
Laut CoinTelegraph, das am 26. Mai auf X unter Berufung auf Follow the Crypto berichtete, haben eine politische Aktionskommission (PAC) rund um Krypto sowie Führungskräfte aus der Branche im US-Wahljahr 2026 mehr als 500 Millionen US-Dollar investiert: Krypto-Unternehmen und nahestehende Personen haben dabei über 320 Millionen US-Dollar beigetragen; das ist das 11-Fache der Gelder, die in die Demokraten fließen, zugunsten der Republikaner.
Spenden auf Unternehmensebene und Ebene von Führungskräften: Die an die Republikaner gehenden Spenden sind um mehr als das 11-Fache höher als die an die Demokraten – dies ist die größte Differenzkennzahl, die von Follow the Crypto bestätigt wurde, und spiegelt eine systematische Bevorzugung der Krypto-Industrie für Positionen wider, die die finanzielle Regulierung der Republikaner weniger streng gestalten.
Super-PAC-Ebene: Im Super-PAC-Wahlzyklus 2026 wurden bereits 49 Millionen US-Dollar ausgegeben; davon gingen 23,4 Millionen US-Dollar an Unterstützung für die Republikaner und 11,3 Millionen US-Dollar an Unterstützung für die Demokraten; zudem lagen die Ausgaben gegen die Demokraten um fast 2 Millionen US-Dollar über den Ausgaben für die Demokraten.
Gesamte PAC-Ebene: Die gesamten Ausgaben der Krypto-PACs liegen inzwischen bei über 245 Millionen US-Dollar; Stand der Berichterstattung werden noch mehr als 245 Millionen US-Dollar an Bargeld gehalten (was bedeutet, dass der Spielraum für künftige Ausgaben nach wie vor groß ist).
Demokratische Senats-Vorwahl in Illinois (März 2026): Krypto-PAC gab über 10 Millionen US-Dollar aus, um gegen Juliana Stratton vorzugehen (entspricht fast dem gesamten Fundraising-Volumen von Stratton); Ergebnis: Stratton gewann mit über 7% der Stimmen – der Angriffsfeldzug der Krypto-PAC scheiterte.
Demokratische Vorwahl im 13. Kongresswahlbezirk in Georgia (diese Woche): Krypto-PACs an Jasmine Clark gewährte externe Ausgaben erreichten 4,2 Millionen US-Dollar (mehr als das 9-Fache ihrer selbst gesammelten Wahlkampfgelder); Clark gewann mit 56% der Stimmen; Wahlanalyst Matt Klein bemerkte, dass Trumps Vorsprung der Wahlkampagne nicht darauf zurückzuführen sei, dass Wähler die Krypto-Branche befürworten, sondern darauf, dass der Gegner nicht genug Geld hatte, damit die Wähler die Herkunft dieser Gelder überhaupt einordnen konnten.
Demokratische Senats-Vorwahl in Alabama (diese Woche): Barry Moore erhielt 7,8 Millionen US-Dollar von einer Krypto-PAC (nahezu das 4-Fache der Summe, die der Gegner einwerben konnte); Moore belegte in der Vorwahl zwar den ersten Platz, erhielt jedoch keine Mehrheit und ging in die Stichwahl (gegen Jared Hudson in der zweiten Runde).
Nach dem US-Wahlrecht ist die direkte Spende eines normalen PAC an das Wahlkampfkomitee eines Kandidaten durch einen von der Federal Election Commission (FEC) festgelegten Höchstbetrag begrenzt; Super-PACs (Independent Expenditure Committees) dürfen hingegen gemäß dem „Citizens United“-Urteil des US Supreme Court von 2010 unbegrenzt Gelder von Unternehmen, Gewerkschaften und Einzelpersonen einsammeln, dürfen aber keine direkten Spenden an das Wahlkampfkomitee eines Kandidaten leisten. Die von Follow the Crypto verfolgten 500 Millionen US-Dollar umfassen damit sowohl direkte Spenden (begrenzt) als auch die unabhängigen Ausgaben von Super-PACs (ohne Obergrenze) sowie individuelle politische Spenden von Unternehmen und Führungskräften.
Fairshake ist derzeit die größte Krypto-PAC. Hinter der von ihr behaupteten „sechs von sechs“-Siegrate stehen zwei wichtige Hintergründe: Erstens werden alle Republikaner-Kandidaten, die sie unterstützt, zugleich auch von Donald Trump befürwortet; in Wahlbezirken mit republikanischem Übergewicht ist die Trump-Befürwortung selbst ein starker Bonus. Zweitens werden in den Wahlkampfmaterialien der profitierenden Kandidaten keinerlei Erwähnungen von Kryptowährungen gemacht, was bedeutet, dass die Kandidaten wegen anderer Positionen und nicht deshalb gewinnen, weil Wähler eine krypto-freundliche Haltung unterstützen. Die Beobachtung von Wahlanalyst Matt Klein stützt das: Krypto-Gelder sind am wirksamsten, wenn es an Gegenkampagnen gegen die eigene Botschaft fehlt – nicht wenn Wähler das Krypto-Thema aktiv befürworten.
Die neuesten Umfragen zeigen derzeit, dass die Demokraten in den landesweiten Umfragen zu den Parlamentswahlen 2026 einen Vorsprung von fast 20 Jahren größter Größenordnung haben; Hauptgründe sind u. a. der Rückgang der Zustimmungswerte zur Unterstützung durch die Trump-Regierung (u. a. wegen des Iran-Kriegs, der Wirtschaftspolitik, der Migrationspolitik). Gleichzeitig hängen die endgültigen Ergebnisse bei US-Midterms jedoch auch von der Wahlkreiszuschnitts-Praxis (Gerrymandering), den konkreten Wahlkampfbedingungen in den einzelnen Bezirken und der Wahlbeteiligung ab; ein Vorsprung in landesweiten Umfragen entspricht daher nicht direkt einem Vorteil bei den Sitzen. Krypto-PACs halten aktuell noch über 245 Millionen US-Dollar als Bargeldreserve; wie diese Mittel künftig eingesetzt werden – insbesondere in umkämpften, unentschiedenen Wahlbezirken – wird bestimmen, wie groß der tatsächliche politische Einfluss sein wird.
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