Die Trump-Regierung erklärte am 30. April, der Krieg gegen den Iran sei „beendet“ (terminated), bevor am 1.5. die 60-Tage-Frist der War Powers Resolution aus dem Jahr 1973 abläuft, und nahm damit den Ausweg im Vorfeld, um zu vermeiden, dass dafür eine Zustimmung des Kongresses erforderlich wäre, um militärische Einsätze fortzusetzen. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte am 30.4. gegenüber Senatoren: „Wir befinden uns jetzt in einem Waffenstillstand, das bedeutet, dass die 60-Tage-Uhr ausgesetzt oder gestoppt wird“, doch einige republikanische Senatoren und Rechtsexperten widersprechen dieser Auslegung vehement.
60-Tage-Frist der War Powers Resolution: 1.5. Ablauf, Regierung löst sich mit Berufung auf den Waffenstillstand im April
Die War Powers Resolution aus dem Jahr 1973 sieht vor, dass der Präsident, wenn er ohne Zustimmung des Kongresses Truppen ins Ausland entsendet, innerhalb von 60 Tagen nach der Unterrichtung des Kongresses wieder abziehen muss. Der Iran-Krieg brach am 28.2.2026 aus, Trump unterrichtete die Kongress-Spitzen am 2.3. per Brief offiziell über den Einsatz der Streitkräfte, wodurch die 60-Tage-Uhr zu laufen begann; der 1. Mai ist damit das gesetzliche Ablaufdatum.
Die juristische Auslegung der Trump-Regierung lautet, dass „nachdem der Waffenstillstand Anfang April in Kraft getreten ist, der Krieg faktisch bereits beendet ist“, weshalb die 60-Tage-Uhr bereits „ausgesetzt oder gestoppt“ sei und keine Zustimmung des Kongresses mehr erforderlich sei. Hegseths Äußerungen gegenüber Senatoren sind die offizielle Version dieser Argumentationslinie — doch das Gesetzestext der War Powers Resolution selbst erwähnt kein Mechanismus, wonach die 60-Tage-Uhr bei einem Waffenstillstand ausgesetzt werden könne. Mehrere Experten für Kriegsbefugnisse betonen, „der Text und das Design der War Powers Resolution enthalten keine Bestimmung, dass die 60-Tage-Uhr ausgesetzt oder beendet werden kann“, und auch die republikanische Senatorin aus Maine, Susan Collins, stellte klar: „Diese Frist ist keine Empfehlung, sondern eine Verpflichtung.“
Politische Spaltung: Abgeordnete beider Parteien zweifeln, Collins und Demokraten votieren für ein Ende
Am 30.4. stimmte der Senat über eine Resolution ab, die ein Ende des Iran-Krieges fordert; sie wurde zwar nicht angenommen, doch Collins schloss sich dem Lager der Demokraten an und stimmte mit „Ja“ — ein seltenes Beispiel, dass einzelne Republikaner die Position der Exekutive öffentlich herausfordern. Dass die Resolution scheiterte, zeigt zwar, dass die Demokraten im Senat weiterhin in der Minderheit sind, aber die Spaltung selbst legt offen, dass die Auslegung der Trump-Regierung zur War Powers Resolution nicht unumstritten ist.
Die umfassendere rechtliche Kontroverse lautet: Seit die War Powers Resolution 1973 verabschiedet wurde, haben die meisten Präsidenten in der Geschichte des Gesetzes mehrheitlich Wege gefunden, daran vorbei zu handeln oder es neu zu interpretieren. Die aktuelle Linie der Trump-Regierung — „mit Berufung auf einen Waffenstillstand behauptet, der Krieg sei beendet“ — ist jedoch eine relativ neue Argumentation. Sollte dies von Gerichten oder dem Kongress akzeptiert werden, würde es für künftige militärische Aktionen ohne Zustimmung des Kongresses einen neuen rechtlichen „Baukasten“ eröffnen: Solange unterwegs ein Waffenstillstand erreicht wird, kann man behaupten, der Krieg sei beendet und die Erfordernis einer 60-Tage-Zustimmung umgehen.
Markt- und geopolitische Bedeutung: Ölmarkt und Druck auf den Yen dämpfen sich kurzfristig eventuell nicht
Als unmittelbares Marktsignal für die Erklärung, der Krieg sei beendet, verweist Trump auf die Aussage, „die USA werden ihre militärischen Aktionen nicht ausweiten“. Doch die reale Lage dürfte sich nicht unbedingt parallel entspannen. Der oberste Führer im Iran machte am selben Tag weiterhin Drohungen zum Schutz der Fähigkeiten für Nuklearwaffen und Raketen. Brent schloss am 4/29 nach einem Ausbruch über 114 US-Dollar zwar nicht nur dort ab, sondern hielt sich auch weiterhin auf hohem Niveau; der japanische Yen erlebte am 30.4. innerhalb von 1 Tag einen Sprung von über 3%, was widerspiegelt, dass der asiatische Devisenmarkt weiterhin stark angespannt ist.
Noch entscheidender ist der faktische Status der Blockade in der Straße von Hormus. Selbst wenn der politische Krieg „beendet“ ist, könnte die faktische Kontrolle der Islamischen Revolutionsgarden in der Straße weiterhin andauern. Auch der Rückzug der UAE am 1.5. aus OPEC und die damit verbundenen Anpassungen in der Energieangebots- und -nachfragestruktur im Nahen Osten könnten sich eigenständig weiter auswirken. Für Krypto- und traditionelle Finanzinvestoren ist „Trump bezeichnet den Krieg als beendet“ zwar ein Signal der politischen Entspannung, doch Energiepreise, die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Yen sowie die Versicherungs- und Risikokosten im Nahen Osten werden weiterhin vor allem von der realen geostrategischen Lage bestimmt. Der nächste Prüfpunkt ist, ob der Kongress Trumps rechtliche Auslegung weiter herausfordert, sowie wie der Iran offiziell auf die Behauptung „Krieg beendet“ reagiert.
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