JPMorgan-Analysten sagen, tokenisierte Geldmarkt-Fonds dürften trotz weiterem Wachstum, das durch die Nachfrage von Anlegern nach Rendite angetrieben wird, nicht stablecoins als dominierendes Liquiditätsinstrument im Krypto-Sektor ersetzen. Die Bank schätzt, dass der Sektor derzeit ungefähr 5% der Größe des stablecoin-Markts ausmacht. Laut dem Bericht, der von Managing Director Nikolaos Panigirtzoglou geleitet wird, bleiben stablecoins das bevorzugte Onchain-Cash-Instrument, weil sie im gesamten Krypto-Ökosystem breit eingesetzt werden – für Zahlungen, Handelsaktivitäten, Collateral-Management, Abwicklung und Liquiditätsoperationen sowohl auf zentralisierten als auch auf dezentralisierten Plattformen. JPMorgan erwartet, dass tokenisierte Geldmarkt-Fonds in der Größenordnung deutlich unter stablecoins bleiben und voraussichtlich bei etwa 10%–15% des Markts gedeckelt sein dürften, sofern regulatorische Änderungen nicht die Compliance-Beschränkungen erleichtern, die mit ihrer Einordnung als Wertpapiere verbunden sind.
Regulatorische Zwänge begrenzen die Adoption
Tokenisierte Geldmarkt-Fonds stehen vor erheblichen regulatorischen Hürden, die stablecoins nicht haben. Diese Produkte werden als Wertpapiere behandelt, was Compliance-Aufwände auslöst, darunter Registrierungsverpflichtungen, Regeln für Offenlegung, Berichtspflichten und Einschränkungen bei Übertragungen. Diese Einstufung begrenzt, wie reibungslos die Produkte sich in Blockchain-basierten Finanzmärkten zirkulieren lassen.
JPMorgan stellte fest, dass Regulierer einige begrenzte Maßnahmen eingeführt haben, die darauf abzielen, die Emissions- und Rücknahmeprozesse für Onchain-Geldmarkt-Fonds zu vereinfachen. Die Bank hob außerdem Bestrebungen hervor, die es Institutionen ermöglichen, tokenisierte Fonds als Handels-Collateral zu nutzen und dabei weiterhin Rendite zu erzielen. JPMorgan sagte jedoch, diese Änderungen seien weiterhin nicht ausreichend, um die regulatorische Lücke gegenüber stablecoins zu schließen.
Institutionelle Investoren treiben frühes Wachstum
Tokenisierte Fonds finden derzeit vor allem bei institutionellen Investoren Anklang, die operative Vorteile wie schnellere Abwicklung und Blockchain-Programmierung suchen – ebenso wie bei Krypto-nativen Nutzern, die Renditen aus brachliegenden Beständen erzielen möchten.
JPMorgan sagte, die renditeerzeugende Natur tokenisierter Geldmarkt-Fonds sollte es ihnen ermöglichen, sich schneller als stablecoins auszudehnen. Die Bank geht jedoch nicht davon aus, dass dieses Wachstum die bereits durch stablecoins etablierte Marktstruktur wesentlich stören wird.