Meltem Demirors sagt: Banken gewinnen, während Bitcoin-ETFs Kryptos in den Orbit von Wall Street ziehen

Coinpedia
BTC-0,75%
ZEC-8,63%

Kryptowährung befindet sich in einer Identitätskrise, während sich die Kluft zwischen ihren dezentralen Ursprüngen und der heutigen institutionell geprägten Einführung immer weiter öffnet, so argumentiert Meltem Demirors.

  • Kernaussagen:
    • Meltem Demirors sagte bei Fox Business, dass Spot-ETFs eine institutionelle Identitätskrise ausgelöst hätten.
    • Puristen befürchten, dass Asset Manager aus Wall Street die Nutzung ausbremsen und Bitcoin damit nur noch zu einem spekulativen Risikowerte-Asset machen.
    • Als Nächstes: Krypto könnte sich darauf verlagern, als Infrastruktur für KI zu dienen, oder weiterhin als wirtschaftliche Lebensader in der Globalen Süden unterstützen.

Das institutionelle Paradox

Meltem Demirors, Gründerin und Managing Partner des Early-Stage-Fonds Crucible, argumentiert, dass der institutionelle Zugang Bitcoin nicht nützlicher gemacht habe. Stattdessen habe er eine Identitätskrise ausgelöst, indem Krypto in genau das Finanzsystem eingezogen werde, das es eigentlich stören sollte. Im Rahmen eines jüngsten Interviews bei Fox Business habe Demirors insbesondere Spot-Bitcoin-Exchange-Traded-Funds (ETFs) als eine Entscheidung herausgestellt, die ihre These stützt.

„Meiner Ansicht nach hat [that] Krypto eine Identitätskrise. Bitcoin in einen ETF zu stecken, hat nichts dazu beigetragen, Bitcoin nützlicher zu machen. Ich habe 11 Jahre meines Lebens mit großer Begeisterung darauf verwendet, die Chance zu nutzen, mit Bitcoin und Krypto das Finanzsystem zu verändern. Am Ende haben die Banken gewonnen“, sagte Demirors in dem Interview.

Auf cyberpunkartigen Idealen aufgebaut, sollte Bitcoin ein dezentrales, Peer-to-Peer-E-Cash-System sein, das Zentralbanken umgeht und außerhalb traditioneller Finanzstrukturen operiert. In den letzten Jahren jedoch hat sich der Fokus darauf verlagert, eine Infrastruktur zu schaffen, um institutionelle ETFs zu unterstützen und Wall-Street-Kapital aufzunehmen. Das gilt zusätzlich zu seiner Verwendung als Investment- oder Spekulationsasset.

Ein wesentlicher Bestandteil von Demirors’ aktueller These ist, dass sich Krypto von einem rein alternativen Finanznetzwerk wegbewegt hin zu einer grundlegenden Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI). Damit verschiebt sich die Identität von Krypto von einer „Alternative zu souveränen Währungen“ hin zu einer B2B-Technologie-Nutzschicht, die grundlegend verändert, wer es nutzt und warum.

Die als Wendepunkt wahrgenommene Entwicklung bei Bitcoin entfremdet zunehmend frühe Unterstützer der Kryptowährung. Einige, wie Mark Cuban, werfen inzwischen den Großteil ihrer Coins ab. Andere preisen nun Coins wie Zcash als digitale Assets, die weiterhin den Gründungsprinzipien von Krypto treu bleiben.

Doch Pragmatiker haben Demirors’ Behauptungen zurückgewiesen. Sie sind der Ansicht, dass die Integration von Krypto nicht nur in traditionelle Finanzsysteme, sondern auch in politische Kampagnen und regulatorische Rahmenwerke eine notwendige Reifung sei. Für diese Fraktion erfordern Überleben und Skalierung, nach den Regeln des traditionellen Finanzwesens und der staatlichen Infrastruktur zu spielen. Andere, etwa die Social-Media-Nutzerin Shekina Job, glauben, dass genau diese aktuelle Ausgestaltung das ist, was Krypto braucht.

„ Krypto braucht keine Identitätskrise. Es braucht Wahlmöglichkeiten, Selbstverwahrung für Puristen und ETFs für Alltagsanleger. Dieses Gleichgewicht ist bullish für Amerika“, sagte Job in einem X-Post.

Doch für Puristen gilt diese institutionelle Umarmung als Verwässerung der Kernprinzipien von Krypto. Sie argumentieren, dass die Technologie ihre Anti-Establishment-Ausrichtung verliert, wenn große Vermögensverwalter die Richtung des Marktes vorgeben. Dann wird sie zu einer weiteren Anlageklasse mit „Risk-on“-Charakter, eng korreliert mit Tech-Aktien und Zyklen der makroökonomischen Liquidität.

Während andere zwar glauben, dass ETFs Bitcoin zugänglicher gemacht haben, stimmen sie in Demirors’ Hauptargument überein. Ein Social-Media-Nutzer sagte, Bitcoins fehlende Nutzung mache es im Grunde zu einem spekulativen Asset.

„ETFs haben den Zugangskampf gewonnen, aber sie hat recht, dass die Nutzbarkeit ins Stocken geraten ist — Kursbewegungen ohne Anwendbarkeit sind nur Spekulation mit zusätzlichen Schritten“, sagte der Nutzer.

Während westliche Märkte darüber debattieren, ob Bitcoin als radikale finanzielle Alternative bestehen bleibt oder sich lediglich in eine Back-End-Software-Schicht für das Enterprise-Geschäft von Wall Street verwandelt, hat der Globale Süden die Theorie komplett übersprungen. In den Entwicklungsökonomien dienen Bitcoin und Stablecoins bereits als entscheidende wirtschaftliche Lebensadern für Millionen gewöhnlicher Bürger. Weit entfernt von der spekulativen Hysterie und dem institutionellen Hype, der die ETF-Starts von 2024 umgab, funktionieren dezentrale digitale Assets ganz still als sichere Wertaufbewahrung gegen eine grassierende Inflation — und bieten eine nahtlose Infrastruktur für reibungslose grenzüberschreitende Remittances.

Disclaimer: The information on this page may come from third-party sources and is for reference only. It does not represent the views or opinions of Gate and does not constitute any financial, investment, or legal advice. Virtual asset trading involves high risk. Please do not rely solely on the information on this page when making decisions. For details, see the Disclaimer.
Kommentieren
0/400
Keine Kommentare