Der US-Senat hat am 30. April einstimmig die Resolution S. Res. 708 verabschiedet, die den gesamten Senatoren- und Mitarbeiterstab verbietet, mit Plattformen für Vorhersagemärkte wie Polymarket oder Kalshi zu handeln. Die Maßnahme tritt sofort in Kraft. Der Initiator, der republikanische Senator Bernie Moreno aus Ohio, erklärte, das Ziel sei, potenzielle Insider-Pfade zu blockieren, über die Abgeordnete mit nicht öffentlich zugänglichen Regierungsinformationen auf Vorhersagemärkten wetten könnten. Der unmittelbare Auslöser ist der Insider-Handelsfall des US-Sondereinsatzsoldaten Gannon Ken Van Dyke, der angebliche militärische Geheiminformationen aus der Maduro-Militäraktion genutzt und bei Polymarket gewettet hat, um 409.900 US-Dollar zu verdienen — und zwar parallel zu dem Ereignis dieser Woche, als Polymarket im selben Zeitraum eine Vertragsunterzeichnung mit Chainalysis zur „branchenweit ersten“ Lösung für die On-Chain-Erkennung von Marktintegrität bekanntgab.
S. Res. 708 einstimmig verabschiedet: Senatoren und Mitarbeiter sind ab sofort bei Transaktionen in Vorhersagemärkten eingeschränkt
S. Res. 708 wurde von Bernie Moreno (Republikaner, Ohio) eingebracht und tritt sofort in Kraft, nachdem sie im gesamten Haus einstimmig angenommen wurde. Der Kern der Beschränkung lautet: Sämtliche Senatoren und ihre Mitarbeiter dürfen nicht auf Vorhersagemärkten handeln, die über Plattformen wie Polymarket, Kalshi und andere nutzergestützte Wetten auf politische Ergebnisse, politische Entscheidungen oder andere Ereignisresultate ermöglichen. Der Senat umgeht Bedenken wegen Insiderhandel über eine „Selbstbindung“, was der Logik des zuvor im US-Repräsentantenhaus genutzten STOCK Act entspricht — schließlich verfügen Gesetzgeber selbst über nicht öffentliche Informationen und müssen sich zunächst selbst aus den regulierten Märkten herausnehmen.
Der Hintergrund ist die Erschütterung durch den Van-Dyke-Fall. Die Staatsanwaltschaft wirft Van Dyke vor, dass er über seine Position an militärische Geheiminformationen gelangt sei, die eine Militäroperation im Zusammenhang mit Venezuelas Präsident Maduro betreffen; er habe dann bei Polymarket 13 Wetten im Gesamtwert von 33.000 US-Dollar platziert und 409.900 US-Dollar eingenommen. Es sei das erste Mal in der Geschichte der Vorhersagemärkte, dass ein aktiver Soldat wegen des Einsatzes von Staatsgeheimnissen beim Wetten angeklagt werde. Der Senat verabschiedete am selben Tag wie die Kooperationsankündigung zwischen Polymarket und Chainalysis die entsprechende Selbstverpflichtung und schob damit die politische Dynamik für „konforme Vorhersagemärkte“ auf ein neues Niveau.
Kalshi und Polymarket zeigen sich erfreut: „Selbstverpflichtung“ wird zu Rechtsverbindlichkeit
Unmittelbar im Anschluss äußerten sowohl Kalshi als auch Polymarket ihre Zustimmung zur Senatsentscheidung. Beide Plattformen hätten bereits zuvor Plattformregeln gehabt, die solche Transaktionen untersagen, erklärten jedoch, sie begrüßten es, dass die „Selbstverpflichtung“ auf die Ebene eines Gesetzes mit parlamentarischer Bindungswirkung gehoben werde. Für beide Plattformen hat dieser Gesetzgebungsschritt auch einen PR-Vorteil: Da Abgeordnete selbst zuerst ausweichen, ist die Legitimität von Vorhersagemärkten als „konformes Finanzinstrument“ noch stabiler — und das kann sogar helfen, sowohl institutionelle als auch Retail-Nutzer auszubauen.
Aus Branchensicht wirkt diese Resolution in die gleiche Richtung wie die Kooperation von Polymarket und Chainalysis. Auf der einen Seite räumt Chainalysis mit Erkennungsmodellen potenziellen Insiderhandel auf; auf der anderen Seite schließt der US-Kongress mit S. Res. 708 die potenziell größte Insidergruppe (Abgeordnete) von vornherein aus. Beide Kräfte rücken das Thema „Glaubwürdigkeit von Vorhersagemärkten“ auf die Schiene der Mainstream-Finanzvermögenswerte und ebnen zudem den Weg für das von Polymarket vorangetriebene Fundraising von 400 Millionen US-Dollar (bei einer Bewertung von 15 Milliarden US-Dollar) sowie für die Verhandlungen mit der US-Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zur Lockerung.
Weiterer Ausblick: Folgt das Repräsentantenhaus, und wird die Verwaltung nachziehen — sowie auf Landesebene
S. Res. 708 gilt bislang nur für den Senat; das Repräsentantenhaus hat noch keine entsprechende Resolution nachgezogen. Ob auch Regierungsvertreter und Stabmitarbeiter im Weißen Haus den Ausschlussbereich in die Verbotsregel einbeziehen sollen, ist der nächste Fokus. Da Vorhersagemärkte zunehmend in den Mainstream rutschen, könnte es als Folge solcher Gesetze auch zu Dominoeffekten in den Landesparlamenten kommen — besonders in Bundesstaaten wie Texas oder Florida, die bereits kryptofreundliche Gesetze verabschiedet haben. Dort ist es möglich, dass man die Nutzung von Vorhersagemärkten durch Staatsabgeordnete ebenfalls einschränkt. Für Polymarket und Kalshi bedeutet eine gesetzliche Beschränkung des Abgeordnetenhandels zwar, dass die potenzielle Nutzerbasis sinkt — der strategische Wert der erhaltenen Compliance-Nachweise ist jedoch deutlich höher als der Umsatz, der durch eine kleine Zahl von Insiderhändlern erzielt würde.
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