Der Facebook-Mutterkonzern Meta Platforms hat nach Börsenschluss die Finanzergebnisse für das erste Quartal veröffentlicht. Zwar fielen sowohl Umsatz als auch Gewinn besser als die Markterwartungen aus, doch die Aktie stürzte nachbörslich dennoch um 7% ab. Meta hat die Prognose für die gesamten Investitionen in Sachanlagen (CapEx) stark nach oben angepasst, was bei den Marktteilnehmern Sorgen über die Rentabilität der Investitionen in die Künstliche Intelligenz (KI)-Infrastruktur auslöst.
Meta erhöht die CapEx, die Aktie fällt nachbörslich um 7%
Meta hat die Prognose für die gesamten CapEx für das Jahr auf 125 bis 145 Milliarden US-Dollar angehoben, was gegenüber der vorherigen Schätzung um etwa 7,4% mehr entspricht. Das Management nannte gestiegene Preise für Hardware-Komponenten sowie höhere Kosten für den Aufbau von Rechenzentren als Hauptgründe. Obwohl Meta aktiv in den Aufbau einer KI-Infrastruktur investiert, führen der enorme Kapitalbedarf und die damit verbundenen Mittelanforderungen zu Zweifeln auf Seiten des Marktes. Anleger befürchten, dass diese rekordhohen Kapitalausgaben nicht schnell genug in realen Gewinn umgewandelt werden können, was den Spielraum für den Unternehmensgewinn verringern würde; diese Erwartungshaltung führte unmittelbar zu einer deutlichen Korrektur des Aktienkurses nach Börsenschluss.
Umsatz wächst um 33% gegenüber dem Vorjahr, aktive Nutzer sinken aufgrund geopolitischer Risiken
Meta erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 56,3 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 33% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht; der Nettogewinn lag bei 26,8 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten ist ein einmaliger, nicht zahlungswirksamer Steuervorteil von 8 Milliarden US-Dollar, der aus einer US-Steuerpolitik resultiert, die im Juli unterzeichnet und wirksam wurde. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) lag bei 7,31 US-Dollar, über den erwarteten 6,79 US-Dollar. Allerdings sank die Zahl der täglich aktiven Nutzer auf allen Plattformen nur leicht auf 3,56 Milliarden, was einen ersten Rückgang darstellt. Meta gab an, dass der Krieg im Iran und die „von Russland verhängten Zugangsrestriktionen für WhatsApp“ die Gründe dafür seien, dass das Unternehmen besonders hart getroffen wurde.
Kostenkontrolle und KI-Entwicklungsstrategie
Um die enormen Ausgaben für die KI-Entwicklung auszugleichen, hat Meta Maßnahmen zur Kostendämpfung umgesetzt, darunter die Kündigung von rund 8.000 Mitarbeitern und das Einfrieren von 6.000 Stellenpositionen. Bloomberg schätzt, dass sich dadurch jährlich etwa 3 Milliarden US-Dollar einsparen lassen. Auf der Produktseite brachte Meta ein neues KI-Modell „Muse Spark“ auf den Markt und unterstreicht damit aktiv die technische Ausrichtung. Doch im Verhältnis zu CapEx in der Größenordnung von Hunderten Milliarden macht die durch Personalreduzierung eingesparte Kostenspanne nur einen sehr kleinen Anteil aus. Der Markt wird als Nächstes beobachten, ob Meta neue Technologien wie KI-Agenten effektiv einsetzen kann, um die operative Effizienz tatsächlich zu steigern und neue Umsätze im Geschäft zu erschließen, um den Investitionswert zu belegen.
Potenzielle regulatorische Herausforderungen und Prozessrisiken
Neben den finanziellen und technologischen Herausforderungen sieht sich Meta zunehmend strengen regulatorischen Risiken ausgesetzt. Kürzlich endete ein Urteil in einem Rechtsstreit gegen Meta wegen Medienabhängigkeit bei Jugendlichen mit einer Niederlage des Unternehmens, was Zweifel an der rechtlichen Verantwortung von Meta auslöste. Meta räumt ein, dass die behördliche Prüfung von Aufsichtsthemen zur Jugendsicherheit weiter zunimmt und dass in den USA in diesem Jahr mehrere richtungsweisende Prozesse verhandelt werden könnten, die zu tatsächlichen finanziellen Verlusten führen. Diese Klagen bringen nicht nur potenziellen enormen Schadensersatzdruck mit sich, sondern könnten das Unternehmen auch dazu zwingen, bestehende Algorithmen und Betriebsmodelle zu verändern, was zusätzliche Unsicherheit für die Stabilität des langfristigen Geschäfts schafft.
Der Artikel „Meta erhöht die KI-CapEx, die Aktie stürzt nach Veröffentlichung des Quartalsberichts ab“ erschien zuerst auf Kettennachrichten ABMedia.