Gate News Nachricht, 16. April — Das südkoreanische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen hat ein Pilotprojekt für ein blockchainbasiertes Einzahlungs-Token unter dem 2026er-Regulierungs-Sandbox-Programm genehmigt. Es soll im vierten Quartal 2026 in der Stadt Sejong, der administrativen Hauptstadt des Landes, starten.
Der Pilot ersetzt traditionelle Regierungs-Kaufkarten durch digitale Tokens, die von Geschäftsbanken für Ausgaben der Regierungsministerien ausgegeben werden. Im Unterschied zu Kreditkarten sind diese Einzahlungs-Tokens programmierbar; dadurch kann die Regierung die Nutzung auf bestimmte Stunden beschränken (wie 9:00 bis 18:00 Uhr) oder auf bestimmte Branchen (wie zum Beispiel den Transportwesen). Diese Funktion soll verhindern, dass öffentliches Geld missbraucht wird, und Ausgaben außerhalb der Bürozeiten oder am Wochenende reduzieren sowie Audit-Vorgänge dafür verringern. Das System beseitigt außerdem Zwischenstellen wie Visa und Mastercard und entfernt so Kommissionsgebühren (typischerweise 1–3%), die derzeit kleine Geschäftsinhaber an Kartenunternehmen zahlen.
Dies ist der zweite Einsatz der Technologie; das Ministerium hatte zuvor bereits einen Pilotversuch gestartet, bei dem Einzahlungs-Tokens genutzt wurden, um Zuschüsse für Ladeinfrastruktur an Ladestationen für Elektrofahrzeuge zu bezahlen. Gelingt dies, wird der aktuelle Pilot im ganzen Land ausgeweitet.
Die Initiative passt zur breiteren Digitalwährungs-Strategie Südkoreas. Shin Hyun-song, der designierte Gouverneur der Bank of Korea (BOK), erklärte in einer schriftlichen Antwort an die Nationalversammlung, Einzahlungs-Tokens und Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) sollten der „Kern“ des digitalen Währungs-Ökosystems sein. Dabei solle Vertrauen und Stabilität Vorrang vor privat ausgegebenen virtuellen Vermögenswerten haben. Geschäftsbanken bereiten aktiv die Infrastruktur vor: KB Financial Group hat sich mit Circle zusammengetan, um die Ausgabe eines koreanischen Won-Stablecoins zu prüfen, während Shinhan Financial und Hana Financial Berichten zufolge im Gespräch mit Samsung Electronics sind, um Stablecoin-Zahlungen in Samsung Pay zu integrieren.