Eröffnung
Südkoreanische Staatsanwälte haben Park Mo und weitere Beteiligte wegen betrügerischen Handels im Zusammenhang mit dem auf Solana basierenden Memecoin CATFI angeklagt. Damit handelt es sich um den ersten Fall, der im Rahmen des Digital Asset User Protection Act wegen betrügerischer Handelsvorwürfe verfolgt wird, und zugleich um die erste Festnahme in einem Dezentralisierte-Börse (DEX)-Rug-Pull-Fall. Die Gruppe brachte CATFI Anfang 2025 über die Plattform pump.fun heraus und führte anschließend einen Rug Pull auf einer DEX aus. Dabei erzielten sie aus einem anfänglichen Investment von 10 Millionen Won unrechtmäßige Gewinne in Höhe von ungefähr 400 Millionen Won. Die Gemeinsame Ermittlungsabteilung für virtuelle Asset-Kriminalität der Staatsanwaltschaft des Südbezirks Seoul, geleitet von Chefstaatsanwalt Kim Yong-je, gab die Anklage am 27. bekannt. Dies markiert einen bedeutenden juristischen Präzedenzfall im Bereich der Krypto-Enforcement.
Die Täter setzten täuschende Taktiken ein, darunter falsche Social-Media-Werbung, aufgeblähte Followerzahlen und irreführende Mitteilungen, um Investoren anzulocken. Park Mo, der unter dem Influencer-Alias „EtherFather“ agierte, gab sich als nicht verbundene dritte Partei aus, die den Kauf der Münze empfiehlt, während er seine Beteiligung am Projekt verbarg. Der Plan führte dazu, dass 256 Investoren Verluste in einer Gesamthöhe von 900 Millionen Won erlitten, obwohl es ungefähr 6.000 Gesamt-Käufer gab. CATFI verzeichnete innerhalb von 26 Stunden nach dem Launch einen Kursanstieg um das 1.001-fache, bevor der Rug Pull erfolgte.
Fall-Details und Anklagepunkte
Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass die Handlungen der Angeklagten „die Verwendung betrügerischer Mittel, Pläne oder Machenschaften“ sowie „falsche Aussagen oder Darstellungen zu wesentlichen Angelegenheiten“ im Zusammenhang mit dem Handel mit digitalen Assets darstellen – beides nach dem Digital Asset User Protection Act verboten. Die Täter führten das Schema aus, indem sie Projekt-SNS-Konten einrichteten und verwalteten, die Followerzahlen manipulierten und falsche Werbeanzeigen veröffentlichten. Um ihre Kontrolle über das Asset und ihre Rug-Pull-Pläne zu verbergen, verteilten sie Coins auf mehrere Wallets und führten kreisförmige Transaktionen durch.
Zwei Angeklagte wurden festgenommen und wegen Marktmanipulation angeklagt, einer wurde ohne Festnahme angeklagt und zwei weitere Angeklagte wurden ohne Festnahme wegen Behinderung der Justiz angeklagt, im Zusammenhang mit der Unterstützung bei der Flucht des Haupttäters.
Rechtspräzedenzfall
Dieser Fall ist der erste mit dem Digital Asset User Protection Act für betrügerische Handelsvorwürfe – vorherige Enforcement-Fälle griffen auf Vorschriften zur Marktmanipulation zurück. Zudem handelt es sich um den ersten Fall, der betrügerisches Verhalten auf einer dezentralen Börse adressiert. Der erste Fall im Rahmen des Digital Asset User Protection Act betraf den Handel auf einer zentralisierten Börse.
Kontext: Memecoin-Plattformaktivität
Pump.fun ist eine auf Solana basierende Plattform, die die Ausgabe digitaler Assets ermöglicht, und sie ist zur wichtigsten Plattform für Memecoin-Launches geworden. Anfang 2025 kam es zu einem starken Wachstum bei der Ausgabe von Solana-basierten Memecoins, was zur gestiegenen Beliebtheit der Plattform beitrug. Memecoins, die die Begriffe „meme“ und „coin“ kombinieren, können von jedem Nutzer ausgegeben werden, wodurch sie anfällig für Betrugsschemata sind.
Stellungnahme der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft des Südbezirks Seoul erklärte: „Auf Grundlage von rechtlicher Fachkenntnis im Bereich der digitalen Asset-Kriminalität werden wir entschlossen auf Handlungen reagieren, die den Markt für digitale Assets stören und das Vertrauen der Öffentlichkeit schädigen.“