Amerikanischer Präsident Donald Trump hat am Dienstag auf der Social-Media-Plattform Truth Social einen Angriff gestartet und die traditionelle Bankenbranche beschuldigt, zu versuchen, die erste US-Regulierung für Stablecoins, das „GENIUS-Gesetz“, zu „bedrohen und zu zerstören“. Zugleich forderte er den Kongress auf, schnell ein umfassenderes Gesetz für die Struktur des Kryptowährungsmarktes, das „CLARITY-Gesetz“, zu verabschieden.
Trumps harte Haltung fällt in eine Zeit, in der die Auseinandersetzung zwischen Wall Street-Banken und der Kryptowährungsbranche auf Hochtouren läuft. Beide Seiten streiten heftig um das Gesetz zur Marktstruktur, wobei der größte Streitpunkt die Regulierung der „Stablecoin-Erträge“ ist (also die Zinsen oder Belohnungen, die Nutzer für das Halten von Stablecoins erhalten). Trump warnte in seinem Beitrag die Banken, das „CLARITY-Gesetz“ nicht als „Geisel“ zu missbrauchen, und betonte, dass diese Gesetzgebung ein unverzichtbares Werkzeug ist, um die Kryptowährungsbranche in den USA zu verankern:
Die USA müssen die Gesetzgebung zur Marktstruktur so schnell wie möglich abschließen! Die amerikanische Bevölkerung sollte ihr Geld für sich arbeiten lassen.
Während die Banken derzeit Rekordgewinne erzielen, dürfen wir nicht zulassen, dass sie unser großes Kryptowährungsprogramm behindern. Wenn das „CLARITY-Gesetz“ nicht zügig verabschiedet wird, werden diese Branchenvorteile letztlich an China oder andere Länder verloren gehen.
Das derzeit im Kongress diskutierte „Digital Asset Market Clarity Act“ (CLARITY-Gesetz) soll die Zuständigkeitsverteilung zwischen der US-Börsenaufsicht SEC und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) im Bereich der Kryptowährungen klären. Das Gesetz wurde im vergangenen Jahr im Repräsentantenhaus parteiübergreifend unterstützt und verabschiedet, doch bei der Überweisung an den Senat stießen die Bemühungen auf Hindernisse – der Senatsbankenausschuss verschob die Gesetzesberatung im Januar unbegrenzt, was den Gesetzgebungsprozess ins Stocken brachte.
Der Gesetzgebungsprozess des CLARITY-Gesetzes ist weiterhin umstritten, wobei die größte Differenz weiterhin zwischen Banken und der Krypto-Branche besteht, insbesondere im Kampf um „ob Drittanbieter Institutionen Zinsen auf Stablecoin-Einlagen anbieten dürfen“.
Der Ursprung dieses Streits liegt darin, dass das im letzten Jahr erfolgreich verabschiedete „GENIUS-Gesetz“ ursprünglich Banken unterstützen sollte. Es verbot explizit die Ausgabe von „zinsbringenden Stablecoins“ und untersagte Emittenten, Nutzern Zinsen zu zahlen. Es erlaubte jedoch nicht, dass DeFi-Protokolle, Börsen oder andere „Drittplattformen“ Erträge oder Belohnungen anbieten – was die Banken sehr unzufrieden machte. Sie versuchen nun, im Gesetzgebungsprozess des CLARITY-Gesetzes eine Kehrtwende zu erzwingen, um alle möglichen Ertragsquellen zu blockieren.
Insider berichten, dass Vertreter der Banken bereits einen Änderungsentwurf für die Handhabung der Stablecoin-Erträge eingereicht haben. Vor Trumps Dienstag-Post blieb das Weiße Haus und die Krypto-Industrie jedoch still.
Trump kritisierte erneut scharf: „Die Banken sollten nicht im Hintergrund das ‚GENIUS-Gesetz‘ behindern, noch sollten sie das ‚CLARITY-Gesetz‘ als Verhandlungschip missbrauchen. Sie müssen mit der Krypto-Industrie vernünftig verhandeln – das ist im besten Interesse der amerikanischen Bevölkerung.“
Früher hatte Trump eine letzte Frist gesetzt, um bis Ende Februar eine Einigung zu erzielen. Im vergangenen Monat hat das Weiße Haus mehrfach als Vermittler fungiert und geheime Treffen zwischen Banken und Krypto-Industrie organisiert, doch die Verhandlungen bleiben festgefahren. Obwohl der Senat noch Zeit hat, das Gesetz voranzutreiben, schrumpft das legislatorische Fenster mit Blick auf die Sommerpause und die bevorstehenden Zwischenwahlen 2026 zunehmend.
Am Montag äußerte sich Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, öffentlich und betonte, dass Stablecoin-Erträge ähnlich wie Bankprodukte streng reguliert werden sollten, und forderte die Schaffung „fairer Wettbewerbsregeln“.
Abgeordneter French Hill schlug eine Lösung vor: Der Senat sollte einfach die Version des Repräsentantenhauses übernehmen, um langwierige Debatten zu vermeiden und das Gesetz schnell zu verabschieden.
Das CLARITY-Gesetz könnte Mitte des Jahres verabschiedet werden! JPMorgan: „8 große Vorteile“ könnten den Kryptomarkt im zweiten Halbjahr anheizen.
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