Bericht: Polymarket verschärft das KYC für Krypto-Trader, während Geoblocking-Lücken weltweite Aufmerksamkeit erregen

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Polymarket, eine der größten Plattformen für Vorhersagemärkte der Welt, zieht nach einem Bericht vom 27. Mai 2026 der The Information nach und zieht die Daumenschrauben bei anonymem Zugang an, indem Händler dazu gedrängt werden, eine Identitätsverifizierung abzuschließen.

  • Key Takeaways:
    • Polymarket dränge Händlern Berichten zufolge KYC-Verifizierung (Know Your Customer) auf, und zwar angesichts der OFAC-Sanktionsrisiken und undurchsichtigem Geoblocking (Stand: Mai 2026).
    • Spanien habe im Mai 2026 ISP-Blocks gegen Polymarket angeordnet und damit zu einer wachsenden Liste von 33+ eingeschränkten Gerichtsbarkeiten aufgeschlossen.
    • US-Abgeordnetenhaus-Gesetzgeber hätten Polymarket im Mai 2026 einen Brief gesendet und Antworten zu KYC-Durchsetzung und zum Erkennen verdächtigen Handels gefordert.

Polymarket schränkt Nicht-KYC-Nutzer ein

Michael Roddan von The Information berichtet, dass die Plattform verdächtige Konten blockiert und gegen die Nutzung von VPNs vorgeht, die Händler in eingeschränkten Gerichtsbarkeiten schon lange genutzt hätten, um Geoblocking-Kontrollen zu umgehen. Nutzer, die Know-your-customer- oder KYC-Formulare ausfüllen, könnten Zugang zu Vorteilen wie direkter Co-Location für geringere Handelslatenz erhalten.

Polymarket betreibt eine zweigeteilte Struktur. Seine Offshore-Internationalplattform bot historisch walletbasierten Zugriff, ein Setup, das während der US-Wahlen 2024 Milliarden an Handelsvolumen antrieb. Sein Inlandsarm, Polymarket US, wird von QCX LLC unter Aufsicht der CFTC als Designated Contract Market betrieben und verlangt bereits eine vollständige Identitätsverifizierung für amerikanische Nutzer.

Die Lücke zwischen diesen beiden Ebenen, auf die sich nun Regulierer und Gesetzgeber fokussieren, ist der Knackpunkt.

Die Plattform blockiert aktuell Nutzer aus etwa 33 bis 35 Gerichtsbarkeiten, darunter die USA, Russland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Deutschland, Iran und die Niederlande. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist ausdrücklich festgelegt, dass VPNs oder andere Tools nicht zur Umgehung dieser Beschränkungen genutzt werden dürfen. Dennoch gilt als wahrscheinlich, dass günstiger VPN-Zugang das Geoblocking durchlässig gemacht hat, wodurch Polymarket anfällig für potenzielle Verstöße gegen OFAC-Sanktionen und für Versäumnisse im Bereich Geldwäschebekämpfung wird.

In diesem Monat hat Spanien Internetdienstanbieter angewiesen, den Zugang zu Polymarket wegen nicht lizenziertem Glücksspiel zu blockieren. Ähnliche Maßnahmen haben in Indonesien und Indien stattgefunden. Ein US-Abgeordnetenhaus-Schreiben zur Aufsicht, ebenfalls diesen Monat eingereicht, forderte Polymarket auf, seine KYC-Durchsetzung, Geoblocking-Kontrollen sowie Systeme zum Erkennen verdächtiger Handelsaktivitäten detailliert darzulegen.

Hochkarätige Fälle haben den Druck zusätzlich verstärkt. Dem US-Soldaten Gannon Ken Van Dyke werden Vorwürfe gemacht, klassifizierte Informationen genutzt zu haben, um Trades auf Polymarket zu platzieren. Der Fall rückt die rechtliche Angreifbarkeit in den Fokus, die anonymer Zugang schafft. Verdächtig koordiniertes Trading rund um militärische und geopolitische Ereignisse hat die zusätzliche Aufmerksamkeit von Forschern und Regulierern auf sich gezogen.

Polymarket hat im März 2026 erweiterte Regeln zur Marktintegrität veröffentlicht, die beide Plattformen abdecken. Diese Regeln beinhalten Überwachungs-Partnerschaften, Anomalieerkennungssysteme sowie Blockchain-Forensik über Chainalysis. Verstöße können zur Aussetzung von Konten, zu dauerhaften Sperren, zu finanziellen Sanktionen oder zu Weiterleitungen an Strafverfolgungsbehörden führen.

Für Händler, die einen pseudonymen Zugang bevorzugen, erhöht der Wandel die Reibung. Für Polymarket ist es eine kalkulierte Maßnahme, um das regulatorische Risiko zu senken, während die Fähigkeit der Plattform erhalten bleibt, weiter zu operieren, institutionelle Partnerschaften anzuziehen und die Beziehung zu Investoren zu pflegen – einschließlich der Muttergesellschaft der New York Stock Exchange (NYSE).

Der breitere Sektor der Vorhersagemärkte, einschließlich Wettbewerbern wie Kalshi, beobachtet die Entwicklung genau. KYC-Anforderungen und Echtzeit-Überwachung werden zunehmend zu Mindestanforderungen für Plattformen, die langfristig in regulierten Märkten operieren wollen.

Polymarket habe in ausgewählten Fällen mit Behörden kooperiert und seine Überwachungsmöglichkeiten öffentlich betont. Die Plattform habe keinen festen Stichtag genannt, bis wann die Identitätsverifizierung für ihre internationale Nutzerbasis verpflichtend wird. Diese Antwort könnte von Regulierern kommen, bevor sie von Polymarket kommt.

Doch die eigentliche Frage ist, welche Regulierer tatsächlich die Kontrolle haben. In diesem Jahr haben sich in den USA staatliche Regulierer mit bundesstaatlichen Behörden überworfen, insbesondere mit der CFTC. Erst gestern hatte Präsident Donald Trump auf Truth Social gepostet und argumentiert, dass Vorhersagemärkte in den Zuständigkeitsbereich der CFTC fallen – obwohl staatliche Regulierer weiterhin Klagen gegen Plattformen für Vorhersagemärkte einreichen und Unterlassungsanordnungen erlassen.

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