
Laut einem Bericht von Cryptopolitan vom 11. Juni hat die Interessengruppe Stand With Crypto UK ihre 286.000 Mitglieder angewiesen, Beschwerde einzulegen gegen das Vorgehen britischer Banken, die Zahlungen an Krypto-Börsen landesweit umfassend zu beschränken, und die Kampagne „Dein Geld, deine Wahl“ gestartet. Daten des UK Cryptoassets Trade Association zeigen, dass britische Banken derzeit etwa 40% der inländischen Krypto-Transaktionen abfangen oder verzögern.
Die Haltung der einzelnen Banken ist bestätigt: Verbot oder Betragsgrenze
Laut der öffentlichen Erklärung von Stand With Crypto UK haben acht von zehn Geschäftsbanken eine vollständige Sperrung oder Einschränkung für Überweisungen an Krypto-Asset-Börsen eingeführt, darunter auch Börsen, die von der Financial Conduct Authority (FCA) in Großbritannien autorisiert wurden.
Banken mit vollständigem Verbot: Chase UK, Starling, TSB, Virgin Money, Metro Bank
Überweisungen erlaubt, aber mit Betragsgrenzen: Barclays, HSBC, Nationwide, Monzo
Die Banken begründen, dass Verzögerungen oder Ablehnungen mit dem Risiko von Betrug und Finanzkriminalität zusammenhängen und sich um kommerzielle Entscheidungen auf Basis unabhängiger Risikoauswertungen handelt.
Bestätigte Daten zweier offizieller Berichte
Der im Januar 2026 veröffentlichte Bericht „Denied at the Door“ zeigt, dass von zehn Krypto-Plattformen acht angeben, dass die Anzahl der abgelehnten Banküberweisungen in den vergangenen 12 Monaten gestiegen ist; eine Börse bestätigte, dass Banken innerhalb eines Jahres bis zu 1 Million Pfund Sterling an Kunden-Transaktionen abgelehnt haben. Gleichzeitig bestätigen die UKCBC-Daten, dass der Anteil britischer Erwachsener, die Krypto-Assets halten, sich seit vier Jahren verdoppelt hat und nun 8% beträgt.
Rechtlicher Rahmen: Position des Finanzministeriums und Zahlungsdienste-Verordnung von 2017
Ein Sprecher des britischen Finanzministeriums hat öffentlich bestätigt, dass die Regierung „Krypto-Unternehmen nicht allein deshalb Konten- oder Transaktionseinschränkungen auferlegen wird, weil sie einer bestimmten Branche angehören“, und erklärt, man wolle, dass „alle Unternehmen fair behandelt werden“. Laut der Zahlungsdienste-Verordnung von 2017 haben Banken eine Pflicht, Zahlungen auszuführen, die die Kontobedingungen erfüllen.
Der europäische Policy Director von Coinbase, Katie Harris, erklärte in einer Stellungnahme, dass die Einschränkung von Überweisungen einzelner Retail-Kunden an Krypto-Börsen im Widerspruch zu dem Ziel stehe, das die britische Regierung zuvor öffentlich angekündigt hatte, nämlich den Aufbau eines globalen Zentrums für digitale Assets. Stand With Crypto UK stellte ebenfalls Fragen: Einige Banken, die Einschränkungen umsetzen, bauen gleichzeitig interne Teams für digitale Assets auf – ist das damit verbundene Vorgehen darauf ausgerichtet, potenzielle Konkurrenz im Geschäftsinteresse auszuschließen?
Britische Lage im Vergleich zu den US-„Halsabschneidenden 2.0“-Maßnahmen
In den USA und im Vereinigten Königreich gibt es wesentliche Unterschiede bei den Ursachen. Während der US-„Halsabschneidenden 2.0“-Phase beschuldigten Befürworter die unter der Biden-Regierung geführten föderalen Aufsichtsbehörden (einschließlich der Federal Deposit Insurance Corporation, FDIC), Banken durch informellen Druck dazu zu bringen, die Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen für digitale Assets zu kappen. In einer Anhörung des House Committee on Financial Services im Februar 2025 bestätigte der Vorsitzende des Unterausschusses, Dan Meuser, dass die FDIC angedroht hatte, formale Aufsichtsmaßnahmen zu ergreifen. In Großbritannien behaupten die Banken, dass die Einschränkungen auf unabhängigen kommerziellen Entscheidungen basieren, die auf Risikoanalysen zu Betrug und Geldwäsche beruhen; der Druck komme derzeit von den Banken selbst und nicht von informellem Druck durch Aufsichtsbehörden.
Häufige Fragen
Welche konkreten Maßnahmen fordert die Beschwerdekampagne von Stand With Crypto UK?
Stand With Crypto UK weist seine 286.000 Mitglieder an, bei ihren jeweiligen Banken eine formelle Beschwerde einzureichen – und zwar wegen der Einschränkungen für Überweisungen von Banken an Krypto-Asset-Börsen. Eine formelle Beschwerde ist ein vorgeschriebenes Verfahren im Rahmen des britischen gesetzlichen Beschwerdemechanismus für Finanzdienstleistungen; die betroffene Bank muss innerhalb der festgelegten Frist eine formelle Antwort geben.
Verstoßen die britischen Bankbeschränkungen für Krypto-Transaktionen gegen geltendes Recht?
Die Zahlungsdienste-Verordnung von 2017 in Großbritannien schreibt vor, dass Banken verpflichtet sind, Zahlungen auszuführen, die die Kontobedingungen erfüllen. Das britische Finanzministerium hat öffentlich erklärt, dass es keine Konteneinschränkungen auf Basis von Branchenkategorien unterstützt. Die Banken führen Betrugsprävention als Begründung an; die Rechtsmäßigkeit wird derzeit weiterhin angefochten, und es liegt noch keine formelle Entscheidung einer Aufsichtsbehörde vor.
Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen der britischen Lage und den US-„Halsabschneidenden 2.0“-Maßnahmen?
Der Kern der Kontroverse in den USA ist, ob föderale Aufsichtsbehörden (z. B. die FDIC) Banken informellen Druck aussetzen; in Großbritannien behaupten die Banken, dass die Einschränkungen unabhängige kommerzielle Entscheidungen auf Basis eigener Risikoauswertungen seien, und es wurde von Aufsichtsbehörden bislang nicht bestätigt, dass sie irgendeine ähnliche informelle Druckmaßnahme ergriffen hätten.