Laut Jin10 erklärte der EZB-Gouverneursratsmitglied Stournaras am 16. Mai, dass moderate Zinserhöhungen die Inflation dämpfen können, ohne dabei nennenswerten wirtschaftlichen Schaden zu verursachen. Er betonte, falls die Inflation vorübergehend über die Zielwerte hinausgeht, sollte die Zentralbank einen schrittweiseren Ansatz bei der Straffung der Geldpolitik verfolgen, um so die weitere Ausbreitung der Inflation zu begrenzen und gleichzeitig die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Aktivität zu minimieren.
Stournaras warnte, dass die Unsicherheit zunimmt, unter anderem wegen möglicher Schäden an der Energieinfrastruktur in der Golfregion, was den Inflationsdruck mittelfristig verlängern könnte. Er stellte fest, dass längere Lieferzeiten und steigende Input-Kosten auf wachsenden Druck in den Lieferketten hinweisen, derzeit jedoch kein starker Beleg für einen Zweitrunden-Inflationseffekt vorliegt. Die EZB wird weiterhin alle verfügbaren Daten bewerten und bereit bleiben, die Politikzinsen auf ein Niveau festzulegen, das mit der Preisstabilität im mittleren Zeithorizont vereinbar ist.