Der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock hat in letzter Zeit bei der US-Börsenaufsicht SEC Unterlagen eingereicht und plant die Einführung zweier Geldmarkt-Fonds, die speziell für Stablecoin-Inhaber konzipiert sind: BSTBL und BRSRV. Das zeigt, dass BlackRock mit Nachdruck in die digitale Dollar-Ökonomie investiert. Diese beiden Produkte umfassen digitale Aktienkategorien innerhalb bestehender Fonds sowie neu eingerichtete tokenisierte Reserve-Tools. Sie sollen den Bedarf von kryptowährungsaffinen Anlegern an einem hocheffizienten Settlement decken. Die Maßnahme erfolgt genau in dem Moment, in dem sich in den USA der regulatorische Rahmen im Zuge des „Genius Act“-Gesetzes formt. Eine Klarstellung der Vorschriften beschleunigt die Übernahme von On-Chain-Reserve-Assets durch Institutionen.
BlackRock beantragt zwei tokenisierte Fonds und zielt auf den Stablecoin-Markt
Laut einem Bericht von Bloomberg zeigen die beiden von BlackRock eingereichten Tools eine detaillierte Ausrichtung auf den Markt für digitale Assets. Das erste Produkt ist eine Erweiterung um eine digitale Aktienkategorie für den „BlackRock Select Treasury Based Liquidity Fund“ (BSTBL), der auf einen Umfang von rund 6,1 Milliarden US-Dollar kommt. Der Fonds soll auf Ethereum laufen und investiert hauptsächlich in US-Treasury-Bills und Notes mit einer Laufzeit von bis zu 93 Tagen. Das zweite Produkt ist ein neu eingerichtetes „BlackRock Daily Reinvestment Stablecoin Reserve Vehicle“ (BRSRV). Dieser Fonds soll auf mehreren Blockchains laufen und ist speziell für Anleger entworfen, die ihre Finanzen über Krypto-Wallets verwalten. Die Tokenisierungstechnik ermöglicht es, dass traditionelle Vermögenswerte in Form digitaler Zertifikate auf einer Blockchain aufgeteilt und gehandelt werden können. Damit werden die zeitlichen Betriebsgrenzen des klassischen Broker-Systems durchbrochen.
Der „Genius Act“ und regulatorische Dynamik
Der zentrale Hintergrund für die Produktvorstellung ist die Verabschiedung des „Genius Act“-Gesetzes, das einen klaren bundesweiten Regulierungsrahmen für an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins schafft. Mit der zunehmenden Institutionalisierung des Stablecoin-Markts steigt die Nachfrage der Emittenten nach konformen Reserve-Assets, die einen Handel rund um die Uhr (24/7) ermöglichen und nahezu sofortige Abwicklungen bieten können. BlackRock löst diese Anforderungen, indem es Geldmarktfonds tokenisiert. Dadurch werden nicht nur die Probleme behoben, dass traditionelle Finanzmärkte am Wochenende und an Feiertagen nicht abwickeln können, sondern auch den Emittenten von Stablecoins eine transparente und hochliquide On-Chain-Reserve-Option geboten. Diese Strategie „erst die Regulierung, dann das Produkt“ hilft, die Umwandlungsreibungskosten zwischen traditionellen Assets und dezentralem Finanzwesen (DeFi) zu senken.
Explosives Wachstum des RWA-Markts
Die Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA) ist derzeit der Trend, der an der Wall Street am stärksten im Fokus steht. Laut Daten des Datenanbieters rwa.xyz ist der Marktwert tokenisierter Assets im vergangenen Jahr und etwas mehr um 410% stark gewachsen und erreicht inzwischen rund 31 Milliarden US-Dollar. Auch wenn der tokenisierte Markt im Vergleich zu den Größenordnungen von Billionen im Bereich klassischer Investmentfonds (Mutual funds) oder börsengehandelter Fonds (Exchange-traded funds, ETFs) noch in einer frühen Phase steckt, ist das Wachstumstempo nicht zu vernachlässigen. Der von BlackRock zuvor eingeführte „BlackRock USD Institutional Digital Liquidity Fund“ (BUIDL) hat aktuell bereits ein Volumen von 2,5 Milliarden US-Dollar. Das belegt das große Interesse institutioneller Investoren daran, Barmittel in On-Chain-Staatsanleihe-Produkte zu allokieren.
BlackRocks langfristige Vision für digitale Assets
BlackRocks Ausrichtung auf digitale Assets ist kein kurzfristiger Hype oder Spekulation, sondern basiert auf den langfristigen Einschätzungen seines CEO Larry Fink zur Veränderung der Markt-Infrastruktur. Fink hat in einem Schreiben an die Anleger mehrfach betont, dass letztlich alle Finanzanlagen tokenisiert werden. Das bringe eine höhere Effizienz der Kapitalnutzung, niedrigere Transaktionskosten und mehr Transparenz. Durch das kontinuierliche Ausbauen einer tokenisierten Produktlinie wie BUIDL, BSTBL und BRSRV baut BlackRock Schritt für Schritt eine umfassende digitale Finanzinfrastruktur auf. Das festigt nicht nur seine Position als größter Vermögensverwalter der Welt, sondern verschafft ihm auch in dem Prozess, in dem sich das traditionelle Finanzwesen ( TradFi) ) und die digitale Volkswirtschaft miteinander verbinden, eine Schlüsselrolle als Standardsetzer.
Der Artikel „BlackRock bringt zwei weitere tokenisierte Fonds heraus; BRSRV zielt auf den Stablecoin-Markt“ erschien zuerst bei 鏈新聞 ABMedia.