Kevin Warsh vereidigt als Fed-Vorsitzender angesichts von Inflationsdruck

LucasBennett

Warsh tritt als 17. Vorsitzender der Federal Reserve an

Kevin Warsh ist als 17. Vorsitzender der US-Notenbank vereidigt worden und übernimmt damit die Kontrolle über die Zentralbank in einer Phase, in der die Inflation weiterhin hoch ist, die Energiepreise steigen und die Märkte darüber debattieren, ob die Zinsen eher weiter steigen als sinken könnten. Warsh, ein ehemaliger Gouverneur der Federal Reserve und Banker an der Wall Street, wurde von Präsident Donald Trump ausgewählt, um Jerome Powell nachzufolgen. Das Gelöbnis wurde im Weißen Haus von Bundesrichter Clarence Thomas abgelegt, während Warshs Ehefrau Jane Lauder während der Zeremonie die Bibel hielt.

Donald Trump lobte Warsh im Rahmen der Veranstaltung und sagte, er erwarte, dass Warsh einer der stärksten Vorsitzenden der Federal Reserve in der Geschichte der USA werde. Der Präsident sagte außerdem, er wolle, dass Warsh unabhängig handelt, obwohl er wiederholt niedrigere Zinsen gefordert hatte.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen bei Warshs Amtsübernahme

Warsh beginnt seine Amtszeit, während die Inflation weiterhin über dem 2%-Ziel der Federal Reserve liegt. Die Inflation erreichte im April 3,8%, während die US-Kraftstoffpreise laut AAA-Daten auf einen landesweiten Durchschnitt von 4,55 US-Dollar pro Gallone gestiegen sind. Der US-Iran-Krieg zwischen den USA und Israel hat zusätzlichen Druck auf die Energiemärkte ausgeübt und die Kosten für Haushalte erhöht.

Aus den jüngsten Protokollen der Federal Reserve ging hervor, dass sich die Entscheidungsträger zunehmend um die Inflation sorgen und bei anhaltendem Preisdruck eher zu einer strafferen Politik bereit sind. Warsh sagte, die Fed werde sich unter seiner Führung als reformorientiert erweisen. Er erklärte, die Inflation könne sinken, das Wachstum könne stärker werden und das reale Netto-Gehalt könne steigen, wenn die Politik richtig gesteuert werde.

Markterwartungen verschieben sich nach oben

Die Märkte preisen nun eine 43%-Chance ein, dass die Federal Reserve noch vor 2027 eine Zinserhöhung vornimmt – der höchste Stand seit Monaten. Diese Verschiebung steht im Gegensatz zu Trumps früherer Erwartung, dass Warsh Zinssenkungen unterstützen werde. Der neue Vorsitzende übernimmt einen gespaltenen geldpolitischen Ausschuss. In den jüngsten Protokollen hieß es, mehrere Entscheidungsträger wollten eine Formulierung entfernen, die nahelegte, dass der nächste Schritt mit hoher Wahrscheinlichkeit Zinssenkungen wären, während andere sagten, Senkungen könnten dennoch angemessen sein, sobald die Inflation dem Ziel näher kommt oder wenn sich der Arbeitsmarkt abschwächt.

Elizabeth Warren kritisiert Warshs Ernennung

Senatorin Elizabeth Warren, die führende Demokratin im Senatsausschuss für Banking, kritisierte Warsh nach der Zeremonie scharf. Warren sagte, Warsh starte seine Amtszeit mit geschwächter Glaubwürdigkeit und bezeichnete ihn als Donald Trumps „sock puppet“.

Warren warf zudem Fragen zu Warshs privaten Investitionen auf. Sie sagte, er habe sich geweigert zu beantworten, wer einen Scheck über 100 Millionen US-Dollar für diese Investitionen ausgestellt habe und worauf er als Vorsitzender der Fed möglicherweise abzielen könnte. Demokraten hatten während Warshs Bestätigungsverhandlung im April Sorgen geäußert, nachdem er sich geweigert hatte zu beantworten, ob Trump die Wahl 2020 verloren habe. Einige Abgeordnete sagten, die Antwort werfe Fragen hinsichtlich seiner Bereitschaft auf, die Unabhängigkeit der Fed zu wahren.

Rückhalt der Republikaner für den neuen Vorsitzenden

Der republikanische Senator Tim Scott hat die Ernennung Warshs begrüßt. Scott sagte, der neue Vorsitzende sei ein erfahrener Führungskopf, der helfen könne, das Vertrauen in die Fed wiederherzustellen, während die Zentralbank auf stabile Preise und maximale Beschäftigung fokussiert bleibt.

Fed-Unabhängigkeit und Ausblick zur Geldpolitik

Die Führungsänderung kommt, nachdem es monatelang Spannungen zwischen Trump und Powell gegeben hatte. Powell hatte vor Inflationsrisiken gewarnt, die mit den Politiken der Administration verbunden seien, und sich gegen Forderungen gestellt, die Zinsen zu senken, bevor die Preisdaten eine solche Maßnahme gestützt hätten. Trump argumentiert, niedrigere Zinsen würden das Wachstum und die Leistbarkeit unterstützen.

Warsh sagte, die Federal Reserve habe eine Rolle bei der Unterstützung des langfristigen Wohlstands, doch er verpflichtete sich während der Zeremonie nicht zu einem konkreten geldpolitischen Pfad. Von den Marktteilnehmern wird erwartet, dass sie sich auf die anstehenden Inflationsdaten, Zahlen zum Arbeitsmarkt und das erste Treffen der Federal Reserve unter seiner Leitung konzentrieren. Warsh steht nun vor der Aufgabe, einen Konsens aufzubauen und gleichzeitig auf Inflation, politischen Druck und Markterwartungen zu reagieren.

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