Zuckerberg von Meta sagt, das Cloud-Computing-Geschäft stehe zur Diskussion, falls zusätzliche Kapazitäten entstehen

Meta-CEO Mark Zuckerberg sagte am 27. Mai auf der jährlichen Aktionärsversammlung des Unternehmens, dass der Einstieg in den Markt für Cloud-Computing „absolut in Betracht gezogen“ werde, wenn Meta eine überschüssige Rechenzentrums-Kapazität aufbaut. Auf Fragen zu möglicher Konkurrenz mit Microsoft und Amazon bei Cloud-Diensten deutete Zuckerberg an, dass das Unternehmen wöchentlich Anfragen von externen Firmen erhalte, die Rechenleistung oberhalb der Beschaffungskosten von Meta kaufen wollen. Die Aussage fällt in eine Phase, in der Meta weiterhin massiv in die Infrastruktur investiert – auf einem Niveau, das Cloud-Computing-Giganten vergleichbar ist –, zugleich aber als einziges US-Hyperscale-Technologieunternehmen keine externen Cloud-Dienste anbietet. Damit positioniert das Unternehmen einen möglichen Schritt als strategische Option, die an die Auslastung von Kapazitäten gekoppelt ist, statt als unmittelbare Geschäftsverlagerung.

Externe Nachfrage nach Metas Rechenressourcen

Zuckerberg gab bekannt, dass „fast jede Woche unterschiedliche externe Unternehmen an uns herantreten und hoffen, dass wir API-Dienste aufbauen, oder fragen, ob wir Rechenleistung zu verkaufen haben, und bereit sind, diese Rechenleistung zu einem Aufpreis über unsere Beschaffungskosten zu kaufen.“ Er betonte, dass das Unternehmen in der Lage sei, Teile seiner Rechenressourcen extern zu vermieten: „Wir haben das noch nicht gemacht, weil wir glauben, dass diese Rechenleistung weiterhin interne Anwendungen hat. Natürlich, wenn wir in der Zukunft eine überschüssige Kapazität finden, wird die externe Vermietung eine Richtung sein, die wir wählen können, und das stärkt in gewissem Umfang unser Vertrauen, weiterhin in den Ausbau zu investieren.“

Start eines Meta-AI-Abonnementdienstes

Am selben Tag wie die Aktionärsversammlung startete Meta offiziell Abonnementdienste für seinen KI-Chatbot Meta AI und markierte damit den ersten Versuch des Unternehmens, echte KI-Abonnementfunktionen zu monetarisieren. Nutzer können je nach unterschiedlichen Funktionsstufen zwischen monatlichen Abopaketen für 7,99 US-Dollar oder 19,99 US-Dollar wählen. Das kostenpflichtige Paket wird zunächst in Singapur, Guatemala und Bolivien im Pilotbetrieb starten. Auf der Aktionärsversammlung sprach Zuckerberg über die Pläne des Unternehmens für KI-gestützte persönliche Assistenten und sagte: „In der Zukunft wird die Bedeutung der Menschen nicht abnehmen, sondern wichtiger werden. Da Menschen zwangsläufig versuchen wollen, aus diesen Assistenten mehr Wert zu ziehen, wird das Unternehmen Möglichkeiten haben, für Premium- oder Versionen mit hoher Rechenleistung Gebühren zu erheben.“ Während Meta bereits einige KI-bezogene Funktionen für Unternehmen auf WhatsApp bereitstellt, sind diese Dienste derzeit kostenlos. Zuckerberg erklärte, das Unternehmen prüfe „Modelle zur längerfristigen Kommerzialisierung“.

Kursentwicklung und Guidance zu den Capex

Die Meta-Aktie (Nasdaq: META) stieg am 27. Mai um 3,74% und schloss bei 635,26 US-Dollar je Aktie; die Gesamt-Marktkapitalisierung lag bei 1,61 Billionen US-Dollar. In einem Earnings-Call im Oktober 2023 hatte Zuckerberg erwähnt, dass Meta, falls das Unternehmen letztlich über überschüssige Rechenkapazität verfügt, Teile davon extern an Dritte bereitstellen könnte, auch wenn er betonte, dass dies noch kein realistisches Thema sei, sondern eher ein „Backup-Plan“. Ende April hatte Meta die neuesten Ergebnisse offengelegt und die Erwartungen für die Capex 2026 auf eine Spanne von 125 Milliarden US-Dollar bis 145 Milliarden US-Dollar angehoben, nach zuvor 115 Milliarden US-Dollar bis 135 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen erklärte, das spiegele Erwartungen für steigende Komponentenpreise in diesem Jahr sowie höhere Rechenzentrums-Kosten zur Unterstützung der Kapazitäten in den kommenden Jahren wider. Zuckerberg sagte damals, er sei „vollkommen zuversichtlich“ in der Entscheidung, die KI-Investitionen weiter zu erhöhen. Der Ausgabenplan verunsicherte die Wall Street, sodass die Aktie des Unternehmens nach der Veröffentlichung der Ergebnisse um über 7% fiel.

Positionierung in der Branche unter Cloud-Giganten

Unter den vier großen US-Technologiekonzernen mit Hyperscale-Cloud-Infrastruktur ist Meta derzeit das einzige Unternehmen, das weder externe Cloud-Infrastruktur noch Cloud-Dienste anbietet. Gleichzeitig ist das Ausgaben-Niveau von Meta, um die KI-Entwicklung voranzutreiben, mit den Wettbewerbern Microsoft, Google und Amazon vergleichbar.

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