Revolut beantragt erneut eine US-Banklizenz, neuer CEO steuert landesweite Expansion

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Revolut beantragt eine US-Banklizenz

Mit Hauptsitz in London und einer Bewertung von 75 Milliarden US-Dollar hat das Fintech-Unternehmen Revolut am Donnerstag bekannt gegeben, dass es bei der US-Notenbank Office of the Comptroller of the Currency (OCC) sowie bei der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) eine Antrag auf eine nationale Banklizenz gestellt hat, um in den USA die „Revolut Bank US, NA“ zu gründen. Dies ist der zweite Versuch von Revolut, nachdem ein Antrag im Jahr 2021 gescheitert war.

Strategische Neuausrichtung nach dem Scheitern 2021: Vom bundesstaatlichen zum föderalen Weg


(Quelle: Revolut)

Im Jahr 2021 hatte Revolut über die kalifornische Aufsichtsbehörde einen Antrag auf eine US-Banklizenz gestellt. Aufgrund regulatorischer Hürden und interner Kontrollprobleme wurde dieser Antrag jedoch 2023 zurückgezogen. Der jetzige Schritt, direkt bei der OCC eine landesweite Banklizenz zu beantragen, stellt eine grundlegende Änderung des ursprünglichen Ansatzes dar und bedeutet auch, dass man auf den früheren Plan verzichtet, durch den Erwerb bestehender US-Banken das Geschäft auszubauen.

Der Gründer und CEO von Revolut, Nik Storonsky, sagte: „Die USA sind ein entscheidender Pfeiler unserer globalen Wachstumsstrategie. Der Antrag auf eine nationale Banklizenz ist ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg, eine wirklich globale Bankplattform zu schaffen.“

Der neue US-Geschäftsleiter, Settin Duranzoei, bringt über zwanzig Jahre Erfahrung im Bankwesen, Zahlungsverkehr und Technologiesektor mit. Zuvor war er CEO der US-Niederlassung des Fintech-Plattformanbieters Raisin und verfügt über umfangreiche Erfahrung im Betrieb grenzüberschreitender Finanzinstitute.

Kernvorteile der OCC-Nationalbanklizenz

Bei Genehmigung wird „Revolut Bank US, NA“ folgende zentrale Geschäftsfähigkeiten erhalten, die den Kerngrund für den Verzicht auf den bundesstaatlichen Antrag darstellen:

  • Einheitliches föderales Regulierungsframework für alle 50 Bundesstaaten: Ersetzt das bisherige dezentrale System, bei dem einzelne Bundesstaaten Lizenzen erteilen, und reduziert die Compliance-Kosten erheblich.

  • Direkter Zugang zu Fedwire und ACH-Zahlungssystemen: Ermöglicht den direkten Anschluss an das zentrale Clearing-Netzwerk der Federal Reserve, ohne auf Partnerbanken angewiesen zu sein.

  • FDIC-gesicherte Einlagen: Bietet US-Kunden konten, die durch die Bundesbehörde geschützt sind, was die Einhaltung der Vorschriften erhöht und das Vertrauen der Nutzer stärkt.

  • Ausbau von Kreditprodukten: Ermöglicht die Einführung von Privatkrediten und Kreditkarten, wodurch das Angebot über den derzeitigen Fokus auf Zahlungs- und Devisendienste hinaus erweitert wird.

  • Welle von OCC-Anträgen: Revolut reiht sich in den Trend ein, dass globale Fintech-Unternehmen den Schritt in den US-Markt durch die Beantragung einer landesweiten Banklizenz wagen.

Revoluts Antrag ist kein Einzelfall, sondern Teil eines breiten Trends, bei dem Fintech- und Kryptowährungsfirmen weltweit aktiv eine OCC-Lizenz anstreben. So erhielt die brasilianische Digitalbank Nubank im Januar dieses Jahres eine bedingte Genehmigung, Crypto.com wurde im Februar ähnlich genehmigt. Im Dezember 2025 erteilte die OCC bedingte Genehmigungen für fünf Anträge, darunter Circle, Ripple, BitGo, Fidelity Digital Assets und Paxos, was zeigt, dass die Aufsichtsbehörden zunehmend offen für solche Anträge sind.

Derzeit hat Revolut weltweit über 70 Millionen Kunden, ist in 40 Märkten tätig und wurde im November 2025 bei einer zweiten Aktienplatzierung auf eine Bewertung von 75 Milliarden US-Dollar gebracht.

Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet den zweiten Antrag von Revolut auf eine US-Banklizenz von dem ersten im Jahr 2021?
Der erste Antrag (2021) wurde über die kalifornische Aufsichtsbehörde im Rahmen des bundesstaatlichen Weges eingereicht und 2023 aufgrund regulatorischer Hürden und interner Kontrollprobleme zurückgezogen. Der jetzige Antrag bei der OCC ist ein landesweiter, föderaler Ansatz. Bei Erfolg kann Revolut in allen 50 Bundesstaaten einheitlich operieren, was den Umfang deutlich über die bisherige bundesstaatliche Lizenzierung hinaus erweitert.

Was sind die wichtigsten geschäftlichen Auswirkungen, wenn Revolut die OCC-Lizenz erhält?
Die bedeutendsten Vorteile sind der direkte Zugang zu Fedwire und ACH, die FDIC-gesicherten Einlagen sowie das einheitliche föderale Regulierungsframework für alle 50 Bundesstaaten. Diese Fähigkeiten ermöglichen es Revolut, fast wie eine traditionelle Bank zu agieren, ohne auf einzelne Bundesstaaten oder Partnerbanken angewiesen zu sein.

Welche anderen Institutionen haben bereits eine Genehmigung der OCC erhalten oder beantragen derzeit eine US-Banklizenz?
Bereits genehmigte Institutionen sind Nubank (Januar 2026), Crypto.com (Februar 2026) sowie im Dezember 2025 Circle, Ripple, BitGo, Fidelity Digital Assets und Paxos. Dies spiegelt den Trend wider, dass weltweit Fintech- und Krypto-Unternehmen aktiv den US-Bankensektor erschließen.

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