Laut der Marktanalystin Diana haben ungefähr 60% der bei SWIFT gelisteten Banken mittlerweile eine gewisse Verbindung zu Ripple, was einen Wandel von traditioneller Rivalität hin zu Konvergenz in der globalen Zahlungsinfrastruktur markiert. Der Trend spiegelt eine zunehmende institutionelle Übernahme von blockchainbasiertem Settlement neben Altsystemen wider, statt dass das eine das andere ersetzt.
Von Rivalität zur Interoperabilität
Die SWIFT-gegen-Ripple-Debatte hat die beiden historisch als konkurrierende Systeme gerahmt – ein traditionelles Zahlungsnachrichten-Netzwerk im Gegensatz zu einer kryptonativen Infrastruktur. Allerdings deuten aufkommende Daten und Muster der institutionellen Übernahme auf eine komplexere Realität hin: Die Grenze zwischen den beiden Ökosystemen wird zunehmend durchlässig.
SWIFT hat stets argumentiert, dass die Zukunft der Zahlungen in Interoperabilität liegt – nicht in der Dominanz durch ein einziges Netzwerk. Diese Position passt zu beobachtbarem Bankverhalten, bei dem große Institutionen beide Systeme integrieren, statt sich zwischen ihnen zu entscheiden.
Doppelte Beteiligung großer Banken
Institutionen wie BBVA, BNP Paribas und Citi veranschaulichen diesen Trend, indem sie das neue blockchainbasierte Hauptbuch von SWIFT unterstützen und zugleich Ripple-Custody-Lösungen nutzen. Diese doppelte Beteiligung zeigt, dass Banken nicht mehr in isolierten Schienen arbeiten, sondern Interoperabilität priorisieren.
Strategische Integration und Zusammenarbeit
Die jüngste Entscheidung von Ripple Treasury, SWIFT als strategischen Partner zu integrieren, unterstreicht den Wandel hin zur Zusammenarbeit weiter. Anstatt um Dominanz zu konkurrieren, werden beide Systeme in Bankprozesse als Bestandteile eines hybriden Finanz-Ökosystems integriert.
In diesem entstehenden Modell bleibt SWIFT die zentrale Messaging-Schicht für das globale Banking, während Ripple die Settlement-Geschwindigkeit und die Bewegung der Liquidität stärkt. Das Ergebnis ist ein System für grenzüberschreitende Zahlungen, bei dem der Wert dadurch entsteht, wie gut Systeme miteinander verbunden sind – und nicht dadurch, welches einzelne Netzwerk vorherrscht.