Ripple hat am 22. Mai 2026 einen formellen Policy-Brief an die SEC Crypto Task Force eingereicht, nachdem zuvor am 20. März 2026 ein erstes Treffen stattgefunden hatte. Darin skizziert das Unternehmen Vorschläge zur Behandlung von Stablecoin-Kollateral, Reformen der Kapitalanforderungen sowie On-Chain-Registersysteme für tokenisierte Wertpapiere. Der Brief spricht sich dafür aus, voll hinterlegte Zahlungs-Stablecoins wie RLUSD als cash-äquivalente Abrechnungsinstrumente zu behandeln, dabei einen 0%-Regulatory-Haircut im Rahmen verifizierter Reserve-Frameworks anzuwenden und eine konsistente Kapitalbehandlung für XRP neben Bitcoin und Ethereum festzulegen, wenn diese ähnliche Funktionen bei der Ausführung vergleichbarer Aufgaben übernehmen. Die Vorschläge zielen darauf ab, die regulatorische Unsicherheit für Broker-Dealer, Verwahrer und institutionelle Marktteilnehmer zu verringern, indem man von klassifizierungsbasierten Asset-Labels hin zu funktionsbasierten Frameworks wechselt, die widerspiegeln, wie digitale Assets für Abwicklung und Liquiditätsoperationen genutzt werden. Ripples Einbindung in die Task Force ist Teil umfassender Entwicklungen der digitalen Finanzpolitik im Jahr 2026, während Tokenisierung in den Mainstream-Märkten zunimmt; das Unternehmen positioniert den Brief vom 22. Mai dabei als strukturierten Rahmen, um die Marktinfrastruktur zu modernisieren und einer tieferen institutionellen Einführung tokenisierter Assets vorauszugreifen.
Stablecoin-Kollateral-Framework
Der Brief von Ripple vom 22. Mai 2026 legt fest, dass voll hinterlegte Zahlungs-Stablecoins, die unter verifizierbaren Mint-and-Burn-Strukturen ausgegeben werden und eine klare Deckung aufweisen, als hochwertiges Kollateral gelten sollen, das für die Behandlung als cash-Äquivalent in Frage kommt. Der Vorschlag sieht vor, dass Institutionen solche Stablecoins als Margin hinterlegen dürfen, ohne restriktive Kapitalaufschläge in Kauf nehmen zu müssen, die derzeit ihre Nutzung in regulierten Märkten begrenzen. RLUSD wird als Beispiel für ein Asset genannt, das diese Kriterien im Rahmen des vorgeschlagenen Ansatzes erfüllt.
Forderung nach Zero Haircut
Der Brief fordert einen 0%-Regulatory-Haircut auf Stablecoin-Bestände wie RLUSD, sofern diese unter verifizierten Reserve- und Emissions-Frameworks ausgegeben werden. Ripple erklärt, diese Behandlung würde solche Instrumente für Zwecke der Kapitaladäquanz als hochliquide und risikoarm einstufen und Stablecoins damit praktischer für institutionelle Bilanzen sowie für die tägliche Marktaktivität machen. Der Vorschlag zielt auf eine Neubewertung bestehender Net-Capital-Anforderungen für digitales Asset-Kollateral ab.
Argument für regulatorische Parität bei XRP
Ripples Einreichung argumentiert für eine konsistente Kapitalbehandlung von XRP und anderen nicht-sicherheitsbezogenen digitalen Assets, wenn sie ähnliche Funktionen erfüllen wie Bitcoin und Ethereum. Der Brief führt aus, dass eine uneinheitliche Kapitalbehandlung über funktionell ähnlich gelagerte Assets hinweg unnötige Reibung erzeugt und verzerrt, wie Institutionen Liquidität zuweisen und ihr Abwicklungsrisiko steuern. Die Position zielt darauf ab, funktionsbasierte regulatorische Standards zu etablieren statt Standards, die an Asset-Labels gekoppelt sind.
On-Chain-Registry-Vorschlag
Der Brief vom 22. Mai schlägt die Einführung eines On-Chain-Registers als maßgebliches Verzeichnis für tokenisierte Wertpapiere und Abwicklungsaktivitäten vor. Ripples Framework sieht vor, die Validierung von fragmentierten Off-Chain-Systemen hin zu blockchainbasierten Aufzeichnungen zu verlagern, um ein einheitliches, transparentes und effizientes System zur Nachverfolgung von Eigentum und Übertragungen tokenisierter Assets zu schaffen.