Laut seinem 13F-Dokument, das die Harvard Management Company bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat, hat das Unternehmen seine gesamte Position im iShares Ethereum ETF von BlackRock im Wert von 87 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2026 verkauft. Das Stiftungsvermögen hatte die Position im vierten Quartal 2025 eröffnet und sie ungefähr drei Monate gehalten, bevor es vollständig ausstieg. Der Verkauf fand statt, als Ethereum Anfang 2026 stark fiel und im Februar in den Bereich von 1.800 US-Dollar rutschte, während der breitere Kryptomarkt mit Gegenwind bei Anlegern zu kämpfen hatte. Spot-Ethereum-ETFs verzeichneten in den neuesten Daten insgesamt Nettoabflüsse von 32,57 Millionen US-Dollar und verlängerten damit eine Abflussserie auf neun Tage. Harvard lieferte keine öffentliche Begründung für den Verkauf, obwohl sich die Transaktion auf ETF-Anteile bezog und nicht auf Ethereum, das direkt onchain gehalten wurde.
Harvards Ethereum-ETF-Exit und breitere Anpassungen im Portfolio
Die Harvard Management Company verwaltet das Stiftungsvermögen der Harvard University und meldet bestimmte öffentliche Beteiligungen über vierteljährliche 13F-Einreichungen. Die Ethereum-ETF-Position bedeutete einen vollständigen Exit erst ein Quartal, nachdem sie im Portfolio aufgetaucht war. Zusätzlich zum Ethereum-Verkauf senkte Harvard seine Exponierung gegenüber Gold, Nvidia, TSMC und Broadcom. Das Stiftungsvermögen reduzierte außerdem einen Teil seiner Bitcoin-ETF-Position, indem es 2,3 Millionen Aktien des iShares Bitcoin Trust von BlackRock verkaufte. Trotz dieser Reduzierung hielt Harvard weiterhin ungefähr 117 Millionen US-Dollar an Bitcoin-ETF-Exponierung, gegenüber etwa 442 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2025. Die verbleibende Bitcoin-Position zeigt, dass das Stiftungsvermögen nicht vollständig aus der kryptobezogenen ETF-Exponierung ausgestiegen ist.
Ethereum-Marktentwicklung und nachlassende Stimmung
Die Marktentwicklung von Ethereum hat die Anlegerstimmung belastet. ETH fiel über mehrere Zeiträume hinweg, darunter in der vergangenen Woche, den vergangenen zwei Wochen und im vergangenen Monat, mit einem Rückgang von ungefähr 10% im Vergleich zum Vormonat. Sozialdaten spiegelten eine schwächere Stimmung unter Händlern wider: Während die Ethereum-Diskussion anstieg, fiel der Preis. Das deutet darauf hin, dass sich der Fokus eher auf Frustration und Sorge verlagerte als auf Preisdynamik. Das Verhältnis von bullischen zu bärischen Kommentaren sank, was auf eine geringere Zuversicht rund um ETH hindeutet. Ethereum steht zudem unter Druck durch schwächere Onchain-Aktivität im Vergleich zu früheren Zyklus-Höchstständen. Tägliche aktive Adressen und das Netzwerkwachstum kühlten von stärkeren Niveaus ab, die 2024 und 2025 zu sehen waren. Eine geringere Beteiligung könnte beeinflussen, wie Händler die Nachfrage nach ETH einschätzen.
Institutionelle Bitcoin-Nachfrage im Kontrast zu Ethereum-Abflüssen
Der Verkauf des Ethereum-ETFs von Harvard erfolgte, während andere große Investoren weiter Bitcoin-Exponierung aufstockten. Abu Dhabis Mubadala erhöhte seine Bitcoin-Bestände auf 566 Millionen US-Dollar, nachdem zuvor sechs Quartale in Folge gekauft worden war. JPMorgan steigerte seine IBIT-Position um 174%, wie in den angeführten Daten angegeben. Dieser Kontrast verdeutlicht, dass einige Institutionen in der aktuellen Marktphase Bitcoin-ETFs Ethereum-ETFs vorziehen. Bitcoin hat die stärkere institutionelle Nachfrage beibehalten, während Ethereum stärker unter ETF-Abflüssen und schwächerer relativer Performance gelitten hat. Ethereum bleibt eines der größten Entwickler-Ökosysteme im Kryptobereich, und die Netzwerkentwicklung läuft weiter über Infrastruktur, Skalierung und Anwendungen. Allerdings hat sich die Aufmerksamkeit von Retail- und institutionellen Akteuren stärker auf Preisperformance, Mittelzuflüsse und konkurrierende Ökosysteme wie Solana und BNB Chain verlagert.