BuzzFeed hat zugestimmt, ungefähr 52% seiner Aktien an Allen Family Digital von Byron Allen für 120 Millionen US-Dollar zu verkaufen, wie Reuters berichtet. Die Transaktion soll bis Ende Mai abgeschlossen werden und macht Allen zum nächsten CEO des Unternehmens, während der Gründer Jonah Peretti Präsident von BuzzFeed AI wird.
Der Deal sieht vor, dass Allen Family Digital 40 Millionen Aktien zu 3 US-Dollar pro Aktie kauft, finanziert durch 20 Millionen US-Dollar in Vorauszahlung und eine 100 Millionen US-Dollar Promissory Note, die in fünf Jahren fällig wird und mit 5% jährlichem Zins verzinst ist. Am 11. Mai stiegen die Aktien von BuzzFeed nach der Bekanntgabe im erweiterten Handel um 156%.
Finanzielle Belastungen hinter dem Deal
BuzzFeed legte offen, dass das Unternehmen vor der Transaktion lediglich 6,8 Millionen US-Dollar Barmittel hatte, denen 60,4 Millionen US-Dollar Schulden gegenüberstanden. Das Unternehmen berichtete, dass diese finanziellen Bedingungen „erhebliche Zweifel“ daran aufkommen ließen, ob es als „Going Concern“ fortbestehen könne, so Reuters.
In seinen Ergebnissen für das erste Quartal meldete BuzzFeed einen Rückgang der Einnahmen um 12,4% auf 31,6 Millionen US-Dollar, während sich der Nettoverlust auf 15,1 Millionen US-Dollar ausweitete, da das Unternehmen unter Druck von Werbetreibenden stand, die ihre Ausgaben auf Plattformen wie TikTok und Instagram verlagerten.
Die Börse Nasdaq gewährte eine Ausnahme von ihren üblichen Regeln zur Zustimmung der Aktionäre und zu den Stimmrechten, nachdem der Prüfungsausschuss von BuzzFeed erklärt hatte, dass eine Verzögerung der Abstimmung „die finanzielle Tragfähigkeit von BuzzFeed ernsthaft gefährden“ würde, wie Reuters berichtete.
Strategische Ausrichtung unter neuer Führung
Der künftige CEO Byron Allen hat Pläne skizziert, BuzzFeed um kostenloses Streaming von Video, Audio und nutzergenerierten Inhalten zu erweitern, um mit Plattformen wie YouTube zu konkurrieren, so Reuters.
Nach dem Deal und der Umwandlung seiner Class-B-Aktien – die zusätzliche Stimmkraft mitbringen – wird Peretti voraussichtlich rund 2% des Unternehmens besitzen. Reuters zufolge ist dieses Ergebnis ein warnendes Beispiel für andere Mediengründer hinsichtlich der Kosten von Rettungsdeals.
Konsolidierungsmodell für digitale Verlage
Die Transaktion spiegelt ein breiteres Muster der Konsolidierung wider, bei dem erfahrene Medienmanager angeschlagene digitale Marken aufkaufen und neue Monetarisierungsstrategien umsetzen, so Reuters. Dieser Wandel markiert eine Abkehr von dem Werbe- und Social-Traffic-abhängigen Modell, das frühere digitale Verlage geprägt hatte, und drängt diese hin zu alternativen Erlösformaten, um zu überleben.