
Laut CoinPedia am 22. Mai berichtet, erklärte Pi Network-Mitgründer Nicolas Kokkalis auf der Consensus 2026, dass jedes Konto in Pi Network bereits eine KYC-Validierung bestanden habe. Dieses Design sei von Anfang an im Protokoll integriert und nicht nachträglich durch Drittanbieter-Lösungen hinzugefügt worden. Pi verfügt über etwa 100 Millionen Konten, die KYC-Validierung bestanden haben.
Drei-Schichten-Prüfungsprobleme: Kokkalis’ Definitionsrahmen
Kokkalis zerlegt das Problem „Menschennachweis“ in drei häufig miteinander verwechselte unterschiedliche Ebenen. Die erste Ebene ist die vollständige Identitätsverifizierung, also die genaue Erkennung der Identität eines bestimmten Nutzers. Die zweite Ebene ist die Unterscheidung zwischen Mensch und Bot, also die Bewertung, ob ein Vorgang von einem Menschen ausgeführt wird. Die dritte Ebene ist die Einzigartigkeitsprüfung, also die Bestätigung, dass derselbe Nutzer nicht gleichzeitig mehrere Konten bedient. Er erklärt dies anhand eines Bewertungssystems: „Wenn du in einem Online-System eine Bewertung einrichtest, willst du mit Sicherheit nicht, dass du tausend verschiedene Produktbewertungen einem Schauspieler zuordnest, der tausend Bot-Konten erstellt hat. Du willst, dass die Stimmen jedes Einzelnen fairer sind.“ Pìs Architektur löst die drei genannten Probleme auf Protokollebene gleichzeitig.
Selektive Offenlegung: KYC-Verifizierung ohne Offenlegung der zugrunde liegenden persönlichen Daten
Kokkalis weist darauf hin, dass die meisten Online-Identitätsprüfungen Nutzer dazu zwingen, alle persönlichen Informationen offenzulegen, selbst wenn die Anwendung nur einen bestimmten Teil davon benötigt. Er nennt das Beispiel des Kaufs von Alkohol: Wenn man den Führerschein vorlegt, sieht der Kassierer alle Informationen wie Wohnadresse und Geburtsdatum, aber in der Praxis muss nur bestätigt werden, ob das Alter die Vorgaben erfüllt. Pi verfolgt diesen Ansatz über eine KYC-Authentifizierung durch eine Zertifizierungsstelle, die eine selektive Offenlegung ermöglicht: Dabei kann der Nutzer Nachweise erbringen, dass er bestimmte Kriterien erfüllt (z. B. Alter, Einzigartigkeit oder eine verifizierte Identität), ohne dass der anfragenden Stelle die zugrunde liegenden persönlichen Daten offengelegt werden. Kokkalis merkt an, dass Zero-Knowledge-Proofs theoretisch eine ähnliche Lösung bieten könnten, die meisten Implementierungen jedoch komplexe Polynom-Berechnungen und fortgeschrittene kryptografische Techniken erfordern, wodurch sich die Umsetzung in der Praxis als schwierig erweist.
Einordnung der Architektur: Protokolldesign vs. nachträglich hinzugefügte Drittanbieter-Lösungen
Kokkalis’ Kernargument ist, dass die meisten Blockchains standardmäßig Anonymisierung verwenden und Identitätsfragen erst später über Drittanbieter-Lösungen lösen. Die Architektur von Pi habe hingegen „jeder Teilnehmer ist ein verifizierter Mensch“ von Beginn an als grundlegende Eigenschaft des zugrunde liegenden Protokolls gesetzt und nicht als nachträgliche Funktion. Er sagte, dass der Wert dieser grundlegenden Infrastruktur über das Pi-Ökosystem selbst hinausgeht und die Basisinfrastruktur ist, die das gesamte Netzwerk im Zeitalter der KI benötigt.
Häufige Fragen
Wie funktioniert die KYC-Validierung von Pi Network?
Jeder Teilnehmer von Pi Network muss den KYC-Validierungsprozess abschließen, damit das Konto im Mainnet aktiviert werden kann. Die KYC-Zertifizierungsstellen von Pi können nachweisen, dass Nutzer bestimmte Kriterien erfüllen, ohne dabei die zugrunde liegenden persönlichen Daten gegenüber Drittanbieteranwendungen offenzulegen—z. B. Alter, Einzigartigkeit oder eine verifizierte Identität.
Wie unterscheidet sich die selektive Offenlegung von Pi Network von Zero-Knowledge-Proofs?
Kokkalis sagt, dass Zero-Knowledge-Proofs theoretisch eine selektive Offenlegung ermöglichen können, dass aber die meisten Implementierungen komplexe Polynom-Berechnungen und fortgeschrittene kryptografische Techniken erfordern, was die praktische Bereitstellung erschwert. Der Ansatz von Pi realisiert die selektive Offenlegung direkt über die KYC-Infrastruktur und benötigt keine der oben genannten komplexen mathematischen Umwandlungen.
Was sind der Testnet-RPC und das Upgrade des Mainnet-Protokolls auf 21 bei Pi Network?
In dem Bericht wird erwähnt, dass Pi Network zugleich Testnet-RPC und das Mainnet-Protokoll-Upgrade auf 21 eingeführt hat. In den dazugehörigen Ankündigungen wird jedoch nicht im Detail erläutert, was in den Gesprächen von Kokkalis auf der Consensus 2026 thematisiert wurde; die konkreten technischen Details liegen im Ermessen der offiziellen Veröffentlichung von Pi Network.