Die US-amerikanische Venture-Capital-Firma Lightspeed hat ihr fünftes, auf Indien fokussiertes Fonds-Ziel auf zwischen 300 Millionen US-Dollar und 350 Millionen US-Dollar reduziert, nachdem zuvor bis zu 500 Millionen US-Dollar vorgesehen waren, wie die Economic Times berichtet. Das Unternehmen verlagert seinen Schwerpunkt hin zu frühen Investitionen in KI und Deeptech.
Strategischer Wandel und Fondsgröße
Die Reduzierung des Fonds stellt eine Rückkehr zu den früheren Indien-Fondsgrößen von Lightspeed dar. Das neue Ziel liegt näher an den ersten drei Indien-Fonds des Unternehmens, die jeweils auf 135 Millionen US-Dollar, 180 Millionen US-Dollar und 275 Millionen US-Dollar bemessen waren. Der kleinere Pool passt zu einem Ansatz für Early-Stage-Investments, bei dem Venture-Capital-Firmen typischerweise in mehr Unternehmen investieren und kleinere Erstchecks ausstellen.
Lightspeeds vorheriger Indien- und Südostasien-Fonds (Fund IV) hat 2022 500 Millionen US-Dollar eingesammelt und markierte damit den Höhepunkt der Indien-Finanzierungsbemühungen der Firma.
Kontext zum Portfolio
Der Reset erfolgt nach Fragen zu einigen von Lightspeeds indischen Investments in der Wachstumsphase, darunter Byju's, Oyo, ShareChat, Udaan, PhysicsWallah, Razorpay und Zepto.
In jüngerer Zeit hat Lightspeed zudem die KI-Startups Sarvam und das spacetech-Unternehmen Pixxel unterstützt und damit seine neue Investmentthese unterstrichen.
Wettbewerbslage
Lightspeed ist mit diesem strategischen Kurswechsel nicht allein. Peak XV, Accel, Nexus und Stellaris haben ebenfalls Indien-fokussierte Vehikel aufgelegt und dabei verstärkt Aufmerksamkeit auf KI- und Deeptech-Investments gerichtet.
Breitere Marktentwicklungen
Die Verschiebung spiegelt eine breitere Bewegung im indischen Venture Capital wider: weg von Modellen für Consumer Internet, die erhebliche Kapitalmengen verbrauchen. Der Anteil von Deeptech an Private-Equity- und Venture-Capital-Finanzierungen in Indien ist von 4% im Jahr 2016 auf nahezu 15% im Jahr 2025 gestiegen, wie eine Branchenanalyse zeigt.
Investoren setzen zunehmend auf Startups mit verteidigbarer geistiger Eigentumsstruktur, etwa proprietärer Technologie oder Patenten, statt auf Unternehmen, die eine kostspielige Nutzerakquise verfolgen. Deeptech-Startups benötigen häufig geduldige Early-Stage-Finanzierung und anschließend größere Runden für Fertigung und internationale Expansion.
Die Unterstützung für diesen Sektor wächst: Die India Deep Tech Alliance, eine Branchenorganisation mit Fokus auf die Weiterentwicklung von Indiens Deeptech-Sektor, hat 1 Milliarde US-Dollar für indische KI-Startups zugesagt.