
Laut Bitcoin.com News vom 24. Mai hat die Anwaltskanzlei Fenwick & West LLP (früherer Chef-Außenanwalt von FTX) zugestimmt, 54 Millionen US-Dollar zu zahlen, um eine bundesweite Sammelklage von ehemaligen FTX-Kunden beizulegen. Die Vergleichsvereinbarung wurde beim Bundesgericht für den Southern District of Florida eingereicht; sie bedarf noch der endgültigen Genehmigung durch den US-Bundesrichter K. Michael Moore.
Vergleichsbedingungen: 120 Tage Treuhandphase und Genehmigungsverfahren des Gerichts
Gemäß den Bedingungen der Vereinbarung werden 54 Millionen US-Dollar innerhalb von 120 Tagen nach einer ersten gerichtlichen Genehmigung auf ein Treuhandkonto bei einem Dritten eingezahlt. Die Anwaltsseite der Kläger erklärte, dass die Vereinbarung angesichts der Komplexität des Verfahrens und der Kosten laufender Rechtsstreitigkeiten angemessen sei. Der Fall ist Teil einer Multidistrict-Klage namens „FTX-Kryptowährungsbörsen-Konkursfall“ (Aktenzeichen: 1:23-md-03076). Bis zu der endgültigen Unterschrift des Richters Moore dürfen ehemalige FTX-Kunden keinerlei Entschädigungszahlungen erhalten.
Vorwürfe und Fenwicks Verteidigungslinie
Die Kläger werfen Fenwick & West vor, dass der Umfang ihrer Dienstleistungen weit über eine normale Rechtsberatung hinausgegangen sei. Sie behaupten, Fenwick habe bei der Ausarbeitung einer Strategie geholfen, mit der FTX Kundengelder vermischt habe, und es gebe Hinweise darauf, dass „Schatten-Einheiten“ sowie rechtliche Strukturen geschaffen wurden, um den Missbrauch von Kundengeldern zu verschleiern. Fenwick & West weist die Vorwürfe vollständig zurück und sagt, man habe von keinem Betrug im Zusammenhang mit FTX gewusst. Zudem heißt es, die Zustimmung zum Vergleich erfolge, um den Geschäftsbetrieb weiterhin normal fortzuführen. Fenwick habe zunächst versucht, die Klage abzuweisen, sei aber erst danach in Vergleichsgespräche eingestiegen.
Aufarbeitung für professionelle Dienstleistungen im FTX-Kollaps: insgesamt 66 Millionen US-Dollar Entschädigung
Dies ist die zweite Vergleichswelle in der Sammelklage im Zusammenhang mit dem FTX-Kollaps. Zuvor hatten FTX-Führungskräfte Caroline Ellison, Nishad Singh und Gary Wang sowie einige prominente Makler bereits Vergleiche abgeschlossen; auch das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Prager Metis stimmte zu, etwa 11,75 Millionen US-Dollar zu zahlen, sodass sich die Entschädigung für professionelle Dienstleistungen insgesamt auf rund 66 Millionen US-Dollar summiert. FTX ging im November 2022 in Konkurs; der Gründer Sam Bankman-Fried wurde im Jahr 2024 wegen des Diebstahls von rund 8 Milliarden US-Dollar an Kundengeldern zu 25 Jahren Haft verurteilt.
Washington, D.C.: Weitere Klage über 525 Millionen US-Dollar läuft weiterhin
Der Vergleich über 54 Millionen US-Dollar hat nicht alle Ansprüche gegen Fenwick vollständig bereinigt. Etwa 20 FTX-Geschädigte aus mehreren Ländern reichten im Mai 2026 in einem bundesstaatlichen Gericht in Washington, D.C. eine weitere Klage ein. Die Klagesumme beträgt 525 Millionen US-Dollar. Zu den Beklagten zählen Fenwick sowie mehrere seiner aktuellen und ehemaligen Partner. Geltend gemacht werden Schadensersatzleistungen, die Rückerstattung von Prozesskosten, die von FTX bezahlt wurden, sowie Strafschadensersatz.
Häufige Fragen
Entspricht der Vergleich über 54 Millionen US-Dollar einer Anerkennung von Fehlverhalten durch Fenwick?
Nein. In der Vergleichsvereinbarung wird ausdrücklich kein Fehlverhalten eingeräumt. Fenwick & West weist die Vorwürfe vollständig zurück und sagt, man habe von jeglichem Betrug im Zusammenhang mit FTX nichts gewusst. Außerdem heißt es, man stimme dem Vergleich zu, um den Geschäftsbetrieb weiterhin normal fortzuführen.
Wann können ehemalige FTX-Kunden ihre Entschädigungszahlungen erhalten?
Die 54 Millionen US-Dollar müssen innerhalb von 120 Tagen nach einer ersten gerichtlichen Genehmigung auf ein Treuhandkonto bei einem Dritten eingezahlt werden; außerdem ist letztlich die Genehmigung durch Richter K. Michael Moore erforderlich. Vor der endgültigen Unterschrift des Richters dürfen keine Entschädigungszahlungen an ehemalige FTX-Kunden ausgezahlt werden.
Hat dieser Vergleich alle Klagen gegen Fenwick beigelegt?
Nicht vollständig. Eine weitere Klage, die von etwa 20 Geschädigten im Mai 2026 in einem Bundesgericht in Washington, D.C. eingereicht wurde, läuft weiterhin. Die Klagesumme liegt bei 525 Millionen US-Dollar; der Sammelvergleich über 54 Millionen US-Dollar gilt nicht für dieses Verfahren.