Der Bitcoin-Miner Riot Platforms (NASDAQ: RIOT) veröffentlichte am 30. April seinen Quartalsbericht für das 1. Quartal 2026. Das Datacenter-Geschäft verbuchte im ersten Quartal 33,2 Millionen US-Dollar, gleichzeitig verdoppelte der Kunde AMD die vertraglich zugesicherte Rechenleistung von ursprünglich 25 Megawatt (MW) auf 50 Megawatt. Riot bezeichnete den Bericht als „entscheidenden Wendepunkt“ in der Transformation zum führenden Betreiber von AI-Datacentern. Im gleichen Zeitraum blieb das Bitcoin-Mining-Geschäft jedoch strukturell defizitär: Die Kosten lagen bei 96.283 US-Dollar pro Coin über dem Ausgabewert von 75.964 US-Dollar, der Quartalsverlust betrug 500 Millionen US-Dollar.
Datacenter im 1. Quartal: 33,2 Millionen US-Dollar gebucht, aber über 90% davon sind einmalige Umbau-Ausgaben (fit-out)
Riot erzielte im Q1 einen Gesamtumsatz von 167,2 Millionen US-Dollar, davon stammten 33,2 Millionen US-Dollar aus einer neu gegründeten Geschäfts-Sparte für Datacenter. Die Umsatzstruktur ist jedoch alles andere als gleichmäßig: Nur 9 Millionen US-Dollar kamen aus margenstarken langfristigen Mietverträgen (Marge 91%); 32,2 Millionen US-Dollar entfielen auf einmalige „Kunden-Installations- bzw. Ausbauten“ (tenant fit-out) mit lediglich 5% Margen. Anders gesagt: Die Zahlen, die im Quartal im Datacenter-Bereich gebucht wurden, sind zwar groß, aber der Großteil sind eher margenarme Projektkosten dafür, wie man leere Räume für die Rechenanforderungen des Kunden umbaut. Der Anteil, der langfristig stabile Mieteinnahmen widerspiegelt, ist derzeit noch relativ klein.
Ein zentrales strukturelles Signal ist, dass AMD die vertragliche Kapazität von 25 MW auf 50 MW verdoppelt hat. Das bedeutet, dass AMD die Datacenter-Dienstleistungen von Riot als „lohnend für eine Ausweitung der Investitionen“ bewertet. Damit wird Riot von einem Miner zu einem AI-Infrastruktur-Provider umgebaut – und die AMD-Vereinbarung ist dafür eine wichtige Verankerung. Während der fit-out-Abschnitt nach und nach abgeschlossen wird und in ein langfristiges Mietmodell übergeht, wird die Margenstruktur im Datacenter-Bereich der entscheidende Punkt sein, um den Erfolg oder Misserfolg der Transformation zu beurteilen.
Bitcoin-Mining-Verluste: Kosten pro Coin 9,6-mal höher als der Ausgabewert von 7,6 Tausend US-Dollar
Riot steht im Q1 bei seinem Bitcoin-Mining-Geschäft vor einem strukturellen Verlust: Die Vollkosten (inklusive Abschreibungen) pro Bitcoin betragen 96.283 US-Dollar, doch der marktbezogene Wert der im Quartal produzierten Bitcoins liegt nur bei rund 75.964 US-Dollar. Das heißt, für jede produzierte Coin entsteht ein Verlust von 26,7%. Insgesamt belief sich der Nettoverlust im Q1 auf etwa 500 Millionen US-Dollar, während das bereinigte EBITDA bei -311 Millionen US-Dollar lag.
Die Kostenstruktur im Mining-Geschäft kommt vor allem aus Energie, Abschreibungen für Mining-Hardware sowie Betrieb und Wartung. Da der Bitcoin-Preis in den vergangenen zwei Monaten auf den Bereich von 75K-80K gefallen ist, stehen Miner branchenweit unter ähnlichem Druck. Häufige Sicherheitsvorfälle im vergangenen Jahr haben die Bewertung des Kryptomarkts belastet, und zusätzlich haben Abflüsse von ETF-Geldern die kurzfristige Erholungsdynamik beim Bitcoin-Preis begrenzt. Daher könnten die Leistungen der Miner auch im Q2 weiter unter Druck bleiben.
Ausschau für die nächsten Schritte: fit-out → Umstellung auf langfristige Mietstruktur, wann AMD 50 MW fertig wird
Für Riot sind drei Schlüsselkennzahlen entscheidend: Erstens, ob der Anteil der fit-out-Services am Datacenter-Umsatz in Q3-Q4 deutlich zurückgeht. Zweitens, wann die Engineering-Arbeiten für die von AMD auf 50 MW verdoppelte Kapazität fertiggestellt sind und wann die Abrechnung nach dem langfristigen Mietmodell startet. Drittens, ob das Unternehmen es schafft, neben AMD noch einen zweiten und dritten Großkunden (z. B. weitere Anbieter mit AI-Rechenbedarfen) zu gewinnen, um ein zu starkes Klumpenrisiko zu vermeiden. Für die Kryptoindustrie gilt: Wenn Riot bei der Transformation erfolgreich ist, liefert dies anderen Minern mit Mining-Verlusten (z. B. Marathon Digital, Hut 8, CleanSpark) eine konkrete Vorlagen-„Roadmap“ dafür, wie man „Minen-Hardware und Stromressourcen zu AI-Infrastruktur“ umstellt. Das könnte die gesamte BTC-Mining-Ökologie strukturell beschleunigt neu ordnen.
Dieser Artikel „Bitcoin-Miner Riot: Datacenter-Buchung von 33 Millionen US-Dollar im Q1, AMD verdoppelt die zugesicherte Rechenleistung“ erschien zuerst bei Chain News ABMedia.