Bitcoin- und Gold-Exchange-Traded-Funds haben in den vergangenen zwei Wochen Abflüsse verzeichnet. JPMorgan-Analysten führen den Trend auf ein Abkühlen des „Debasement Trades“ zurück, der sich möglicherweise mit der Erwartung eines Iran-US-Abkommens verbindet. Der BlackRock-IBIT-Bitcoin-ETF verzeichnete am Mittwoch einen Abfluss von 527,8 Millionen US-Dollar, seinem zweitgrößten täglichen Abfluss seit dem Launch. Gleichzeitig verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs insgesamt 733,4 Millionen US-Dollar an Netto-Abflüssen am Mittwoch. Damit markierten sie laut SoSoValue-Daten ihre größten täglichen Abflüsse seit dem 29. Januar. Der „Debasement Trade“ bezieht sich darauf, dass Anleger Vermögenswerte wie Bitcoin und Gold als Absicherung gegen geopolitische Instabilität, Schwäche bei Fiat-Währungen, Inflation und damit verbundene wirtschaftliche Sorgen kaufen.
Marktdaten zu ETF-Abflüssen
Bitcoin-ETFs haben in den vergangenen zwei Wochen größere Abflüsse als Gold-ETFs verzeichnet, so JPMorgan-Analysten um Managing Director Nikolaos Panigirtzoglou. Der BlackRock-IBIT-Bitcoin-ETF erfasste am Mittwoch einen Abfluss von 527,8 Millionen US-Dollar. Insgesamt verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs am Mittwoch 733,4 Millionen US-Dollar an Netto-Abflüssen, laut SoSoValue-Daten. Bitcoin wird derzeit bei rund 72.750 US-Dollar gehandelt, ist damit in den vergangenen 24 Stunden um fast 3% gefallen, so die Bitcoin-Preisseite von The Block.
Analysteninterpretation der Dynamik des Debasement Trades
Die Abflüsse wirkten eher wie ein breiter Rückzug der Anleger aus dem Debasement Trade, möglicherweise in Erwartung eines Iran-US-Abkommens, statt wie eine Rotation von Bitcoin in Gold, sagten die JPMorgan-Analysten in einem Bericht. Bis Anfang dieses Monats habe Bitcoin Gold als Debasement-Trade nach dem Iran-Konflikt noch übertroffen, hatten die JPMorgan-Analysten festgestellt. Damals hätten Bitcoin-ETFs Zuflüsse angezogen, während Gold-ETFs zuvor verzeichnete Abflüsse nur schwer wieder ausgleichen konnten.
Futures-Markt und institutionelle Positionierung
Der gleiche Trend ist auch in den Futures-Märkten zu sehen, wo institutionelle Anleger laut den Analysten in den vergangenen zwei Wochen ihre Exposition sowohl gegenüber Bitcoin als auch gegenüber Gold reduziert zu haben scheinen. Bitcoin-Futures hätten sich stärker zurückgezogen, weil Bitcoin seit Beginn des Iran-Konflikts zu einer der wichtigsten Ausdrucksformen dieses Trades geworden sei, so die Analysten. Der Momentum-Signal-Framework von JPMorgan habe auf eine schwächere Positionierung von momentum-fokussierten Marktteilnehmern wie Commodity Trading Advisors bzw. CTAs hingewiesen. Der Aufbau der Positionen durch diese Trader habe in den vergangenen ein bis zwei Wochen in sowohl Bitcoin als auch Gold an Dynamik verloren, sagten die Analysten.