US-Beschäftigungsdaten erhöhen die Wetten auf eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed), der Abverkauf von US-AI-Technologieaktien greift auf die Börsen in Asien über

AI科技股拋售

Die asiatischen Börsen setzten am 8. Juni die am vergangenen Freitag ausgelöste starke Verkaufswelle fort. Die größten Verluste verzeichneten Halbleiteraktien; der KOSPI (Korea Composite Stock Price Index) fiel um mehr als 4,5 %. Laut einem Bericht von Reuters aus Singapur gingen am vergangenen Freitag die US-Börsen deutlich nach unten. Hauptgrund waren kräftige Beschäftigungsdaten, die die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen in diesem Jahr erhöhten und Anleger dazu veranlassten, die in diesem Jahr bisher bestperformenden Tech- und KI-bezogenen Aktien zu verkaufen. Auch, dass der Konzern Broadcom letzte Woche mit seinen Ergebnissen hinter den Erwartungen zurückblieb, war ein Auslöser.

Bestätigung und Einschätzung von vier Analysten

Frank Benzimra von der französischen Société Générale: „Der Markt ist extrem empfindlich gegenüber Gewinnmeldungen. Sobald es auch nur irgendeinen Zweifel am positiven Gewinntrend gibt, wird der Markt sehr nervös. Hebel-ETFs verstärken aufgrund ihrer strukturellen Eigenschaften jede Abwärtsbewegung und sorgen dadurch für zusätzliche Volatilität.“

Thomas Mathews, Head of Markets für den APAC-Raum bei Capital Economics: „Dass Broadcom letzte Woche schwächer als erwartet geliefert hat, könnte bei manchen Anlegern die Sorge verstärken, dass der KI-Handel an Dampf verliert. Auch die Arbeitsmarktdaten aus den USA und die damit einhergehenden Änderungen bei den Fed-Erwartungen verschärften diese Befürchtungen. Aus einer stärker makroökonomischen Perspektive betrachtet sind Halbleiterunternehmen jedoch weiterhin sehr profitabel, die Gesamtwirtschaft entwickelt sich stark – das ist typischerweise kein Umfeld für einen anhaltenden Abwärtstrend.“

Fabien Yip, Marktanalyst bei IG (Sydney): „Die starke Korrektur bei US-Technologieaktien am vergangenen Freitag löste diese heftige Abwärtsbewegung aus. Wenn die Zuversicht im KI-Handel wieder abklingt, könnte das auch die traditionellen Bergbauunternehmen in Asien unter Druck setzen. Eine Rückschlagbewegung nach einer Phase stetigen Anstiegs kann für den Markt sogar nützlich sein – die Unternehmensfundamentaldaten bleiben solide.“

Mark Willam, Investment Director bei Luzern Asset Management (Singapur): „Das wirkt eher wie eine Positionsanpassung und das Freisetzen von Momentum als wie eine Neubewertung der langfristigen Perspektiven für KI. Der koreanische Technologiewert verfügt über sehr große Positionen; wenn sich nach der Veröffentlichung des Beschäftigungsberichts die Zinsausblick-Erwartungen ändern, wird er zwangsläufig zur Quelle von Liquidität. Die entscheidende Frage ist, ob bei den Ausgaben für KI in den Ultra-Scale-Datencentern die Geschwindigkeit nachlässt – dafür ist derzeit kein Anzeichen zu sehen.“

Häufige Fragen

Wie drücken starke Beschäftigungsdaten die Erwartung an mögliche Zinsschritte der Fed nach oben und wie wirkt sich das auf die Börsen aus?

Starke Beschäftigungsdaten zeigen, dass der Arbeitsmarkt überhitzt ist, was die Wahrscheinlichkeit anhaltender Inflation erhöht. Der Markt preist deshalb die Wahrscheinlichkeit ein, dass die Fed bis Ende des Jahres weiter anhebt. Steigende Zins-Erwartungen erhöhen den Diskontsatz und erzeugen damit Druck auf die Bewertungen von Growth-Aktien (insbesondere von KI-bezogenen Tech-Werten). In einem Umfeld, in dem Zinserhöhungen erwartet werden, verkaufen Anleger daher solche Assets.

Wie verstärken Leverage-ETFs die Höhe des Abschwungs?

Benzimra weist darauf hin, dass die strukturelle Auslegung von Leverage-ETFs verlangt, dass sie bei fallenden Kursen der Basiswerte ihre Bestände weiter verkaufen müssen, um das Ziel-Hebelverhältnis einzuhalten (zum Beispiel 2x oder 3x). Dieser Mechanismus des „zwangsweisen Deleveraging“ erzeugt bei einem starken Markteinbruch eine sich selbst verstärkende Verkaufsschleife, sodass die Verluste über das hinausgehen, was die Fundamentaldaten der Basiswerte allein erklären könnten.

Mehrere Analysten sagen, es handle sich um eine „Positionsanpassung“ und nicht um eine „Trendwende“. Woran machen sie das fest?

Mathews und Willam verweisen auf dieselbe grundlegende Argumentationslinie: Die Halbleiterunternehmen insgesamt bleiben weiterhin sehr profitabel, und die KI-bezogenen Capex-Ausgaben in Ultra-Scale-Datacentern zeigen derzeit keine Anzeichen für ein Nachlassen. Willam sagt, dass koreanische Tech-Aktien aufgrund der Größe der Positionen zur „Liquiditätsquelle“ werden, wenn sich die Zins-Erwartungen ändern – das sei technischer Verkaufsdruck und keine Neubewertung des KI-Konjunkturzyklus.

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