Bitcoin Depot hat am Dienstag eine Warnung als „Going Concern“ herausgegeben und dabei erhebliche Zweifel markiert, ob der weltweit größte Betreiber von Krypto-Geldautomaten die nächsten 12 Monate überleben kann, wie eine in der Ankündigung zitierte SEC-Einreichung zeigt. Die vorläufigen Finanzresultate von Bitcoin Depot für Q1 2026 ergaben einen Rückgang der Umsätze um 49% im Jahresvergleich und einen Nettoverlust von 9,5 Millionen US-Dollar. Hinzu kommen steigende Rechtskosten aufgrund von Verbraucher-schutzklagen, die von den Generalstaatsanwälten der US-Bundesstaaten Iowa und Massachusetts eingereicht wurden.
## Finanzielle Verschlechterung
In den vorläufigen Finanzresultaten meldete Bitcoin Depot einen Umsatz von ungefähr 83,5 Millionen US-Dollar für die drei Monate bis zum 31. März, nach dem Wert aus dem Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen führte den Rückgang der Umsätze auf ein gesunkenes Transaktionsvolumen zurück, das durch Änderungen in der Regulierung sowie verbesserte Compliance-Kontrollen ausgelöst wurde.
Die Betriebsausgaben stiegen aufgrund höherer Gerichtskosten stark an. Das trug zu einem Nettoverlust von 9,5 Millionen US-Dollar bei, verglichen mit einem Gewinn von 12,2 Millionen US-Dollar ein Jahr zuvor. Im ersten Quartal verzeichnete das Unternehmen einen Abfluss von 21,6 Millionen US-Dollar bei Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten; damit verblieben dem Unternehmen 44 Millionen US-Dollar an Barmittel-Reserven. Bitcoin Depot stellte fest, dass die jüngste Leistung noch nicht überprüft oder auditiert worden sei.
## Regulatorische und rechtliche Herausforderungen
Bitcoin Depot kämpft derzeit gegen hochkarätige Klagen, die von den Generalstaatsanwälten in Massachusetts und Iowa vorangetrieben werden. Die Hauptargumente der Staaten beinhalten Behauptungen, dass die Preisgestaltung von Bitcoin Depot irreführend sei, dass das Unternehmen wissentlich dabei helfe, Krypto-Betrügereien zu erleichtern, und dass seine Rückerstattungsrichtlinie auf Abzocke ausgelegt sei. Das Unternehmen hat argumentiert, dass es ausreichend Maßnahmen gebe, um Kunden zu schützen.
Vor einigen Monaten hatte Bitcoin Depot angedeutet, dass es damit beginnen werde, für jede Transaktion an seinen Kiosken persönliche Ausweise anzufordern, und dabei seine Compliance-Kontrollen freiwillig weiter zu verfeinern. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Iowa hatte letztes Jahr geurteilt, dass das Unternehmen berechtigt sei, eingezahltes Bargeld zu behalten, während lokale Behörden versucht hätten, Gelder für die Opfer zurückzuholen.
Die SEC-Einreichung zeigte, dass das Unternehmen zusätzliche Zeit benötigt, um seine formalen Finanzberichte für Q1 2026 finalisieren zu können. Als Grund nannte es laufende Anstrengungen zur Beilegung einer internen Schwäche in der Buchhaltung, die von „cash in transit“ herrührte.
## Operative und Sicherheitsprobleme
Im August sagte Bitcoin Depot, dass es weltweit 9.000 Kiosk-Standorte betreibe. Letzten Monat gab das Unternehmen bekannt, dass Hacker 50,9 Bitcoin gestohlen hatten, die aktuell knapp 4 Millionen US-Dollar wert sind. Der Diebstahl sei über eine Sicherheitslücke erfolgt, die es Angreifern ermöglichte, Zugriff auf Krypto-Konten zu erlangen und Gelder abzuziehen.
## Marktentwicklung und Branchenkontext
Die Aktien von Bitcoin Depot stiegen am Freitag um fast 3% auf 2,86 US-Dollar, wie aus Yahoo Finance hervorgeht. Zuvor hatte es noch einen Verlust gegeben, der zeitweise bei nur 2,56 US-Dollar lag. Der Kurs des Unternehmens ist im vergangenen Jahr um 80% eingebrochen, während die Prüfung zugenommen hat, wie Krypto-Geldautomaten als Verbindungskanal für Betrug dienen, und mehrere Bundesstaaten ihre Regeln verschärft haben.
US-Behörden haben gewarnt, dass ältere Amerikaner besonders anfällig für einen Anstieg von Betrügereien im Zusammenhang mit Krypto-Geldautomaten sind. Dabei überreden Betrüger die Opfer dazu, Bargeld in die Maschinen einzuzahlen, bevor sie verschwinden – die Gelder werden dann in digitaler Form an die Täter gesendet. Letztes Jahr erreichte Betrug mit Krypto-Geldautomaten einen Rekordwert: 389 Millionen US-Dollar an gemeldeten Verlusten, wie Zahlen zeigen, die vorigen Monat vom Internet Crime Complaint Center der FBI veröffentlicht wurden. Die Zahl bedeutete einen Anstieg der Verluste um 58% gegenüber 2024.