Eneos Holdings gab am 14. Mai bekannt, dass es von US-Ölkonzern Chevron für rund 2,2 Milliarden US-Dollar eine 50%-Beteiligung an der Singapore Refining Company sowie weitere Vermögenswerte in ganz Südostasien und Australien übernehmen wird. Damit markiert das Vorhaben den ersten Raffinerie-Einstieg des japanischen Unternehmens außerhalb Japans. Der Deal, der die Vermögenswerte von Chevron in Vietnam, Australien, den Philippinen und Malaysia umfasst, soll laut Eneos im Jahr 2027 abgeschlossen werden.
Deal-Struktur und Vermögenswerte
Die Übernahme umfasst die Beteiligung von Chevron an der Singapore Refining Company (SRC), die eine Raffinerie mit einer Kapazität von 290.000 Barrel pro Tag in Singapur betreibt. PetroChina hält den weiteren 50%-Anteil über seine Tochtergesellschaft Singapore Petroleum Co. Der Deal schließt außerdem den Penjuru-Terminal sowie eine Schmierstoff-Anlage von Chevron in Singapur ein, die über eine Lagerkapazität von etwa 400.000 Kubikmetern verfügt, was ungefähr 2,5 Millionen Barrel Öl entspricht.
Strategische Begründung
Eneos Holdings CEO Tomohide Miyata sagte: „Diese Investition ist ein bedeutender Schritt zur Stärkung der Geschäftsplattform, die Japan mit Südostasien und Ozeanien verbindet.“ Chevrons Präsident für Downstream-, Midstream- und Chemiegeschäfte, Andy Walz, erklärte, die Vereinbarung „spiegelt Chevrons disziplinierten Ansatz wider, sein internationales Portfolio zu steuern“, und wies darauf hin, dass Chevron Raffinerie- und Lageranlagen in Asien veräußern wolle, um Abläufe zu straffen und Kosten zu senken.
Laut Sushant Gupta, Direktor für Asia-Pacific-Raffinerie- und Ölforschung bei Wood Mackenzie, wird die Akquisition für Eneos strategisch wichtig sein, da „der heimische Markt in Japan gesättigt ist und voraussichtlich zurückgehen wird“, und die Übernahme eines Kraftstoffterminals in einem der größten Öl-Lager- und Mischstandorte der Welt die Handelsfähigkeiten von Eneos ausbauen wird, insbesondere bei raffiniertem Kraftstoff.
Ambitionen für die Expansion von Eneos
Eneos betreibt derzeit neun Raffineriekomplexe in Japan, darunter ein Joint Venture mit PetroChina. Das Unternehmen will seine Auslandsaktivitäten deutlich ausbauen, die derzeit nur knapp unter 20% des Umsatzes ausmachen. Miyata sagte: „Was unsere Auslandsaktivitäten betrifft, die derzeit knapp unter 20% des Umsatzes ausmachen, beabsichtigen wir, diese M&A als Katalysator zu nutzen, um diesen Anteil deutlich zu erweitern – einschließlich durch künftiges Wachstum in unserem Handelsgeschäft – mit dem Ziel, ihn bis zum Geschäftsjahr 2030 auf mehr als 50% anzuheben.“
Miyata ergänzte, dass die Akquisition von Chevron allein nicht ausreichen werde, um dieses Ziel zu erreichen: „Wir wollen das Ziel durch künftige Auslands-M&As erreichen, und wir unternehmen bereits Schritte in diese Richtung.“
Marktumfeld
Der Verkauf der SRC-Beteiligung ist der zweite große Raffinerie-Deal in Singapur nach dem Verkauf des Bukom-Raffinerie- und petrochemischen Komplexes von Shell im Jahr 2024. Chevron hatte zuvor seine Hongkong-Retail-Stationen an den thailändischen Raffinerer Bangchak Corp für 270 Millionen US-Dollar verkauft. Morgan Stanley wurde von Chevron beauftragt, den Verkauf der Raffineriebeteiligung und weiterer asiatischer Vermögenswerte abzuwickeln.