Zhou Xiaochuan, ehemaliger Gouverneur der People’s Bank of China und stellvertretender Vorsitzender des 12. Nationalkomitees der Chinesischen Politischen Konsultativkonferenz des Volkes, sprach am Nachmittag des 17. Juni auf der Sitzung des 2026 Lujiazui Forums zu Reform und Zusammenarbeit der globalen Finanzgovernance und erklärte, dass multilaterale Finanzinstitutionen ursprünglich nicht für Rollen in der globalen Governance entworfen worden seien und derzeit hinter den Erwartungen zurückblieben. Zhou führte die Lücke auf eine unzureichende Vertretung zurück, die Quotenreformen erforderlich mache, während die Quoten für Schwellenländer trotz laufender Bemühungen noch immer nicht angemessen angepasst seien. In seinem Vortrag wurde außerdem die regulatorische Zersplitterung über die Sektoren Banken, Versicherungen und Wertpapiere hinweg hervorgehoben sowie das Fehlen eines einheitlichen Rahmens für globale Finanzinfrastruktur und die Aufsicht über illegale Aktivitäten, einschließlich per KI ermöglichter Telefonbetrugsdelikte unter Nutzung von Kryptowährungen.
Zhou Xiaochuan benennt Lücken bei Vertretung und Quotenreformen in multilateralen Institutionen
Zhou erklärte, dass die Vertretung in multilateralen Finanzinstitutionen weiterhin unzureichend sei und daher Quotenüberprüfungen und -anpassungen erforderlich seien, mit besonderem Fokus auf die Erhöhung der Anteile der Schwellenländer. Er merkte an, dass diese Reformen nur mit Schwierigkeiten vorankämen und unvollständig blieben. Zhou verwies außerdem auf funktionale Lücken: Zwar müsse möglicherweise keine globale Zentralbank erforderlich sein, doch bestimmte Funktionen hätten keine klare institutionelle Zuständigkeit, darunter das Design internationaler Währungssysteme, die Rolle eines Kreditgebers letzter Instanz in Krisen sowie die Koordinierung von Finanzinfrastruktur wie internationalen Clearing-Funktionen.
Regulatorische Zersplitterung über Banken-, Versicherungs- und Wertpapiersektoren
Zhou beschrieb eine erhebliche Zersplitterung in der internationalen regulatorischen Zusammenarbeit: Diskussionspunkte zur Bankenaufsicht fänden teilweise beim Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) statt, die Versicherungsaufsicht werde über die International Association of Insurance Supervisors (IAIS) koordiniert und die Wertpapierregulierung werde von der International Organization of Securities Commissions (IOSCO) übernommen. Er stellte fest, dass diese Gremien in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen zwar gut arbeiteten, viele Finanzkrisen jedoch nicht sauber innerhalb eines einzelnen Finanz-Teilsektors auftreten.
Globale Finanzinfrastruktur: Kein einheitlicher Governance-Rahmen
Zhou merkte an, dass Finanzinfrastruktur, als Globalisierung des Finanzwesens und grenzüberschreitende Kapitalströme weniger im Vordergrund standen, vor allem auf nationaler oder auf begrenzter regionaler Ebene betrieben worden sei. Er erklärte, dass die heutigen Anforderungen eine Infrastruktur auf globalem Niveau erfordern, es jedoch keinen klaren Governance-Rahmen für solche Systeme gebe.
FATF deckt keinen grenzüberschreitenden Glücksspiel- und digitalen Betrug ab
Zhou verwies auf die Financial Action Task Force (FATF) als bestehendes Gremium zur Bekämpfung illegaler Finanzströme, stellte jedoch fest, dass deren Mandat nur die Bekämpfung von Geldwäsche und die Finanzierung des Terrorismus abdecke, wobei der Umfang Gegenstand der Debatte bleibe. Er hob hervor, dass China grenzüberschreitendes Glücksspiel priorisiere, das viele Länder nicht regulierten, was Lücken zeige, in denen bestimmte Aktivitäten außerhalb irgendeiner Zuständigkeit lägen. Zhou sagte, dass das Aufkommen von Kryptowährungen illegale Geldtransfers und Betrug ermöglicht habe, und merkte an, dass sich der Telefonbetrug in Südostasien über den Telekommunikationsbereich hinaus zu digitalisierten Abläufen entwickelt habe, bei denen Kryptowährungen für Transfers eingesetzt und künstliche Intelligenz verwendet werde. Er betonte, dass die bestehenden Strukturen zur Betrugsprävention lediglich dem Mandat der FATF zur Terrorismusfinanzierungs- und Geldwäschebekämpfung entsprächen, wodurch die Frage, wer solche bösartigen Aktivitäten überwache, als Thema behandelt werden müsse, das Aufmerksamkeit in der internationalen Wirtschafts- und Finanzgovernance erfordere.
FAQ
Was sagte Zhou Xiaochuan am 17. Juni zu multilateralen Finanzinstitutionen?
Zhou Xiaochuan erklärte am Nachmittag des 17. Juni auf dem 2026 Lujiazui Forum, dass multilaterale Finanzinstitutionen nicht ursprünglich für globale Finanzgovernance konzipiert seien und derzeit aufgrund unzureichender Vertretung sowie unvollständiger Quotenreformen, die Schwellenländer bevorzugten, hinter den Erwartungen zurückblieben.
Warum betrachtet Zhou Xiaochuan Telefonbetrug als Thema globaler Finanzgovernance?
Zhou erklärte, dass Telefonbetrug zu digitalisierten Abläufen geworden sei, bei denen Kryptowährungen für illegale Geldtransfers und künstliche Intelligenz eingesetzt würden; die bestehende Financial Action Task Force adressiere jedoch nur Geldwäschebekämpfung und Finanzierung des Terrorismus, wodurch solche Betrugsaktivitäten ohne klare internationale regulatorische Aufsicht blieben.