
Das zweimonatliche Magazin „The Funding“ von The Block, Ausgabe 53 (14. Juni, Autorin Yogita Khatri), interviewte mehrere professionelle Investoren aus Krypto-Fonds; wichtigste Erkenntnis: Die meisten befragten Fonds sind der Ansicht, dass Bitcoin noch nicht am Boden angekommen ist, und von den Fonds, die Jahresziele für den Kurs festgelegt haben, erwartet keiner, dass Bitcoin zum Jahresende 2026 mehr als 100.000 US-Dollar erreicht; das höchste Kursziel liegt bei 75.000 US-Dollar.
Laut den Interviews von „The Funding“ lauten die jeweiligen bestätigten Positionen der namentlich genannten Befragten:
Finality Capital(David Grider): Ist der Meinung, dass sich Bitcoin in der „späteren Phase“ eines aktuellen Marktzyklus in einer Schwächephase befindet, und erwartet, dass der echte Boden gegen Ende von Q3 bis Anfang Q4 liegt; derzeit fährt man eine „Bärenmarkt-Strategie“, die sich darauf konzentriert, Abwärtsrisiken durch Schulden, Derivate, Absicherungen sowie Long-/Short-Strategien abzufedern.
Digital Asset Capital Management(Richard Galvin): Nimmt für die kommenden 12 Monate eine „eher neutral“ gestellte Haltung zu Bitcoin ein; aktuell liegt der Kassenbestand auf dem höchsten Niveau seit Gründung des Fonds, während die Bitcoin-Allokation seit 2022 auf das niedrigste Niveau gesunken ist; beschreibt die LP-Stimmung als „unbeeindruckt“.
Pantera Capital(Cosmo Jiang): Der vierjährige Bitcoin-Zyklus könnte bedeuten, dass ein Bärenmarkt noch einige Monate anhält; der Markt werde rationaler, und Pantera werde die Exposures in DeFi- und AI-Projekte weiter erhöhen.
Hypersphere Ventures(Jack Platts): „Die meisten sind grundsätzlich bearish bei Krypto“, während andere Bereiche wie KI, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnologie und Verteidigungstechnologie deutlich attraktiver seien; sein Fonds hat sein Portfolio auf AI, Energie, Halbleiter und Seltene Erden erweitert.
VanEck(Laura Vidiella del Blanco): Die Zuversicht von Investoren und LPs gegenüber Bitcoin bleibt stark; man hält Bitcoin derzeit für unterbewertet; zudem zeigt man sich optimistisch hinsichtlich breit angelegter Anwendungen der Blockchain.
M11 Funds/Maven 11(Luke Lokhorst): Setzt stärker auf DeFi-Protokolle, die ein hohes Maß an Einnahmen haben, eine gute Produkt-Marktanpassung aufweisen und über solide Tokenomics verfügen; fokussiert auf das Risiko mit dem fremdfinanzierten Leverage der Strategy (ursprünglich MicroStrategy).
Arca(Jeff Dorman): Die aktuell vielversprechendsten Chancen in der Blockchain liegen in DeFi, Tokenisierung und Stablecoins – nicht in Bitcoin selbst.
Laut The Block lauten die bestätigten Prognosezahlen bei den Fonds, die konkrete Jahresend-Zielkurse nennen:
Hypersphere Ventures(Jack Platts): Basisszenario etwa 55.000 US-Dollar; Bärenszenario etwa 40.000 US-Dollar; Bullenszenario etwa 80.000 US-Dollar
Finality Capital(David Grider): Spanne für den Boden 45.000 bis 55.000 US-Dollar; Ziel für den Rebound zum Jahresende 65.000 bis 75.000 US-Dollar
The Block bestätigt, dass unter den Fonds, die Jahresend-Prognosen abgeben, keiner erwartet, dass Bitcoin bis Ende 2026 mehr als 100.000 US-Dollar erreichen wird. Die meisten der befragten Fonds gaben keinen konkreten Jahresend-Zielkurs an. Die obigen Aussagen sind individuelle Einschätzungen der jeweiligen Fonds und keine bestätigten Prognosen für den Marktverlauf.
Laut „The Funding“ nennen mehrere Fonds gemeinsam als wichtigste Abwärtsrisiken: steigende Zinssätze, eine Straffung der Liquidität, geopolitische Spannungen, Kapital, das sich hin zu schnell wachsenden Branchen wie AI verlagert, Abflüsse aus ETF-Geldströmen, das fremdfinanzierte Leverage-Risiko der Strategy (ursprünglich MicroStrategy) sowie Bedrohungen durch Quantencomputing (M11 Lokhorst erwähnt; einige Fonds sind der Ansicht, dass Bitcoin durch Upgrades eine Quantenresistenz erreichen kann).
Von mehreren Fonds gemeinsam genannte potenzielle Katalysatoren für eine Erholung: Zinssenkungen, Entspannung der geopolitischen Lage, bessere Liquidität, Fortschritte bei der Gesetzgebung zum „Clarity Act“, eine Verbesserung der ETF-Geldströme sowie institutionelle Nachfrage, die von AI-Aktien-Umstellungen in einen anderen Bereich übergeht.
Die Ausgabe 53 von „The Funding“ interviewte namentlich benannte Gesprächspartner von Finality Capital, Digital Asset Capital Management, Pantera Capital, Hypersphere Ventures, VanEck, UTXO Management, Monarq Asset Management, M11 Funds, Arca und Crypto Insights Group. Dabei handelt es sich um qualitative Interviews, nicht um eine systematische Umfrage zum Markt-Konsens. Alle Sichtweisen spiegeln die persönliche Haltung der Befragten wider und stellen keinen Konsens im statistischen Sinn für den Krypto-Markt dar.
Laut Bericht verfolgen mehrere Fonds die Strategie, ihre richtungsbezogene Bitcoin-Exponierung zu reduzieren, mehr Cash zu halten und gleichzeitig selektiv in bestimmte Assets mit starken Fundamentaldaten zu investieren (z. B. DeFi-Protokolle mit Einnahmen). Pantera-Jiang sagte, der Markt bewege sich von einem breiten Aufwärtstrend hin zu einer stärkeren Ausrichtung an den Fundamentaldaten, während Lokhorst von M11 klar Protokolle bevorzuge, die Einnahmen generieren und eine gute Produkt-Marktanpassung aufweisen.
Lokhorst von M11 Funds sagte in dem Interview, man mache sich Sorgen, dass die Strategy weiterhin in großem Umfang Schulden aufnehmen könnte, und warne, dass jeder Druck auf seine Bitcoin-Positionen ein „starkes negatives Signal“ für den Markt senden könnte. Dies ist Lokhorsts persönliche Einschätzung und keine offizielle Erklärung zur finanziellen Lage der Strategy.
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