Die Chinesische Wertpapieraufsichtsbehörde (CSRC) kündigte am 22. Mai 2026 schwere Strafen gegen Tiger Brokers, Futu Securities und Longbridge Securities an. Grund seien der Betrieb unautorisierter Broker-Geschäfte, der Vertrieb von Fonds sowie Futures-Dienstleistungen für Kunden auf dem chinesischen Festland. Die Durchsetzung wurde über neun Regierungsbehörden koordiniert, die gemeinsam einen „Umsetzungsplan für eine umfassende Berichtigung illegaler grenzüberschreitender Wertpapier-, Futures- und Fondsverwaltungsaktivitäten“ veröffentlichten. An US-Börsen notierte Aktien der Muttergesellschaften fielen unmittelbar nach der Bekanntgabe deutlich: Tiger Brokers brach im vorbörslichen Handel um mehr als 10% ein, Futu Holdings sank um mehr als 5%. In einigen Berichten wurden Rückgänge bis zu 35% bis zum Handelsschluss ausgewiesen.
Durchsetzungsdetails und Beschränkungen
Alle illegal erzielten Gewinne der drei Plattformen werden beschlagnahmt, sowohl im Inland als auch international. Es beginnt sofort eine zweijährige, konzentrierte Berichtigungsphase. Während dieses Zeitraums können bestehende Nutzer auf dem chinesischen Festland auf unautorisierter Basis lediglich ihre bestehenden Bestände verkaufen und Gelder abziehen. Neue Kaufaufträge oder neue eingehende Geldtransfers sind nicht zulässig. Nach Ablauf der zweijährigen Frist müssen die betroffenen Plattformen die auf das Festland ausgerichteten Websites, Handelssoftware und zugehörigen Server vollständig abschalten.
Die CSRC bestätigte, dass die Vermögenswerte der Anleger während der Übergangsphase sicher bleiben.
Rechtliche Alternativen für den Zugang zu Auslandsmärkten
Die CSRC erklärte, dass rechtliche Kanäle weiterhin offenstehen, um Anlegern den Zugang zu Auslandsmärkten zu ermöglichen, darunter das Stock-Connect-Programm, QDII (Qualified Domestic Institutional Investor) sowie Cross-border Wealth Management Connect.