Anthropic hat am 1. Juni 2026 einen vertraulichen Entwurf einer Registrierungserklärung auf Formular S-1 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht und damit den ersten formalen Schritt hin zu einem öffentlichen Angebot in der Nähe einer gemeldeten Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar gemacht.
- Kernaussagen:
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- Anthropic reichte am 1. Juni 2026 vertraulich ein S-1 bei der SEC ein und zielte auf eine IPO in der Nähe einer Bewertung von $965B ab.
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- Tokenisierte Pre-IPO-Produkte auf Solana fielen um 34 bis 40%, nachdem Anthropic im Mai 2026 Warnungen vor nicht autorisierten Übertragungen herausgegeben hatte.
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- Anthropic nannte 8 Plattformen, die nicht genehmigte Anteile verkaufen, und warnte, dass SPV-gestützte Token möglicherweise nur einen begrenzten oder gar keinen rechtlichen Wert haben.
Der Entwickler von Claude reichte die Einreichung im Rahmen der üblichen SEC-Verfahren für vertrauliche Prüfungen ein, die es Unternehmen in späten Entwicklungsphasen ermöglichen, den IPO-Prozess zu starten, ohne unmittelbar Umsätze, Margen oder Risikofaktoren offenzulegen. Das Unternehmen erklärte, dass sich das geplante Angebot von den Marktbedingungen abhängig machen werde und dass die Anzahl der Aktien und der Preis noch nicht festgelegt seien.
Was die Einreichung tut und was sie nicht bestätigt
Anthropic beschrieb die Einreichung als eine Art „Option, an die Börse zu gehen“, sobald die SEC ihre Prüfung abgeschlossen hat. Es ist kein Angebot fest eingeplant. Die jüngste Finanzierungsrunde des Unternehmens, eine Series H, setzte seine Post-Money-Bewertung auf ungefähr 965 Milliarden US-Dollar; diese Zahl würde – falls beibehalten – eine resultierende IPO zu den größten in der Marktgeschichte machen.
Zusammen mit der Ankündigung der Einreichung legte Anthropic zwei separate Updates offen: die Veröffentlichung von Claude Opus 4,8, einem Upgrade für Codierung, agentische Aufgaben und professionelle Workflows, sowie die Eröffnung eines neuen Büros in Mailand, dem sechsten Standort in Europa.
Der Token-Markt, der sich um Anthropic herum aufgebaut hat
Während Anthropic sein S-1 vorbereitete, war parallel bereits ein Markt entstanden. Krypto-native Plattformen, darunter Prestocks auf dem Solana-Netzwerk, emittierten synthetische Token, die über Special Purpose Vehicles an die Kursentwicklung von Anthropic-Aktien gekoppelt waren. Die Token wurden rund um die Uhr an dezentralen Börsen wie Jupiter DEX gehandelt und boten Retail-Investoren eine indirekte Teilnahme an der Kursbewegung von Anthropic – ohne Stimmrechte, Dividenden oder anerkanntes Eigentum.
Der Bedarf war beträchtlich. Ein Datenpunkt zeigte einen etwa 640%igen Kursanstieg bei Anthropic-Token von Ende 2025 bis in den April 2026 hinein; dadurch lagen die implizierten Bewertungen zwischen 850 Milliarden US-Dollar und 1,7 Billionen US-Dollar, deutlich über jeder offiziellen Runde.
Anthropics Warnung und die Folgen
Anthropic blieb nicht still. Ab Februar 2026, mit weiteren Updates im Mai 2026, veröffentlichte das Unternehmen eine detaillierte Investorenwarnung auf seiner Support-Seite. Die Erklärung machte drei Punkte klar:
- Jeder Verkauf oder jede Übertragung von Anthropic-Aktien erfordert eine ausdrückliche Genehmigung durch den Vorstand.
- Nicht autorisierte Übertragungen sind nichtig und werden auf der Cap-Table des Unternehmens nicht anerkannt.
- Tokenisierte Wertpapiere, SPVs, Terminkontrakte und ähnliche Strukturen sind ohne Genehmigung untersagt.
Das Unternehmen nannte zunächst acht Plattformen, die nicht autorisierte Exposition verkaufen, darunter Hiive für neue Angebote, Forge Global und Unicorns Exchange; später überarbeitete es diese Liste auf vier.
Die Warnungen trafen den Token-Markt direkt. Anthropic Prestocks und vergleichbare OpenAI-verknüpfte Token fielen innerhalb weniger Tage nach dem Update im Mai 2026 um 34% bis 40%. Anleger-Chatrooms reagierten mit Besorgnis, und einige Betreiber sekundärer Plattformen gingen öffentlich zurück und behaupteten, ihre Vereinbarungen hätten bereits eine vorherige Genehmigung gehabt.
Was das für Krypto-Trader bedeutet
Das Ereignis zeigt eine wiederkehrende Spannung bei hoch bewerteten privaten KI-Unternehmen. Die Nachfrage nach Liquidität läuft deutlich vor dem autorisierten Angebot davon. Diese Lücke schafft Bedingungen für synthetische Produkte – und synthetische Produkte bergen Risiken, die genehmigte Sekundärtransaktionen nicht haben.
Trader, die Anthropic-Token bis Mitte Mai hielten, erlitten reale Verluste – ohne Garantie, dass es irgendeinen Weg zu anerkannten Anteilen im Rahmen einer IPO geben wird. Anthropics Position ist, dass Übertragungen ohne Genehmigung durch den Vorstand auf den Büchern des Unternehmens wertlos sind, unabhängig davon, was tatsächlich den Besitzer gewechselt hat.
Der breitere KI-IPO-Rennen
Anthropics S-1 positioniert das Unternehmen in der Diskussion an den öffentlichen Märkten zumindest verfahrensseitig vor OpenAI. Gerüchte machen die Runde, dass OpenAI diese Woche dasselbe tut. Analysten werden darauf achten, ob sich daraus Rückschlüsse auf größere KI-Infrastruktur-Playbooks ableiten lassen – darunter Nvidia, Microsoft, Amazon und Google, die alle bedeutende Beteiligungen an Compute und Entwicklung für Frontier-KI haben. Wenn Anthropic seine IPO nahe an seiner privaten Bewertung bepreist, würde es an den öffentlichen Märkten erscheinen – begleitet von der Debatte, ob andere Frontier-Labs folgen.
Das vollständige S-1 bleibt vertraulich. Umsätze, Kostenstruktur, Governance-Details und Risikooden werden öffentlich, sobald Anthropic die offizielle Registrierungserklärung einreicht – voraussichtlich Wochen oder Monate vor irgendeinem tatsächlichen Angebot.