Manuel Aráoz, Mitbegründer und ehemaliger Chief Technology Officer von OpenZeppelin, warnte, dass die Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) die Sicherheit dezentraler Finanzen (DeFi) untergraben und behauptete, „alles“ in DeFi sei inzwischen unsicher. Aráoz erklärte, KI-Codierungsagenten seien außergewöhnlich effektiv darin geworden, Schwachstellen in öffentlich verfügbarem Smart-Contract-Code zu erkennen, wodurch sich ein wachsendes Ungleichgewicht ergebe: Entwickler müssten jede Sicherheitslücke beheben, während KI-gestützte Angreifer nur eine einzige Schwachstelle finden müssten. Die Warnung kommt, nachdem laut DefiLlama-Daten in den vergangenen 365 Tagen mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar (1,54 Milliarden AUD) durch DeFi-Exploits verloren gingen, was Zweifel aufkommen lässt, ob das Sicherheitskonzept von DeFi angesichts KI-getriebener Bedrohungen weiterhin tragfähig ist.
DeFi-Exploit-Verluste im April 2026
Im April 2026 wurden laut DefiLlama mehr als 600 Millionen US-Dollar (840 Millionen AUD) an Protokollverlusten verzeichnet. Zu den größten Exploits des Monats gehörten 292 Millionen US-Dollar (408,8 Millionen AUD) von KelpDAO, 285 Millionen US-Dollar (399 Millionen AUD) von Drift und 197 Millionen US-Dollar (275,8 Millionen AUD) von Euler. Anthropic warnte, dass sein eingeschränktes KI-Modell Claude Mythos Software-Schwachstellen unabhängig entdecken und funktionsfähige Exploits erzeugen könne – auf einem Niveau, das bestehende automatisierte Systeme übertreffe.
OpenZeppelin-Reaktion
OpenZeppelin erklärte, dass Aráoz‘ Sichtweise nicht die aktuelle Position des Unternehmens widerspiegele. Am 27. Mai 2026 postete das Unternehmen auf Twitter: „Wir haben DeFi für ein Jahrzehnt abgesichert, und diese Arbeit ist jetzt wichtiger denn je. Wir sind dabei – gemeinsam mit den Protokollen, Institutionen und Entwicklern, die die nächste Ära des Finanzwesens aufbauen.“