
Super Micro Computer (SMCI) gab am 10. Juni bekannt, dass sie planen, über Eigenkapital- und eigenkapitalbezogene Finanzierungen rund 7,0 Milliarden US-Dollar aufzubringen, darunter 5,0 Milliarden US-Dollar durch die Emission von Stamm- und Vorzugsaktien sowie 2,0 Milliarden US-Dollar durch eine marktübliche Emission. Die Aktie schloss an dem Tag mit einem Minus von 29,27 US-Dollar. Das Management bestätigte, dass die aus der Finanzierung stammenden Mittel dazu genutzt werden, Komponenten für die Erfüllung der rund 39 Milliarden US-Dollar umfassenden AI-Server-Aufträge für das Geschäftsjahr 2027 zu beschaffen.
7,0 Milliarden US-Dollar Finanzierungsstruktur: Konkrete Aufschlüsselung zweier Instrumente
SMCI hat den Finanzierungsplan in die folgenden zwei Teile aufgeteilt:
5,0 Milliarden US-Dollar: Beschaffung durch Emission von Stamm- und Vorzugsaktien
2,0 Milliarden US-Dollar: Beschaffung durch eine Emission zum Marktpreis (At-the-Market, ATM)
Das Management bestätigte in der Bekanntmachung, dass alle Mittel für den Einkauf zentraler AI-Server-Komponenten verwendet werden, um die jüngsten Bestellungen zu erfüllen. Dies ist eine der größten Eigenkapitalfinanzierungen im Bereich der Künstliche-Intelligenz-Hardware.
39 Milliarden US-Dollar Aufträge: 20 Kunden bestätigt, Lieferung im Geschäftsjahr 2027 geplant
Die offizielle Pressemitteilung von SMCI bestätigt, dass man in den letzten Wochen fortgeschrittene AI-Server-Aufträge von über 20 Unternehmen erhalten hat, mit einem Gesamtwert von rund 39 Milliarden US-Dollar. Das Management bestätigte, dass die oben genannten Aufträge im Geschäftsjahr 2027 abgeschlossen geliefert werden. Laut der Mitteilung deckt die Nachfrage aus den Bestellungen unter anderem die Bereitstellung von Nvidia-GPUs, großskalige Cloud-Infrastruktur, souveräne AI-Projekte, Unternehmens-AI-Fabriken sowie Cluster zum Training großer Sprachmodelle ab.
Konsens-Schätzungen von Analysten und aktuelle Bewertungsdaten
Laut dem Wall-Street-Analystenkonsens von Institutionen wie Bloomberg:
Ausblick auf das Geschäftsjahr:
Konsens-Schätzung für den Gesamtumsatz des Geschäftsjahres: 39,67 Milliarden US-Dollar, jährliches Wachstum von 80,6%
Konsens-Schätzung für den Gewinn je Aktie (EPS) des Geschäftsjahres: 2,56 US-Dollar, jährliches Wachstum von 24,3%
Konsens-Schätzung für den Umsatz im nächsten Quartal (Q1 FY2027): etwa 11,7 Milliarden US-Dollar, jährliches Wachstum von rund 103%
Aktuelle Bewertungskennzahlen (Stand: 11. Juni):
Erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward P/E): 15,9-mal
Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG Ratio): 0,56
Diese Bewertungsabschläge reflektieren zum Teil die weiterhin vorsichtige Haltung des Marktes gegenüber den Bilanzierungsstreitigkeiten von SMCI im Jahr 2024, die dazu geführt hatten, dass das Unternehmen kurz vor dem Ausschluss vom Handel stand.
Häufige Fragen
Warum führte die 7,0-Milliarden-US-Dollar-Finanzierung von SMCI zu einem starken Kursrückgang?
Der Kern der Anlegerfrage ist die Verwässerungswirkung der Aktienemission auf den Gewinn je Aktie. Das Finanzierungsvolumen dieser Transaktion (7,0 Milliarden US-Dollar, einschließlich 5,0 Milliarden US-Dollar Aktien und 2,0 Milliarden US-Dollar Emission zum Marktpreis) steht im Verhältnis zur Marktkapitalisierung des Unternehmens in einem wesentlichen Umfang und wurde vom Markt als groß angelegter Verwässerungsfall eingeordnet, was zu massiven Verkäufen am selben Tag führte.
Sind die AI-Aufträge im Wert von 39 Milliarden US-Dollar bereits offiziell von Kunden bestätigt?
Laut der offiziellen Pressemitteilung von SMCI bestätigte das Management, dass man in den letzten Wochen die oben genannten Aufträge von mehr als 20 Unternehmen erhalten habe, ohne die Kundennamen einzeln zu veröffentlichen. Die Aufträge sollen im Geschäftsjahr 2027 erfüllt werden; der genaue Zeitplan hängt vom Fortschritt beim Einkauf der Komponenten ab.
Spiegelt das niedrige Bewertungsniveau von SMCI langfristige Risiken wider?
Das aktuelle Bewertungsniveau (Forward P/E von 15,9-mal und PEG von 0,56) liegt im Verhältnis zu der jährlichen Umsatzwachstumsrate von 80,6% eher niedrig. Der Analystenkonsens geht davon aus, dass der Abschlag teilweise den „Restschatten“ früherer Bilanzierungsstreitigkeiten aus dem Jahr 2024 und die derzeitige Verwässerungssorge widerspiegelt, nicht aber eine grundsätzliche Kritik an der Auftragsnachfrage selbst.