Auf der COMPUTEX 2026 deutete Nvidia-CEO Jensen Huang eine strategische Abkehr von GPU-zentrierter Infrastruktur an und kündigte an, dass der CPU-Bereich zum nächsten Milliarden-Dollar-Wachstumsmotor des Unternehmens werden wird. Nvidia stellte Vera vor, seinen ersten selbst designten Rechenzentrums-CPU, mit 88 benutzerdefinierten Olympus-Kernen und räumlicher Multithreading-Technologie, die speziell für KI-Agenten und das Management von langen Kontexten entwickelt wurde. Huang sieht die Marktchance für CPUs bei 200 Milliarden US-Dollar.
Die Verschiebung spiegelt die Migration von KI-Workloads von Modelltraining hin zu großskalierter Inferenz und Agenten-Deployments wider. Forschungen zeigen, dass CPUs 50% bis 90% der gesamten Latenz in Agent-Workflows übernehmen und eine Neuausrichtung von traditionellen 1:8 CPU-zu-GPU-Verhältnissen hin zu 1:4 oder sogar 1:1 erfordern. AMD-CEO Su Zifeng griff den Trend auf und prognostizierte, dass das Marktwachstum bei Rechenzentrums-CPUs in den kommenden fünf Jahren eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von über 35% erreichen wird. Intel meldete derweil einen um 156% im Jahresvergleich gestiegenen Nettogewinn im 1. Quartal 2026. Die Vorlaufzeiten bei Server-CPUs betragen inzwischen 6 Monate für Intel und 8–10 Wochen für AMD, was die Versorgungsknappheit widerspiegelt.