
On-Chain-Analyst Ember verfolgte am 22. April, dass Aave-Gelder aufgrund des rsETH/KelpDAO-Vorfalls weiter abfließen. In nur dreieinhalb Tagen sank die Gesamt-Einlagensumme von 48,5 Mrd. USD auf 30,7 Mrd. USD. Im selben Zeitraum verzeichnete Morpho einen vergleichsweise geringen Abfluss von 1,5 Mrd. USD. Der deutlichste Kontrast zeigt sich bei Spark: Dessen SparkLend-Geschäftsbereich TVL stieg gegen den Trend von 1,9 Mrd. USD auf 3,2 Mrd. USD.
Vergleich der Differenzierung der drei großen Plattformen: Aave verliert, Spark profitiert gegen den Trend

(Quelle: Aave)
Drei führende DeFi-Kreditplattformen zeigten in diesem Vorfall völlig unterschiedliche Verläufe:
Aave: von 48,5 Mrd. USD auf 30,7 Mrd. USD, nettoabfließend in dreieinhalb Tagen um 15,1 Mrd. USD (Rückgang um ca. 31%).
Morpho: von 11,7 Mrd. USD auf 10,2 Mrd. USD, nettoabfließend um etwa 1,5 Mrd. USD, die Auswirkungen sind relativ begrenzt.
Spark (SparkLend): von 1,9 Mrd. USD auf 3,2 Mrd. USD, nettozufließend um etwa 1,3 Mrd. USD, größter Nutznießer der Marktunruhe.
Teils verlagerten institutionelle Gelder, die sich aus Aave zurückzogen, in Spark. Das zeigt, dass einige Marktteilnehmer nach dem rsETH-Vorfall eine vergleichsweise sicherere alternative Plattform wählten.
Aaves Schlünder-Aussichten: Zwei Szenarien, die vom Defillama-Gründer vorgestellt wurden
Der Defillama-Gründer @0xngmi hat zwei Szenarien dazu aufgezeigt, wie sich die Rückholung von 71 Mio. USD ETH auf der Arbitrum-Seite auf das Ausmaß der Aave-Schuld bzw. auf die Höhe der uneinbringlichen Forderungen auswirken könnte:
Szenario eins (Verluste werden sozialisiert): Wenn Arbitrum den Aave-Markt priorisiert und die Verluste sozialisiert, dann würde sich die Positionsgröße jedes rsETH-Inhabers gleichmäßig um 18,5% verringern. Aave-Uneinbringlichkeit läge bei etwa 216 Mio. USD; es müsste der Tresor und der Umbrella-Fonds eingesetzt werden.
Szenario zwei (L2-Inhaber tragen die Verluste): Wenn die Verluste nur von den rsETH-Inhabern auf L2 getragen werden, dann sinkt die uneinbringliche Forderung von Aave auf Arbitrum von etwa 88 Mio. USD auf etwa 17 Mio. USD, also um ca. 80%. Dabei könnte es jedoch zu Unzufriedenheit und potenziellen Klagen kommen.
Marktstimmung erholt sich: AAVE springt vom Tiefpunkt zurück, DeFi-Branche ruft dazu auf, die Erholung ernst zu nehmen
Nachdem der Sicherheitsausschuss von Arbitrum etwa 30.776 ETH (ca. 71 Mio. USD) aus den KelpDAO-bezogenen Adressen eingefroren hat, zeigt laut Santiment, dass die Marktsentimentlage von Aave nicht mehr auf ein neues Tief fällt. Der AAVE-Token ist vom Tiefpunkt von 80 USD am 20. April wieder auf etwa 93,59 USD gestiegen; auch der Abwärtstrend des TVL beginnt, sich zu beruhigen.
Dragonfly-Partner Haseeb Qureshi sagt: „AAVE könnte einige uneinbringliche Forderungen übernehmen, aber es hat genug Eigenkapital, um sie zurückzuzahlen.“ Der Defillama-Gründer betonte: „DeFi wird einen Schlag abbekommen, aber nicht verschwinden“, und geht davon aus, dass sich betroffene Protokolle wie Aave „vollständig erholen“ können, indem man über den Protokoll-Tresor und Anpassungen vorgeht.
Häufige Fragen
Warum konnte Spark wachsen, während Aave Verluste hinnehmen musste?
Spark profitierte von diesem Vorfall hauptsächlich, weil es von Teilen der Marktteilnehmer als relativ sichere Alternative betrachtet wird – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Aave ein Risiko für uneinbringliche Forderungen hat. Der Transfer institutioneller Mittel zog zudem weitere abwartende Gelder nach sich, was eine positive Zuflusswirkung erzeugte.
Wie hoch könnte die Aave-Uneinbringlichkeit letztlich werden?
Basierend auf den zwei Szenarioanalysen des Defillama-Gründers liegt die Spanne der Aave-Uneinbringlichkeit zwischen 17 Mio. USD und 341 Mio. USD. Das hängt im Wesentlichen davon ab, wie Arbitrum die beschlagnahmten ETH behandelt und wie die Verteilung der rsETH-Verluste vorgenommen wird. Derzeit hält der Aave DAO Vermögenswerte in Höhe von 181 Mio. USD sowie den WETH-Umbrella-Fonds mit etwa 54 Mio. USD als Puffer.
Wie bewertet die DeFi-Branche die Auswirkungen dieses Vorfalls auf die gesamte Ökologie?
Die vorherrschende Sichtweise tendiert dazu, den Vorfall als einen Prozess zu betrachten, bei dem DeFi „aus dem Scheitern lernt“. Sowohl Dragonfly als auch Defillama-Manager erklärten, dass die Protokolle über ausreichend Kapital und Mechanismen verfügen, um Verluste aufzufangen. Das koordinierte Einfrieren durch Arbitrum wird als positives Governance-Beispiel angesehen; insgesamt beginnt sich ein optimistischeres Stimmungsbild in der Community zu zeigen.