Laut dem Bitcoin-Journalisten Joe Nakamoto hat Frankreich bislang im Jahr 2026 41 kryptobezogene Entführungen verzeichnet, was ungefähr einem Fall alle zweieinhalb Tage entspricht und etwa 70% der bekannten weltweiten Wrench-Angriffe ausmacht. Bei Wrench-Angriffen handelt es sich um physische Gewalt, Entführung, Hausinvasion oder Erpressung, die auf Krypto-Inhaber abzielt, um private Schlüssel und digitale Vermögenswerte zur Herausgabe zu zwingen. Der Anstieg hat die Aufmerksamkeit auch auf hochrangige Betroffene gelenkt, darunter Ledger-Mitgründer David Balland (entführt im Januar 2025) sowie Angehörige von Krypto-Executives wie Paymiums Pierre Noizat und The-Sandboxs Sebastien Borget.
Französische Behörden haben laut der nationalen Staatsanwältin Vanessa Perrée in Verbindung mit kryptobezogenen Wrench-Angriffen mindestens 88 Personen festgenommen. In einer jüngsten Operation nahmen Polizisten 24 Verdächtige fest, die mit mehreren Entführungsfällen in Verbindung stehen. Sicherheitsexperten führen einen Teil des Anstiegs auf die Datenerhebung im Rahmen von Know-Your-Customer zurück und verweisen dabei auf die Ledger-Kundendaten-Panne aus dem Jahr 2020, bei der die Namen und Wohnadressen von über 270.000 Kunden weltweit offengelegt wurden.