
Laut BeInCrypto, das am 14. Mai berichtete, behauptete der X (zuvor Twitter)-Nutzer cprkrn, am Mittwoch mithilfe von Anthropic's Claude AI erfolgreich eine Bitcoin-Wallet zurückgefunden zu haben, die seit über 11 Jahren gesperrt war. Er veröffentlichte 5 BTC, was anhand des Tageskurses von 79.622 US-Dollar einem Gegenwert von rund 400.000 US-Dollar entspreche.
Technischer Ablauf: Bestätigungsschritte, wie Claude die Wallet lokalisierte und die btcrecover-Logik korrigierte
cprkrn veröffentlichte auf X einen Screenshot, der zeigt, dass die technischen Schritte von Claude wie folgt abliefen:
Wallet-Datei identifizieren: Claude erkannte aus dem hochgeladenen Daten-Dump von Universitätscomputern eine verschlüsselte Wallet-Datei
btcrecover aufrufen: Claude rief das weit verbreitete Open-Source-Tool zur Wallet-Wiederherstellung btcrecover auf, um die Entschlüsselung zu versuchen
Logikfehler erkennen: Claude identifizierte, dass btcrecover im Entschlüsselungsprozess sharedKey und das Passwort des Nutzers in der falschen Weise verknüpft (concatenation)
Korrigieren und erneut ausführen: Claude korrigierte die Verknüpfungs-Logik; nach der Korrektur gelang die Entschlüsselung im ersten erneuten Lauf erfolgreich
Adresse verifizieren: Claude wandelte den privaten Schlüssel in ein Wallet-Import-Format um und verifizierte die zugehörige Adresse
Zuvor hatte cprkrn mehrfach versucht, über einen kommerziellen Wiederherstellungsdienst Hilfe zu bekommen; die Kosten für jeden Versuch lagen jeweils bei rund 250 US-Dollar.
Reaktionen aus der Community: Mehr als 1 Million Aufrufe innerhalb weniger Stunden nach dem Post
Der Beitrag von cprkrn auf X hatte sich innerhalb weniger Stunden auf über 1 Million Aufrufe summiert. Nic Carter, Partner bei der Krypto-Investmentfirma Castle Island Ventures, kommentierte das Ergebnis öffentlich mit den Worten: „unglaublich“. Auch Krypto-Journalistin Laura Shin und der Gründer der Ethereum-Layer-2-Plattform Base, Jesse Pollak, meldeten sich öffentlich zu Wort. In seinem Post schlug cprkrn vor, dass andere Halter mit verlorenen Wallet-Problemen vor dem Aufgeben versuchen könnten, alle Dateien von alten Desktop-Computern und Laptops in ein KI-Modell hochzuladen.
Häufige Fragen
Welche zwei entscheidenden Bedingungen gelten für die Wiederherstellung der Bitcoins?
Für den Erfolg waren zwei Bedingungen gleichzeitig erforderlich: Erstens hatte cprkrn vor einigen Wochen erneut die Merkhilfe (Mnemonic) gefunden, die er bei der Einrichtung der Wallet in seiner Studienzeit verwendet hatte. Zweitens erkannte Claude AI und korrigierte ein Problem in der btcrecover-Logik, bei dem sharedKey und das Passwort bei einem bestimmten Wallet-Format falsch verknüpft wurden. Beide Bedingungen waren unverzichtbar.
Was ist btcrecover und warum konnte Claude AI hier eine Rolle spielen?
btcrecover ist ein weit verbreitetes Open-Source-Tool zur Wiederherstellung von Bitcoin-Wallet-Passwörtern und unterstützt mehrere Bitcoin-Wallet-Formate. In diesem Fall rief Claude nicht nur dieses Tool auf, sondern erkannte auch und korrigierte eine Logikfehler beim Verknüpfen von Passwörtern in btcrecover für einen bestimmten Anwendungsfall, sodass der private Schlüssel nach der Korrektur bereits im ersten Ausführungsversuch erfolgreich entschlüsselt wurde.
Welche Bedingungen benötigen andere Halter gesperrter Bitcoins, um diese Methode zu kopieren?
Laut der Beschreibung von cprkrn hängt ab, ob die Halter noch über die ursprünglichen Computer-Dateien verfügen, mit denen die Wallet eingerichtet wurde, und ob es irgendeinen Hinweis oder eine Merkhilfe (Mnemonic) gibt. In einem X-Posting bestätigte cprkrn, dass der Schlüssel zu seinem Erfolg darin lag, den vollständigen Daten-Dump seines Uni-Computers aufzubewahren sowie die später wiedergefundene Merkhilfe.