Untersuchungshaft bis zum Abschluss des Verfahrens zu verlängern.
Weitere Details des Falls sind aufgrund gesetzlicher Vorgaben noch eingeschränkt, etwa die Identität der Angeklagten, die konkreten Wettgegenstände und die verwendeten Informationskanäle.
Obwohl wir die wahre Identität und das Konto des Insider-Hackers noch nicht kennen, hat die Community auf X (ehemals Twitter) bereits ein Konto mit auffällig abweichendem Verhalten auf Polymarket identifiziert. Die „Jerusalem Post“ veröffentlichte in ihrem Bericht auch einen Screenshot der Gewinne dieses Kontos.
Wie im Bild zu sehen, hat der Nutzer „Rundeep“ im Juni 2025 Polymarket beigetreten und in sechs Vorhersagemärkten zu israelischen Militäroperationen eine Trefferquote von 100 % erzielt. Fünf dieser Vorhersagen wurden bei einer Wahrscheinlichkeit unter 50 % platziert, was letztlich zu einem Gewinn von über 150.000 US-Dollar führte.
Interessant ist, dass Odaily, die Planet Daily, herausgefunden hat, dass „Rundeep“ neben diesen sechs sicheren Vorhersagen auch einmal eine Fehlschätzung hatte. Diese betraf jedoch nicht Israel, sondern die Frage, ob die US-Armee am 21. Juni 2025 eine Aktion gegen den Iran starten würde – offenbar sind auch die besten Geheimdienste nicht unfehlbar.
Aufgrund der offenen und unregulierten Natur von Polymarket kann jeder frei wetten. Das bietet Menschen mit Insiderwissen eine bequemere Möglichkeit, Informationen in Geld umzuwandeln – durch Profitstreben sind diejenigen mit asymmetrischen Informationen oft kaum zu bremsen, was Insiderhandel begünstigt.
Wenn solche Vorfälle im Sport oder Entertainment passieren, sind die Auswirkungen noch kontrollierbar. Doch bei hochsensiblen Themen wie Politik oder Krieg können Insiderwetten eine Kettenreaktion auslösen, die kaum vorhersehbar ist und große Risiken birgt.
Im konkreten Fall: Wenn Gegner durch Insiderwissen auf Polymarket frühzeitig auf eine Aktion setzen, könnte das den weiteren Verlauf erheblich beeinflussen. Für Außenstehende mag das schwer vorstellbar sein, doch solche Szenarien können überall auf der Welt passieren.
In traditionellen Glücksspielen sind politische Wahlen, Gesetzesentscheidungen oder militärische Einsätze meist streng reguliert. Ob Prognosemärkte künftig ähnlich überwacht werden, ist unklar – es dürfte noch eine lange regulatorische Auseinandersetzung geben.
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