
Laut Berichten von Decrypt und einschlägigen Gerichtsunterlagen hat die inzwischen geschlossene Kryptobörse Bittrex in dieser Woche beim US-Bundesgericht in Seattle einen Antrag auf Klageabweisung eingereicht. Dabei beantragt das Unternehmen die Aufhebung des Vergleichs, den es im Jahr 2023 mit der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) geschlossen hatte, und fordert, dass die SEC die bereits gezahlten 24.000.000 US-Dollar an Strafe zurückerstattet.
Laut Berichten von Decrypt führte Bittrex-Anwälte in dem am Montag eingereichten Antrag auf Klageabweisung aus, die SEC habe – nachdem sie als rechtliche Grundlage den Status von Tokens als Wertpapiere angeführt und nach zweieinhalb Jahren nach einem Vergleich mit einer insolventen Krypto-Börse – bereits:
· eingeräumt, dass die ursprüngliche Rechtsauffassung, nach der ihre Einordnung von Tokens als Wertpapiere erfolgt sei, fehlerhaft war
· eingeräumt, dass ihre Durchsetzungsstrategie von Anfang an abweichend ausgerichtet war
· Klagen und Ermittlungen gegen nahezu alle Krypto-Unternehmen aufgehoben
Bittrex-Anwälte fordern nun, dass der Richter anordnet, die 24.000.000 US-Dollar zwingend zurückzugewähren, bevor die SEC die betreffenden Gelder an das US-Finanzministerium (Department of the Treasury) überweist und eine Entschädigung an frühere Kunden auszahlt.
Nach Angaben aus öffentlichen Aufzeichnungen hat die Trump-Regierung nach Amtsantritt der SEC unter dem derzeitigen Vorsitzenden Paul Atkins (Paul Atkins) unmissverständlich erklärt, dass die überwiegende Mehrheit der Krypto-Tokens keine Wertpapiere darstelle. Zudem habe die SEC nahezu alle Klagen gegen Krypto-Unternehmen und Börsen aufgehoben, darunter auch solche gegen Coinbase und Ripple. Die SEC hat außerdem eine Krypto-Arbeitsgruppe (Crypto Task Force) eingerichtet, die von Hester Peirce (Hester Peirce) geleitet wird, und eine Kooperationsvereinbarung mit der US-Warenbörsenaufsicht CFTC (CFTC) getroffen.
Laut Decrypt-Berichten hat die SEC im Jahr 2023 Klage gegen Bittrex eingereicht, weil das Unternehmen ohne Registrierung als nationale Börse, als Broker und als Clearingstelle tätig gewesen sei. Bittrex und der frühere CEO William Shihara (William Shihara) einigten sich. Dabei zahlten sie 24.000.000 US-Dollar (einschließlich 14.400.000 US-Dollar an Gewinn und Zinsen; der Rest entfiel auf Strafe). Beide Seiten hätten die jeweiligen Vorwürfe weder eingeräumt noch zurückgewiesen. Bittrex schloss sich außerdem im selben Jahr offiziell, nachdem das Unternehmen im Mai 11. Kapitel des US-Insolvenzrechts (Chapter 11) beantragt hatte.
Zusätzlich hatte Bittrex zuvor separat 29.000.000 US-Dollar an das US-Finanzministerium gezahlt – als Strafe für den deutlichen Verstoß gegen Sanktionen gegen den Iran, Kuba und Syrien.
Laut Decrypt-Berichten hat die SEC unter Trump im März 2026 die Verfahren gestartet, um die oben genannten 24.000.000 US-Dollar an das Finanzministerium zu überweisen und eine Entschädigung an die früheren Bittrex-Kunden zu zahlen, die Verluste erlitten haben.
Laut Decrypt-Berichten berufen sich Bittrex-Anwälte auf die Politikänderung der SEC in der Amtszeit der Trump-Regierung. Dabei machen sie geltend, die SEC habe öffentlich eingeräumt, dass die ursprüngliche Rechtsauffassung fehlerhaft gewesen sei, dass die Durchsetzungsstrategie eine Abweichung aufgewiesen habe und dass sie nahezu alle Klagen gegen Krypto-Unternehmen aufgehoben habe. Daraus folgert die Argumentation, dass Bittrex entsprechendem Rechtsschutz hätte erhalten müssen.
Laut Decrypt-Berichten hat die SEC im März 2026 das Verfahren eingeleitet, um die genannten Gelder an das US-Finanzministerium zu überweisen, mit dem Ziel, frühere Bittrex-Kunden zu entschädigen. Bittrex-Anwälte fordern derzeit, dass das Gericht eine Rückzahlung anordnet, bevor die Geldübertragung abgeschlossen ist.
Laut Decrypt-Berichten lehnte die SEC eine Stellungnahme zu dem laufenden Gerichtsverfahren ab.
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